Der Multimedia-Ethikkodex 2.0

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Provokative Fragen zum Internet

Wer überwacht das World Wide Web? Basis-Demokratie oder Anarchie? Tausendmal kopiert – Wem gehört die Geschichte eigentlich? Das Internet vergisst nicht – und Journalisten? Online-Journalismus – Klickzahlen ersetzen die Blattkritik? Beleidigungen im Netz – Ist die Redaktion für seine Nutzer verantwortlich?

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HIER DEN FALL EINGEBEN. Wenn fertig –> auf HTML Modus umschalten (rechts neben dem Visuell-Button) und folgendes Script am Ende des Textes einfügen
<div><a onclick=”return tricker(’1′)” href=”javascript:void(0)”> <img src=”http://www.multimedia-ethik.net/wp-content/uploads/loesung_anzeigen.png” alt=”" /></a></div>
<div id=”1″ style=”display: none;”>HIER STEHT EURE LÖSUNG</div>
<script type=”text/javascript”>// <![CDATA[
function tricker(a){  var e=document.getElementById(a);   if(!e)return true;   if(e.style.display=="none"){     e.style.display="block"   } else {     e.style.display="none"   }   return true; }
// ]]></script>

Wenn ihr danach wieder in “Visuell” umschaltet, müsste der “Lösung anzeigen”-Button sichtbar sein.

 

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Hintere Reihe v.l.: Maja Sommerhalder, Rabea Huber, Simone Kral, (Gast), Vera Eckert, Michael Schuler, Nikolaus Koller, Vordere Reihe v.l.: Thomas Haas, Anja Köhler, Manuel Rothmund, Jessica Francis, Anja Petersen, Maike Steuer, Foto: LSoM 2011

Man nehme Journalisten und Kommunikationsverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und schicke sie einmal im Monat auf Reisen. An der Leipzig School of Media, an der Akademie für Publizistik in Hamburg, am Journalistenkuratorium in Salzburg und und am maz – die Schweizer Journalistenschule in Luzern referieren Dozenten und Praktiker von Neuem, Altbekanntem und schon längst Vergessenem. Nach den ersten beiden Wochenenden sind alle Sprachbarrieren überwunden und die Studenten des Masterprogramms “New Media Journalism” entwickeln die Fähigkeit, Phänomene der Neuen Medien einzuordnen, weiterzuentwickeln und zurück im Berufsalltag umzusetzen.

Im Rahmen dieses Studiums entstand auch der Multimedia-Ethik-Kodex – ein Leitfaden zum Arbeiten in Multimedia-Redaktionen. Denn in kaum einem Gebiet ist die Kluft zwischen Theorie und Praxis so gross. Theoretiker kritisieren Entscheidungen der praktizierenden Kollegen in den Redaktionen, werfen ihnen Quotenjournalismus vor – Praktiker schimpfen die forschenden Theoretiker weltfremd, ihre Theorien überholt. NMJ hilft, eine Brücke über die Theorie-Praxis-Kluft zu bauen, interpretiert die Forschungsfelder mit Praxisblick neu – und schafft zeitgemässe Leitplanken für den Berufsalltag in Multimedia-Redaktionen.

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

Daniel Meier, Foto: privat

„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

Nachdem England die deutsche Fußballnationalmannschaft mit 5:1 in einem Länderspiel besiegt hat, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung zum Verhalten der englischen Fussballfans. In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:

„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

Eine Leserin hält die Kolumne für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwert sich beim Deutschen Presserat. Die Rechtsabteilung des Verlags betont, der sicherlich scharf gezeichnete Kommentar sei die Antwort auf eine Veröffentlichung in einer englischen Zeitung. Diese habe auf der Titelseite die Beerdigung des deutschen Fussballs mit einem verbrannten Handschuh dargestellt. Dazu wurde geschrieben: „Der Körper von Oliver Kahn wird eingeäschert und nach England überführt.“

Auf diese Häme habe der Kolumnist, mit den Worten eines attackierten, sich mit Oliver Kahn solidarisierten Fussballanhängers reagiert. Die Fussballsprache sei bekanntlich etwas grober als die übliche Umgangsprache. Die Veröffentlichung in England, habe eine solche Reaktion zugelassen.

Turkey hamburger pancetta shank. Boudin kielbasa pancetta, bresaola shoulder ham fatback ball tip tail chuck pork chop tongue shankle rump. Rump cow bacon tongue. Strip steak ball tip jowl turducken jerky. Ham tail flank, turducken andouille salami pig chuck sirloin. Pork ham hock pig turducken. Ham hock pork loin beef ribs shoulder tenderloin andouille.

Tri-tip jerky turducken beef shank hamburger, salami frankfurter pancetta. Prosciutto brisket shank, meatloaf shankle kielbasa pancetta strip steak. Ham hock hamburger drumstick sirloin turkey pork chop, venison tail tri-tip bresaola short ribs beef filet mignon flank. Chicken beef turkey short loin capicola tenderloin. Ball tip t-bone spare ribs, kielbasa sirloin meatloaf salami tail frankfurter pastrami hamburger ham shankle. Drumstick ham pancetta, beef ribs jowl shank kielbasa fatback brisket prosciutto. Kielbasa jerky jowl swine, bresaola hamburger fatback short ribs.

Ham hock salami andouille, venison sausage brisket short ribs pancetta cow leberkäse drumstick. Pork belly cow jerky, fatback ham turkey strip steak brisket tongue jowl drumstick chuck ground round. Fatback boudin drumstick brisket swine, pork loin cow pastrami leberkäse ham short ribs meatball frankfurter. Frankfurter brisket chicken swine, ribeye shank hamburger corned beef shoulder bresaola. Cow pancetta venison andouille, corned beef drumstick t-bone sirloin meatball bacon. Tri-tip ground round t-bone, sirloin chicken drumstick beef turkey. Ground round andouille corned beef, pastrami capicola pork belly ball tip brisket frankfurter beef salami chicken beef ribs.

Prosciutto flank bresaola, leberkäse tri-tip pork loin bacon pancetta frankfurter tenderloin shoulder fatback ball tip t-bone. Ribeye venison prosciutto, pork loin rump beef ribs leberkäse hamburger jowl spare ribs meatloaf turkey short ribs pork kielbasa. Corned beef bacon frankfurter beef ribs ground round kielbasa shoulder tri-tip. Kielbasa turkey spare ribs ham hock, shank t-bone drumstick tri-tip pork chop. Tail chicken salami andouille. Pig pork belly pork loin salami beef ribs ball tip leberkäse pork shankle beef pancetta frankfurter. Prosciutto swine shankle, tail biltong tenderloin pork loin.

Tri-tip tenderloin beef ribs, jerky beef t-bone short loin ham pancetta ball tip rump sirloin shankle strip steak. Prosciutto ham salami, sirloin short loin hamburger andouille turkey jerky sausage. Venison chicken pork chop, shank meatloaf bacon corned beef salami. Fatback shankle turkey filet mignon, ham hock drumstick tongue sirloin biltong ball tip pastrami prosciutto short loin. Boudin turducken t-bone sirloin beef ribs cow. Kielbasa shank ham, brisket beef cow shankle flank filet mignon short loin chuck. Ham spare ribs boudin frankfurter, drumstick pork chop sausage pig jowl shankle venison pastrami.

Überarbeitete Neufassung des vom NMJ-Jahrgang 2008/10 verfassten Multimedia-Kodex 2009 durch den nachfolgenden NMJ-Jahrgang 2010/2012

Präambel
- Der Multimedia-Ethikkodex stützt sich auf Art. 19 der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen und Art. 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Meinungs- und Informationsfreiheit). Er ist den sozialen und liberalen Grundwerten einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaftsordnung verpflichtet.
- Dem Multimedia-Ethikkodex liegen die bisher geltenden Journalistenkodizes der Schweiz, Österreichs und Deutschlands zu Grunde. Sie gelten im multimedialen Kontext ebenso uneingeschränkt fort wie andere allgemein anerkannte journalistische Werte und handwerkliche Standards.
- Der Multimedia-Ethikkodex trägt der aktuellen Medienentwicklung und ihren Mitteln insbesondere in digital vernetzter und multimedialer Hinsicht Rechnung und ist laufend fortzuentwickeln. Für aktive Nutzer und Mitgestalter neuer Medien gilt der Kodex als Orientierung zur Verantwortung von Veröffentlichungen.
- Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter.

1. Abschnitt: Allgemeine Grundsätze

Artikel 1 Richtigkeit:
Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2 Fairness; Unabhängigkeit:
(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3 Prüfung:
(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4 Quellen:
Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5 Kommentar und Glosse:
Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6 Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität:
Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

2. Abschnitt: Mittel und Wege journalistischen Ausdrucks

Artikel 7 Sprache:
Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8 Foto; Audio; Video:
Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9 Verhalten als Privatperson:
(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.
(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.
(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10 Blogs; soziale Netzwerke:
Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit:
(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.
(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.
(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.
(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

3. Abschnitt: Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle

Artikel 12 Qualifikation:
(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.
(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.
(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13 Quote:
(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.
(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönliche Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.
(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14 Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik:
(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.
(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

4. Abschnitt: Beiträge der Nutzer

Artikel 15 Kommentare und Foren:
(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.
(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.
(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.
(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.
(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16 Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer:
(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.
(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.
(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.

Sorgfältige Recherche, Foto: Cierpki/Stockxchng

Sorgfältige Recherche, Foto: Cierpki/Stockxchng

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: Michael Hauri

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

Grundsätzliches – Abschnitt I des Multimedia-Ethikkodex

Fundament, Foto: Gabriel Robledo/Stockxchng

Fundament, Foto: Gabriel Robledo/Stockxchng

Grundsatz, der: allgemeingültiges Prinzip, das einer Sache zugrunde liegt, nach dem sie ausgerichtet ist, das sie kennzeichnet; Grundprinzip

Beim Sport ist Fairness ein Grundsatz. Wer sich etwa beim Fußball nicht an die Spielregeln hält, sieht erst gelb, dann rot und muss vom Platz. Und im Netz? Kann da jeder alles sagen, schreiben, posten? Sollte ausgeschlossen werden, wer andere demütigt oder in seiner Ehre verletzt? Kaum möglich. Umso wichtiger ist, dass sich Online-Medienmacher ihrer Verantwortung bewusst sind, wenn sie wwweltweit veröffentlichen. Welche allgemeinen Grundsätze der Multimedia-Journalist beachten sollte, damit befasst sich Abschnitt I des Multimedia-Ethikkodex.

 

Ausdrücklich – Abschnitt II des Kodex

Alles eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Alles eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Ausdruck, der: Wort, Bezeichnung, Terminus, Wendung

Text, Foto, Audio, Video. Gleichzeitig. Das ermöglicht das Internet. Die Vielfalt an Formaten scheint unbegrenzt. Wie jede Medaille hat aber auch die bunte Welt des WWW eine Kehrseite. Fälschung, Täuschung und unverständliche Sprache gehören zur Schauprägung. Während unliebsame Papierfotos oder gedruckte Zeitzeugen im Handumdrehen über den Jordan gehen können, bleibt im Netz, was einmal hochgeladen wurde. Damit Online-Journalisten nicht auf ihren eigenen medialen Spuren ausrutschen befasst sich mit den Mitteln und Wegen des journalistischen Ausdrucks Abschnitt II des Kodex.

 

Wetterhahn, Foto: Laurent Violette/Stockxchng

Wetterhahn, Foto: Laurent Violette/Stockxchng

Durch die Lupe, Foto: Cierpki/stockxchng

Durch die Lupe, Foto: Cierpki/stockxchng

Ausdrücklich – Abschnitt II des Multimedia-Ethikkodex

Alles eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Alles eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Ausdruck, der: Wort, Bezeichnung, Terminus, Wendung

Text, Foto, Audio, Video. Gleichzeitig. Das ermöglicht das Internet. Die Vielfalt an Formaten scheint unbegrenzt. Wie jede Medaille hat aber auch die bunte Welt des WWW eine Kehrseite. Fälschung, Täuschung und unverständliche Sprache gehören zur Schauprägung. Während unliebsame Papierfotos oder gedruckte Zeitzeugen im Handumdrehen über den Jordan gehen können, bleibt im Netz, was einmal hochgeladen wurde. Damit Online-Journalisten nicht auf ihren eigenen medialen Spuren ausrutschen befasst sich mit den Mitteln und Wegen des journalistischen Ausdrucks Abschnitt II des Multimedia-Ethikkodex.

 

Sicher ist sicher, Foto: Mirau/stockxchng

Sicher ist sicher, Foto: Mirau/stockxchng

Erfolgreich

Sicher ist sicher, Foto: mirau/stockxchng

Sicher ist sicher, Foto: mirau/stockxchng

Erfolg, der: positives Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.

„Vergiss sofort, wenn du keinen Erfolg hast. Aber vergiss nie, warum“, sagt der Werbeberater Karl Heinz Karius. Dabei ist das so eine Sache mit dem Erfolg. Wo fängt er an, wo hört er auf? Und wer entscheidet darüber? Wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, was der Leser, was der User will? Weil gründlich recherchierte, lesenswerte Geschichten ebenso wenig vom Himmel fallen wie meist geklickte Fotos und Videos, ist es für guten Online-Journalismus unerlässlich, dass seine Macher zugleich Kritiker und Kritisierte sind.

Abschnitt III des Kodex befasst sich näher mit den Themen Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle.

Erfolgreich – Abschnitt III des Multimedia-Ethikkodex

Erfolg! Quelle: andionline/sxu

Erfolg! Quelle: andionline/sxu

Erfolg, der: positives Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.

„Vergiss sofort, wenn du keinen Erfolg hast. Aber vergiss nie, warum“, sagt der Werbeberater Karl Heinz Karius. Dabei ist das so eine Sache mit dem Erfolg. Wo fängt er an, wo hört er auf? Und wer entscheidet darüber? Wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, was der Leser, was der User will? Weil gründlich recherchierte, lesenswerte Geschichten ebenso wenig vom Himmel fallen wie meist geklickte Fotos und Videos, ist es für guten Online-Journalismus unerlässlich, dass seine Macher zugleich Kritiker und Kritisierte sind. Deshalb befasst sich mit den Themen Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle Abschnitt III des Multimedia-Ethikkodex.

Netzwerken, Foto: laxmanpix/stockxchng

Netzwerken, Foto: laxmanpix/stockxchng

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Nützlich – Abschnitt IV des Multimedia-Ethikkodex

Was nutzt dem Nutzer? Foto: Stockxchng

Was nutzt dem Nutzer? Foto: Stockxchng

Nutzer, der: Jemand, der etwas nutzt

Der Leser einer Zeitung hat nach der Lektüre die Wahl: Besonders Lesenswertes ausschneiden oder alles direkt  in den Müll werfen. Vielleicht einen Leserbrief schreiben oder den Redakteur anrufen. Und darauf warten, was mit seinem Feedback passiert. Im WWW müssen Nutzer  genau das nicht. Dank Kommentarfunktionen, Foren und eigenen Blogs kann jeder jederzeit seine Meinung kundtun. Ziemlich unbequem? Mitnichten. Vielmehr eine große Chance für Online-Journalisten. Was im Umgang mit Beiträgen der Nutzer beachtet werden sollte und welche Besonderheiten es dabei gibt, beleuchtet Abschnitt IV des Multimedia-Ethikkodex.

 

Klare Trennung, Foto: nulus/stockxchng

Klare Trennung, Foto: nulus/stockxchng

Der Multimedia-Ethikkodex 2.0

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Tiefer graben, Foto: Karen55/stockxchng

Tiefer graben, Foto: Karen55/stockxchng

Der Multimedia-Ethikkodex 2.0

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Provokative Fragen zum Internet

Wer überwacht das World Wide Web? Basis-Demokratie oder Anarchie? Tausendmal kopiert – Wem gehört die Geschichte eigentlich? Das Internet vergisst nicht – und Journalisten? Online-Journalismus – Klickzahlen ersetzen die Blattkritik? Beleidigungen im Netz – Ist die Redaktion für seine Nutzer verantwortlich?

Nützlich

Was nutzt dem Nutzer? Foto: Stockxchng

Was nutzt dem Nutzer? Foto: Stockxchng

Nutzer, der: Jemand, der etwas nutzt

Der Leser einer Zeitung hat nach der Lektüre die Wahl: Besonders Lesenswertes ausschneiden oder alles direkt  in den Müll werfen. Vielleicht einen Leserbrief schreiben oder den Redakteur anrufen. Und darauf warten, was mit seinem Feedback passiert. Im WWW müssen Nutzer  genau das nicht. Dank Kommentarfunktionen, Foren und eigenen Blogs kann jeder jederzeit seine Meinung kundtun. Ziemlich unbequem? Mitnichten. Vielmehr eine große Chance für Online-Journalisten. Was im Umgang mit Beiträgen der Nutzer beachtet werden sollte und welche Besonderheiten es dabei gibt, beleuchtet Abschnitt IV des Kodex.

 

Was nutzt dem Nutzer? Foto: Stockxchng

Was nutzt dem Nutzer? Foto: Stockxchng

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Die Nutzer kennen, Foto: lusi/stockxchng

Die Nutzer kennen, Foto: lusi/stockxchng

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Der Multimedia-Ethikkodex 2.0

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

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Turkey hamburger pancetta shank. Boudin kielbasa pancetta, bresaola shoulder ham fatback ball tip tail chuck pork chop tongue shankle rump. Rump cow bacon tongue. Strip steak ball tip jowl turducken jerky. Ham tail flank, turducken andouille salami pig chuck sirloin. Pork ham hock pig turducken. Ham hock pork loin beef ribs shoulder tenderloin andouille.

Tri-tip jerky turducken beef shank hamburger, salami frankfurter pancetta. Prosciutto brisket shank, meatloaf shankle kielbasa pancetta strip steak. Ham hock hamburger drumstick sirloin turkey pork chop, venison tail tri-tip bresaola short ribs beef filet mignon flank. Chicken beef turkey short loin capicola tenderloin. Ball tip t-bone spare ribs, kielbasa sirloin meatloaf salami tail frankfurter pastrami hamburger ham shankle. Drumstick ham pancetta, beef ribs jowl shank kielbasa fatback brisket prosciutto. Kielbasa jerky jowl swine, bresaola hamburger fatback short ribs.

Ham hock salami andouille, venison sausage brisket short ribs pancetta cow leberkäse drumstick. Pork belly cow jerky, fatback ham turkey strip steak brisket tongue jowl drumstick chuck ground round. Fatback boudin drumstick brisket swine, pork loin cow pastrami leberkäse ham short ribs meatball frankfurter. Frankfurter brisket chicken swine, ribeye shank hamburger corned beef shoulder bresaola. Cow pancetta venison andouille, corned beef drumstick t-bone sirloin meatball bacon. Tri-tip ground round t-bone, sirloin chicken drumstick beef turkey. Ground round andouille corned beef, pastrami capicola pork belly ball tip brisket frankfurter beef salami chicken beef ribs.

Prosciutto flank bresaola, leberkäse tri-tip pork loin bacon pancetta frankfurter tenderloin shoulder fatback ball tip t-bone. Ribeye venison prosciutto, pork loin rump beef ribs leberkäse hamburger jowl spare ribs meatloaf turkey short ribs pork kielbasa. Corned beef bacon frankfurter beef ribs ground round kielbasa shoulder tri-tip. Kielbasa turkey spare ribs ham hock, shank t-bone drumstick tri-tip pork chop. Tail chicken salami andouille. Pig pork belly pork loin salami beef ribs ball tip leberkäse pork shankle beef pancetta frankfurter. Prosciutto swine shankle, tail biltong tenderloin pork loin.

Tri-tip tenderloin beef ribs, jerky beef t-bone short loin ham pancetta ball tip rump sirloin shankle strip steak. Prosciutto ham salami, sirloin short loin hamburger andouille turkey jerky sausage. Venison chicken pork chop, shank meatloaf bacon corned beef salami. Fatback shankle turkey filet mignon, ham hock drumstick tongue sirloin biltong ball tip pastrami prosciutto short loin. Boudin turducken t-bone sirloin beef ribs cow. Kielbasa shank ham, brisket beef cow shankle flank filet mignon short loin chuck. Ham spare ribs boudin frankfurter, drumstick pork chop sausage pig jowl shankle venison pastrami.

Grundsätzliches

Fundament, Foto: Gabriel Robledo/Stockxchng

Fundament, Foto: Gabriel Robledo/Stockxchng

Grundsatz, der: allgemeingültiges Prinzip, das einer Sache zugrunde liegt, nach dem sie ausgerichtet ist, das sie kennzeichnet; Grundprinzip

Beim Sport ist Fairness ein Grundsatz. Wer sich etwa beim Fußball nicht an die Spielregeln hält, sieht erst gelb, dann rot und muss vom Platz. Und im Netz? Kann da jeder alles sagen, schreiben, posten? Sollte ausgeschlossen werden, wer andere demütigt oder in seiner Ehre verletzt? Kaum möglich. Umso wichtiger ist, dass sich Online-Medienmacher ihrer Verantwortung bewusst sind, wenn sie wwweltweit veröffentlichen. Welche allgemeinen Grundsätze der Multimedia-Journalist beachten sollte, damit befasst sich Abschnitt I des Multimedia-Ethikkod.

 

Fundament, Foto: Gabriel Robledo/Stockxchng

Fundament, Foto: Gabriel Robledo/Stockxchng

Sicher ist sicher, Foto: mirau/stockxchng

Sicher ist sicher, Foto: mirau/stockxchng

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Hintere Reihe v.l.: Maja Sommerhalder, Rabea Huber, Simone Kral, (Gast), Vera Eckert, Michael Schuler, Nikolaus Koller, Vordere Reihe v.l.: Thomas Haas, Anja Köhler, Manuel Rothmund, Jessica Francis, Anja Petersen, Maike Steuer, Foto: LSoM 2011

Man nehme Journalisten und Kommunikationsverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und schicke sie einmal im Monat auf Reisen. An der School of Media in Leipzig, an der Akademie für Publizistik in Hamburg, am Journalistenkuratorium in Salzburg und und am maz – die Schweizer Journalistenschule in Luzern referieren Dozenten und Praktiker von Neuem, Altbekanntem und schon längst Vergessenem. Nach den ersten beiden Wochenenden sind alle Sprachbarrieren überwunden und die Studenten des Masterprogramms “New Media Journalism” entwickeln die Fähigkeit, Phänomene der Neuen Medien einzuordnen, weiterzuentwickeln und zurück im Berufsalltag umzusetzen.

Im Rahmen dieses Studiums entstand auch der Multimedia-Ethik-Kodex – ein Leitfaden zum Arbeiten in Multimedia-Redaktionen. Denn in kaum einem Gebiet ist die Kluft zwischen Theorie und Praxis so gross. Theoretiker kritisieren Entscheidungen der praktizierenden Kollegen in den Redaktionen, werfen ihnen Quotenjournalismus vor – Praktiker schimpfen die forschenden Theoretiker weltfremd, ihre Theorien überholt. NMJ hilft, eine Brücke über die Theorie-Praxis-Kluft zu bauen, interpretiert die Forschungsfelder mit Praxisblick neu – und schafft zeitgemässe Leitplanken für den Berufsalltag in Multimedia-Redaktionen.

Grafik: ilco/ sxu

Der Multimedia-Ethikkodex 2.0

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Provokative Fragen zum Internet

Wer überwacht das World Wide Web? Basis-Demokratie oder Anarchie? Tausendmal kopiert – Wem gehört die Geschichte eigentlich? Das Internet vergisst nicht – und Journalisten? Online-Journalismus – Klickzahlen ersetzen die Blattkritik? Beleidigungen im Netz – Ist die Redaktion für seine Nutzer verantwortlich?

Wer überwacht das World Wide Web? Basis-Demokratie oder Anarchie?

Tausendmal kopiert – Wem gehört die Geschichte eigentlich?

Das Internet vergisst nicht – und Journalisten?

Online-Journalismus – Klickzahlen ersetzen die Blattkritik?

Beleidigungen im Netz – Ist die Redaktion für seine Nutzer verantwortlich?

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.

Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

 

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Artikel 1: Richtigkeit

Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2: Fairness; Unabhängigkeit

(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3: Prüfung

(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4: Quellen

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5: Kommentar und Glosse

Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6: Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität

Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

Artikel 15: Kommentare und Foren

(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.

(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.

(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.

(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.

(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16: Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer

(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.

(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

Bild.de Eva Braun

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

1.1. Be first and be right and be clean

Der Multimediajournalist informiert wahr und sachlich richtig; falls Fehler passieren, müssen diese so schnell als möglich korrigiert werden. Der Multimediajournalist berichtet clean im Sinne von fair, angemessen und massvoll und wahrt dabei immer die Grenzen der Menschenwürde. Er veröffentlicht keine Informationen aus Quellen, die dem Journalisten oder der Redaktion nicht bekannt sind, und keine sachlich nicht gerechtfertigten Informationen; die Glaubwürdigkeit eines Mediums muss gepflegt werden. Der Multimediajournalist respektiert die Privatsphäre einzelner Personen und bedient sich zur Informationsgewinnung keiner unlauteren Methoden.

1.2. “Think Twice” Prinzip

Trotz Zeitdruck müssen Informationen geprüft und nötigenfalls zurückgehalten werden, bis eine Prüfung erfolgt ist. Der Multimediajournalist verpflichtet sich im Mindesten einer Prüfung der Information vor sich selber, bevor er die Information veröffentlicht. Bereits Veröffentlichtes kontrolliert er laufend, es gilt nach wie vor das Vieraugen-Prinzip.

1.3. Kein Copy-Paste-Journalismus

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und erstellt kein Plagiat. Quellen werden zitiert und gegebenenfalls um Erlaubnis gebeten. Multimediajournalisten verpflichten sich den geltenden Qualitätsstandards; sie pflegen die Sprache.

1.4. Trennung Information und Meinung

Kommentare sind von Berichten klar zu trennen und als solche erkennbar zu machen.

2.1 Recherchemittel

Neue Medien als Recherchemittel bedürfen einer eingehenden Prüfung. Die Quelle muss ersichtlich sein. Der Multimediajournalist hinterfragt Recherche-Informationen aus dem Netz hinsichtlich der Absicht der informierenden Quelle; der Multimediajournalist begegnet Informationen aus dem Netz mit grundsätzlichem Misstrauen.

2.2 Datenschutz

Der Multimediajournalist hält sich an die Gesetze des Urheberrechts. Um seine Quellen zu schützen, prüft er jede Eintragung von persönlichen Informationen in ein CMS auf ihre Erfordernis. Er nimmt eine Güterabwägung vor zwischen Archivierung und Quellenschutz.

3.1. Foto/Audio/Video

Der Multimediajournalist setzt ergänzende Fotos, Töne, Videos sensibel ein. Die technischen Möglichkeiten der neuen Medien und die damit verbundene grössere Suggestivkraft der Inhalte setzen den bewussten Einsatz dieser ergänzenden oder für sich stehenden Darstellungsformen voraus. Der Multimediajournalist ist sich der möglichen verfälschenden Wirkung bewusst und vermeidet diese.

3.2. Text/Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf adäquate Sprache und Formulierung, wenn er veröffentlicht – ob privat oder beruflich – und vermeidet jegliche öffentliche Äusserungen, die dem Image des einzelnen Journalisten und damit indirekt auch seinem Arbeitgeber schaden können. Der Multimediajournalist ist sich seiner Rolle auch im Privatleben bewusst.

Der Multimediajournalist achtet auf Search Engine Optimierung, allerdings innerhalb ethischer Grenzen: So soll der User nicht getäuscht oder irregeführt werden, Sprache und Inhalt müssen wahr bleiben.

3.3. Blogs/Soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftspolitischen Rolle im Internet auch als Privatperson bewusst. Er legt seine Verbindungen und beruflichen Verpflichtungen offen und macht klar, ob Veröffentlichungen im Namen des Arbeitgebers oder als Privatperson erfolgen. Er bemüht sich auch im privaten Rahmen um eine sachliche Sprache. Der Multimediajournalist verbreitet keine Gerüchte, besondere Vorsicht ist bei Tweets geboten. Retweets sind nur nach Überprüfung der Quelle durch eine unabhängige und seriöse zweite Quelle zulässig. Blogs sind öffentlich und nicht privat, dessen ist sich der Multimediajournalist bewusst. Soziale Netzwerke gelten bei besonders vorsichtigem Umgang und sparsamer Zugänglichmachung als privat.

3.4. Internationalität

Besondere Vorsicht ist bei Berichten über fremde Kulturen und Religionen geboten. Der Multimediajournalist trägt kulturellen Unterschieden mit grosser Sensibilität Rechnung und ist sich der erweiterten Eskalationsmöglichkeiten durch die Internationalität des Internets bewusst.

Der Multimediajournalist trennt kommerzielle und redaktionelle Inhalte klar voneinander. Werbung kennzeichnet er als solche. Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren.

Der Multimediajournalist verpflichtet sich, Meldungen, Berichte und Reportagen inhaltlich nicht kommerziellen Interessen anzupassen, sondern objektiv und sachlich zu bleiben. Bannerwerbungen dürfen einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweisen, jedoch redaktionelle Beiträge inhaltlich nicht beeinflussen. Werbung für ein multimediales Informationsprodukt ist zulässig. Der Multimediajournalist macht Publireportagen, PR-Artikel oder sonstige redaktionell aufgemachte bezahlte Inhalte grafisch klar erkennbar und kennzeichnet sie als solche. Es gilt der Grundsatz: Transparenz für den User.

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Hintere Reihe v.l.: Maja Sommerhalder, Rabea Huber, Simone Kral, (Gast), Vera Eckert, Michael Schuler, Nikolaus Koller, Vordere Reihe v.l.: Thomas Haas, Anja Köhler, Manuel Rothmund, Jessica Francis, Anja Petersen, Maike Steuer, Foto: LSoM 2011

Man nehme Journalisten und Kommunikationsverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und schicke sie einmal im Monat auf Reisen. An der School of Media in Leipzig, an der Akademie für Publizistik in Hamburg, am Journalistenkuratorium in Salzburg und und am maz – die Schweizer Journalistenschule in Luzern referieren Dozenten und Praktiker von Neuem, Altbekanntem und schon längst Vergessenem. Nach den ersten beiden Wochenenden sind alle Sprachbarrieren überwunden und die Studenten des Masterprogramms “New Media Journalism” entwickeln die Fähigkeit, Phänomene der Neuen Medien einzuordnen, weiterzuentwickeln und zurück im Berufsalltag umzusetzen.

Im Rahmen dieses Studiums entstand auch der Multimedia-Ethik-Kodex – ein Leitfaden zum Arbeiten in Multimedia-Redaktionen. Denn in kaum einem Gebiet ist die Kluft zwischen Theorie und Praxis so gross. Theoretiker kritisieren Entscheidungen der praktizierenden Kollegen in den Redaktionen, werfen ihnen Quotenjournalismus vor – Praktiker schimpfen die forschenden Theoretiker weltfremd, ihre Theorien überholt. NMJ hilft, eine Brücke über die Theorie-Praxis-Kluft zu bauen, interpretiert die Forschungsfelder mit Praxisblick neu – und schafft zeitgemässe Leitplanken für den Berufsalltag in Multimedia-Redaktionen.

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Wer überwacht das World Wide Web? Basis-Demokratie oder Anarchie?

Tausendmal kopiert – Wem gehört die Geschichte eigentlich?

Das Internet vergisst nicht – und Journalisten?

Online-Journalismus – Klickzahlen ersetzen die Blattkritik?

Beleidigungen im Netz – Ist die Redaktion für seine Nutzer verantwortlich?

Meinung sagen, Grafik: ilco/ sxu

Meinung sagen, Grafik: ilco/ sxu

1.1. Be first and be right and be clean

Der Multimediajournalist informiert wahr und sachlich richtig; falls Fehler passieren, müssen diese so schnell als möglich korrigiert werden. Der Multimediajournalist berichtet clean im Sinne von fair, angemessen und massvoll und wahrt dabei immer die Grenzen der Menschenwürde. Er veröffentlicht keine Informationen aus Quellen, die dem Journalisten oder der Redaktion nicht bekannt sind, und keine sachlich nicht gerechtfertigten Informationen; die Glaubwürdigkeit eines Mediums muss gepflegt werden. Der Multimediajournalist respektiert die Privatsphäre einzelner Personen und bedient sich zur Informationsgewinnung keiner unlauteren Methoden.

1.2. “Think Twice” Prinzip

Trotz Zeitdruck müssen Informationen geprüft und nötigenfalls zurückgehalten werden, bis eine Prüfung erfolgt ist. Der Multimediajournalist verpflichtet sich im Mindesten einer Prüfung der Information vor sich selber, bevor er die Information veröffentlicht. Bereits Veröffentlichtes kontrolliert er laufend, es gilt nach wie vor das Vieraugen-Prinzip.

1.3. Kein Copy-Paste-Journalismus

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und erstellt kein Plagiat. Quellen werden zitiert und gegebenenfalls um Erlaubnis gebeten. Multimediajournalisten verpflichten sich den geltenden Qualitätsstandards; sie pflegen die Sprache.

1.4. Trennung Information und Meinung

Kommentare sind von Berichten klar zu trennen und als solche erkennbar zu machen.

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1.1. Be first and be right and be clean

Der Multimediajournalist informiert wahr und sachlich richtig; falls Fehler passieren, müssen diese so schnell als möglich korrigiert werden. Der Multimediajournalist berichtet clean im Sinne von fair, angemessen und massvoll und wahrt dabei immer die Grenzen der Menschenwürde. Er veröffentlicht keine Informationen aus Quellen, die dem Journalisten oder der Redaktion nicht bekannt sind, und keine sachlich nicht gerechtfertigten Informationen; die Glaubwürdigkeit eines Mediums muss gepflegt werden. Der Multimediajournalist respektiert die Privatsphäre einzelner Personen und bedient sich zur Informationsgewinnung keiner unlauteren Methoden.

1.2. “Think Twice” Prinzip

Trotz Zeitdruck müssen Informationen geprüft und nötigenfalls zurückgehalten werden, bis eine Prüfung erfolgt ist. Der Multimediajournalist verpflichtet sich im Mindesten einer Prüfung der Information vor sich selber, bevor er die Information veröffentlicht. Bereits Veröffentlichtes kontrolliert er laufend, es gilt nach wie vor das Vieraugen-Prinzip.

1.3. Kein Copy-Paste-Journalismus

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und erstellt kein Plagiat. Quellen werden zitiert und gegebenenfalls um Erlaubnis gebeten. Multimediajournalisten verpflichten sich den geltenden Qualitätsstandards; sie pflegen die Sprache.

1.4. Trennung Information und Meinung

Kommentare sind von Berichten klar zu trennen und als solche erkennbar zu machen.

1.1. Be first and be right and be clean

Der Multimediajournalist informiert wahr und sachlich richtig; falls Fehler passieren, müssen diese so schnell als möglich korrigiert werden. Der Multimediajournalist berichtet clean im Sinne von fair, angemessen und massvoll und wahrt dabei immer die Grenzen der Menschenwürde. Er veröffentlicht keine Informationen aus Quellen, die dem Journalisten oder der Redaktion nicht bekannt sind, und keine sachlich nicht gerechtfertigten Informationen; die Glaubwürdigkeit eines Mediums muss gepflegt werden. Der Multimediajournalist respektiert die Privatsphäre einzelner Personen und bedient sich zur Informationsgewinnung keiner unlauteren Methoden.

1.2. “Think Twice” Prinzip

Trotz Zeitdruck müssen Informationen geprüft und nötigenfalls zurückgehalten werden, bis eine Prüfung erfolgt ist. Der Multimediajournalist verpflichtet sich im Mindesten einer Prüfung der Information vor sich selber, bevor er die Information veröffentlicht. Bereits Veröffentlichtes kontrolliert er laufend, es gilt nach wie vor das Vieraugen-Prinzip.

1.3. Kein Copy-Paste-Journalismus

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und erstellt kein Plagiat. Quellen werden zitiert und gegebenenfalls um Erlaubnis gebeten. Multimediajournalisten verpflichten sich den geltenden Qualitätsstandards; sie pflegen die Sprache.

1.4. Trennung Information und Meinung

Kommentare sind von Berichten klar zu trennen und als solche erkennbar zu machen.

Boudin t-bone short ribs, turkey ball tip drumstick brisket jerky turducken biltong beef ribs tri-tip. Jerky cow brisket prosciutto shank. Pig flank chuck ball tip, sirloin boudin shoulder. Pastrami strip steak beef ribs, biltong chicken bacon pork loin swine meatball boudin short ribs pork belly brisket. Kielbasa strip steak swine, frankfurter ball tip pork ground round pig beef short loin shoulder corned beef brisket bacon. Chicken sirloin chuck tri-tip. Ground round short loin salami, pork belly bacon short ribs tongue.

Bresaola tri-tip pastrami, shankle kielbasa leberkase tenderloin short loin jerky spare ribs. Shoulder prosciutto pork chop tri-tip, beef ribs turducken shank corned beef salami. Fatback drumstick rump prosciutto turducken, beef ribs meatloaf frankfurter pork t-bone sausage ham corned beef. Hamburger t-bone chuck pig. Chuck ham beef ribs, brisket tri-tip ball tip pastrami ham hock capicola drumstick short ribs leberkase pancetta jerky turkey. Pig tenderloin meatball beef ribs biltong bresaola. Bresaola jerky bacon, prosciutto turducken fatback capicola biltong beef swine tail hamburger shoulder.

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Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung “20 minutes” über einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker (Mitglied des Genfer Stadtparlaments). Laut dem Bericht hatte der Betroffene via einer Gay-Website Avancen gegenüber einem 15- jährigen Jugendlichen gemacht. Hinter dem angeblichen Jugendlichen steckte ein verdeckt recherchierender Mitarbeiter von “20 minutes”. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Lehrer aufgrund eines gegen ihn laufenden Administrativverfahrens suspendiert. “20 minutes” illustrierte den Artikel mit einem Screenshot der Website, der einen Auszug auf dem geführten Chat und ein gepixeltes Foto des Lehrers/Politikers zeigt. Beim Presserat ging eine Beschwerde gegen diese Recherchemethode ein. Zu recht?

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ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

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Eine Jugendliche aus Österreich ist in einem Spital, aus bis jetzt noch unklaren Umständen gestorben. Die Zeitung “heute“ hat über diese Geschichte berichtet. Dazu verwendete die Zeitung in ihrer Printausgabe ein Privatfoto aus dem Internet. Dieses wurde jedoch nach dem Tod der Jugendlichen von der Homepage gelöscht und die Verwandten wurden nicht um Erlaubnis gefragt, dieses Foto zu drucken.

Die mittlerweile verstorbene Jugendliche hat zu Lebzeiten angegeben, das Opfer von Vergewaltigungen zu sein. Die Berichterstattung über die zum momentanen Zeitpunkt, noch unklaren Umstände des Todes der Jugendlichen, in einem oberösterreichischen Spital stiess auf grosses öffentliches Interesse. Es ist legitim, die Allgemeinheit über neu Entwicklungen in diesem tragischen Fall zu unterrichten und das Verhalten der behandelnden Ärzten durch einen Hinweis auf ein Gutachten kritisch in Frage zu stellen. Berichte über mögliche Missstände im Spitalwesen tragen zu einer Debatte von öffentlichem Interesse bei.

Das beigefügte Bild wurde jedoch stark kritisiert. Es ist ein privates Foto, auf dem die Jugendliche mit ihrem Hund abgebildet ist. Die Zeitung “heute“ hatte es von einer Homepage für Hundezucht kopiert. Dort wurde das Bild kurz nach dem Tod der Jugendlichen gelöscht. Trotzdem wurde es in der Zeitung abgedruckt. Die Zeitung hatte die Eltern nicht um Erlaubnis gefragt, ob dieses Foto abgedruckt werden darf.

HIER DEN FALL EINGEBEN. Wenn fertig –> auf HTML Modus umschalten (rechts neben dem Visuell-Button) und folgendes Script am Ende des Textes einfügen
<div><a onclick=”return tricker(’1′)” href=”javascript:void(0)”> <img src=”http://www.multimedia-ethik.net/wp-content/uploads/loesung_anzeigen.png” alt=”" /></a></div>
<div id=”1″ style=”display: none;”>HIER STEHT EURE LÖSUNG</div>
<script type=”text/javascript”>// <![CDATA[
function tricker(a){  var e=document.getElementById(a);   if(!e)return true;   if(e.style.display=="none"){     e.style.display="block"   } else {     e.style.display="none"   }   return true; }
// ]]></script>

Wenn ihr danach wieder in “Visuell” umschaltet, müsste der “Lösung anzeigen”-Button sichtbar sein.

 

Eine Internet-Zeitung stellte im Jahr 2002 eine Webcam in der Wohnung eines Mitarbeiters auf, die auf eine Kreuzung gerichtet war. Die kontinuierlich wechselnden Bilder dieser Webcam wurden in Briefmarkengröße auf der Hauptseite des Portals der Internet-Zeitung abgebildet. Die Wohnung der Beschwerdeführerin befindet sich an der Kreuzung, die von der Webcam aufgenommen wird. Sie beanstandet, dass durch die Veröffentlichung der Bilder jeder sehen könne, wann sie ihre Wohnung verlasse und wann sie wiederkomme. Wenn die Fenster beleuchtet seien, könne jeder sehen, wer sich im Fensterbereich aufhalte.

Zwar könne man anhand der Bilder fremde Personen nur schwer erkennen, vertraute Personen seien jedoch unschwer auszumachen. Daher könne jeder, der wisse, dass die Beschwerdeführerin dort wohne, sie jederzeit kontrollieren. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass jemand mit dieser Kamera die Fenster optisch heranhole und weiter in die Wohnung schauen könne. Die Beschwerdeführerin fühlt sich beobachtet und dadurch in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Als lokaler Herausgeber der Internet-Zeitung, so der Beschwerdegegner, versorge die Internet-Zeitung seine Leser nicht nur mit aktuellen Berichten, sondern ebenfalls mit multimedialen Objekten wie Bildern, Bildsequenzen, Live-Streams und auch den wechselnden Bildern der betreffenden Webcam.

Diese Webcam-Aufnahmen seien nach Ansicht des Beschwerdegegners von allgemeinem Interesse. Außerdem merkt die Redaktion an, dass bei diesen Bildern selbst mit Mitteln der Bildbearbeitung keine Personen identifizierbar seien und dieses Bild auch nicht zur Überwachung eingesetzt werden könne. Zudem widerspreche die Nutzung ihres Erachtens nicht den datenschutzrechtlichen Bestimmungen, da die Kamera weder steuerbar sei, noch eine Aufzeichnung der Daten stattfinde. Die Redaktion habe keinen Verstoß gegen den Pressekodex ausmachen können. Dennoch habe sie schon vor Monaten auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin reagiert und die Webcam von dem dortigen Platz entfernt.

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Rüdiger Funiok SJ, Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenpädagogik, Hochschule für Philosophie München:

Rüdiger Funiok, Foto: privat

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„Der Kodex ist für mich eine differenzierte ethische Orientierungshilfe für alle im Netz Tätigen. Er koppelt die Tätigkeit der User an der gewachsenen Professionalität und reflektierten Berufspraxis der Journalisten an. Ich wünsche diesem notwendigen und wichtigen Text eine große Verbreitung.

Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag er auf die veränderten Arbeitsmittel, die neuartigen Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistisch und PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

Rüdiger Funiok, Foto: privat

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Prof. Dr. Rüdiger Funiok SJ, Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenpädagogik, Hochschule für Philosophie München

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag er auf die veränderten Arbeitsmittel, die neuartigen Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistisch und PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Annette Hillebrand, Direktorin, Akademie für Publizistik, Hamburg:

Annette Hillebrand, Foto: privat

Annette Hillebrand, Foto: privat

„Wer multimedial arbeitet, braucht mehr als die derzeit vorhandenen Kodizes. Stichworte zur Besonderheit multimedialen Arbeitens mögen hier genügen: Schnelligkeit des Mediums, hohe Emotionalität durch den Einsatz von Tönen und Bildern, Vielfalt der Genres, grenzenlose und weltweite Verfügbarkeit der Inhalte.
Daher halte ich einen Multimedia-Ethikkodex für richtig und wichtig – und wünsche ihm, dass er wahrgenommen, diskutiert und weiterentwickelt wird.“

Annette Hillebrand, Foto: privat

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Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Rüdiger Funiok SJ, Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenpädagogik, Hochschule für Philosophie München:

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„Der Kodex ist für mich eine differenzierte ethische Orientierungshilfe für alle im Netz Tätigen. Er koppelt die Tätigkeit der User an der gewachsenen Professionalität und reflektierten Berufspraxis der Journalisten an. Ich wünsche diesem notwendigen und wichtigen Text eine große Verbreitung.

Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag er auf die veränderten Arbeitsmittel, die neuartigen Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistisch und PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Rüdiger Funiok SJ, Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenpädagogik, Hochschule für Philosophie München:

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„Der Kodex ist für mich eine differenzierte ethische Orientierungshilfe für alle im Netz Tätigen. Er koppelt die Tätigkeit der User an der gewachsenen Professionalität und reflektierten Berufspraxis der Journalisten an. Ich wünsche diesem notwendigen und wichtigen Text eine große Verbreitung.

Beide Gruppen sollten sich an dem Kodex orientieren. Die älteren Journalisten vermag sie aufdie veränderten Arbeitsmittel, die neuartige Recherchemöglichkeiten und die dabei wichtigen alten und neuen Qualitätskriterien aufmerksam zu machen. Den Jüngeren, die (aufgrund ihrer prekären Situation beim Berufseinstieg) oft journalistische und für PR-tätig sind, geben die Art 11 ff. eine realistische wie zu ethischer Reflexion anregende Orientierung. Neu – im Vergleich zu den bisherigen journalistischen Ethikkodizes – und gelungen scheinen mir Art 12 (3) und Art 14 (3). Von den Usern werden wohl vor allem Art 14 und 15 zu beachten sein und eine lebhafte Diskussion hervorrufen.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Annette Hillebrand, Direktorin, Akademie für Publizistik, Hamburg:

Annette Hillebrand, Foto: privat

Annette Hillebrand, Foto: privat

„Wer multimedial arbeitet, braucht mehr als die derzeit vorhandenen Kodizes. Stichworte zur Besonderheit multimedialen Arbeitens mögen hier genügen: Schnelligkeit des Mediums, hohe Emotionalität durch den Einsatz von Tönen und Bildern, Vielfalt der Genres, grenzenlose und weltweite Verfügbarkeit der Inhalte.
Daher halte ich einen Multimedia-Ethikkodex für richtig und wichtig – und wünsche ihm, dass er wahrgenommen, diskutiert und weiterentwickelt wird.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Annette Hillebrand, Direktorin, Akademie für Publizistik, Hamburg:

Annette Hillebrand, Foto: privat

Annette Hillebrand, Foto: privat

„Wer multimedial arbeitet, braucht mehr als die derzeit vorhandenen Kodizes. Stichworte zur Besonderheit multimedialen Arbeitens mögen hier genügen: Schnelligkeit des Mediums, hohe Emotionalität durch den Einsatz von Tönen und Bildern, Vielfalt der Genres, grenzenlose und weltweite Verfügbarkeit der Inhalte.
Daher halte ich einen Multimedia-Ethikkodex für richtig und wichtig – und wünsche ihm, dass er wahrgenommen, diskutiert und weiterentwickelt wird.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.

z.B. 3.2 (…)*

z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*diese Anmerkung wurde entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde und diesen Teil nicht mehr enthält

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

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„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.

z.B. 3.2 (…)*

z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*diese Anmerkung wurde entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde und diesen Teil nicht mehr enthält

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Volker Lilienthal, Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus, Universität Hamburg:

Volker Lilienthal, Bild: privat

Volker Lilienthal, Bild: privat

„Der Multimedia-Ethikkodex 2012 ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem verantwortlichen Online-Journalismus. Ohne die sonstigen Regelwerke für berufsethisches Verhalten ignorieren oder aufheben zu wollen, beschreibt dieser Kodex die besonderen Anforderungen journalistischen Handelns und Publizierens im Internet und zeigt Lösungen für Problemfälle auf.
Das ist besonders wichtig, weil eine Veröffentlichung im Web quasi in Echtzeit um den Globus rast und nicht mehr rückholbar ist, sollte sie sich als falsch oder gar gefährlich für eine betroffene Person herausstellen. Aus dieser Grundtatsache resultiert die besondere Verantwortung von Online-Journalisten. Der Multimedia-Ethikkodex kann helfen, sie wahrzunehmen. Meilenstein – siehe oben – bedeutet aber auch, dass das Regelwerk beständig fortgeschrieben werden muss. Denn nichts verändert sich so schnell wie die Internetkommunikation – von der der Online-Journalismus nur ein Element unter vielen anderen ist.“

Volker Lilienthal, Bild: privat

Volker Lilienthal, Bild: privat

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Volker Lilienthal, Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus, Universität Hamburg:

Volker Lilienthal, Bild: privat

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„Der Multimedia-Ethikkodex 2012 ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem verantwortlichen Online-Journalismus. Ohne die sonstigen Regelwerke für berufsethisches Verhalten ignorieren oder aufheben zu wollen, beschreibt dieser Kodex die besonderen Anforderungen journalistischen Handelns und Publizierens im Internet und zeigt Lösungen für Problemfälle auf.
Das ist besonders wichtig, weil eine Veröffentlichung im Web quasi in Echtzeit um den Globus rast und nicht mehr rückholbar ist, sollte sie sich als falsch oder gar gefährlich für eine betroffene Person herausstellen. Aus dieser Grundtatsache resultiert die besondere Verantwortung von Online-Journalisten. Der Multimedia-Ethikkodex kann helfen, sie wahrzunehmen. Meilenstein – siehe oben – bedeutet aber auch, dass das Regelwerk beständig fortgeschrieben werden muss. Denn nichts verändert sich so schnell wie die Internetkommunikation – von der der Online-Journalismus nur ein Element unter vielen anderen ist.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Volker Lilienthal, Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus, Universität Hamburg:

Volker Lilienthal, Bild: privat

Volker Lilienthal, Bild: privat

„Der Multimedia-Ethikkodex 2012 ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem verantwortlichen Online-Journalismus. Ohne die sonstigen Regelwerke für berufsethisches Verhalten ignorieren oder aufheben zu wollen, beschreibt dieser Kodex die besonderen Anforderungen journalistischen Handelns und Publizierens im Internet und zeigt Lösungen für Problemfälle auf.
Das ist besonders wichtig, weil eine Veröffentlichung im Web quasi in Echtzeit um den Globus rast und nicht mehr rückholbar ist, sollte sie sich als falsch oder gar gefährlich für eine betroffene Person herausstellen. Aus dieser Grundtatsache resultiert die besondere Verantwortung von Online-Journalisten. Der Multimedia-Ethikkodex kann helfen, sie wahrzunehmen. Meilenstein – siehe oben – bedeutet aber auch, dass das Regelwerk beständig fortgeschrieben werden muss. Denn nichts verändert sich so schnell wie die Internetkommunikation – von der der Online-Journalismus nur ein Element unter vielen anderen ist.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Elisabeth Wasserbauer, Geschäftsführerin, Kuratorium für Journalistenausbildung, Österreichische Medienakademie, Salzburg:

Elisabeth Wasserbauer, Foto: privat

Elisabeth Wasserbauer, Foto: privat

„Journalismus ist demokratiepolitisch systemrelevant und muss sich doch täglich neu beweisen. Und das ist gut so. Damit Leser, User, Seher und Hörer sich auf ihn verlassen können und Gesetzgeber nicht die Kontrolle übernehmen, muss Journalismus sich selbst zu Qualität und Verantwortung verpflichten. Online muss er sogar noch strenger mit sich sein, denn das Gerücht und die Selbstdarstellung stehen gleich nebenan.
Der Multimedia-Ethikkodex geht weiter als die bekannten Kodizes. Er nimmt neue Entwicklungen mit auf und gibt eine Richtung vor. Damit gibt er Orientierung für Situationen, die es vor wenigen Jahren noch nicht gegeben hat. Er nimmt einzelnen Journalistinnen und Journalisten nicht die Verantwortung ab, hilft aber den Fokus zu schärfen und klarer Entscheidungen zu treffen, wenn’s brennt.
Ich wünsche mir, dass der Multimedia-Ethikkodex ein Journalismus-Kodex wird. Ein verbindliches Siegel, so wie wir es heute von Fair Trade oder Bio kennen. Denn wo Journalismus draufsteht, muss geprüfter, verantwortungsvoll produzierter Inhalt drin sein.“

Elisabeth Wasserbauer, Foto: privat

Elisabeth Wasserbauer, Foto: privat

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Elisabeth Wasserbauer, Foto: privat

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„Journalismus ist demokratiepolitisch systemrelevant und muss sich doch täglich neu beweisen. Und das ist gut so. Damit Leser, User, Seher und Hörer sich auf ihn verlassen können und Gesetzgeber nicht die Kontrolle übernehmen, muss Journalismus sich selbst zu Qualität und Verantwortung verpflichten. Online muss er sogar noch strenger mit sich sein, denn das Gerücht und die Selbstdarstellung stehen gleich nebenan.
Der Multimedia-Ethikkodex geht weiter als die bekannten Kodizes. Er nimmt neue Entwicklungen mit auf und gibt eine Richtung vor. Damit gibt er Orientierung für Situationen, die es vor wenigen Jahren noch nicht gegeben hat. Er nimmt einzelnen Journalistinnen und Journalisten nicht die Verantwortung ab, hilft aber den Fokus zu schärfen und klarer Entscheidungen zu treffen, wenn’s brennt.
Ich wünsche mir, dass der Multimedia-Ethikkodex ein Journalismus-Kodex wird. Ein verbindliches Siegel, so wie wir es heute von Fair Trade oder Bio kennen. Denn wo Journalismus draufsteht, muss geprüfter, verantwortungsvoll produzierter Inhalt drin sein.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Elisabeth Wasserbauer, Geschäftsführerin, Kuratorium für Journalistenausbildung, Österreichische Medienakademie, Salzburg:

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„Journalismus ist demokratiepolitisch systemrelevant und muss sich doch täglich neu beweisen. Und das ist gut so. Damit Leser, User, Seher und Hörer sich auf ihn verlassen können und Gesetzgeber nicht die Kontrolle übernehmen, muss Journalismus sich selbst zu Qualität und Verantwortung verpflichten. Online muss er sogar noch strenger mit sich sein, denn das Gerücht und die Selbstdarstellung stehen gleich nebenan.
Der Multimedia-Ethikkodex geht weiter als die bekannten Kodizes. Er nimmt neue Entwicklungen mit auf und gibt eine Richtung vor. Damit gibt er Orientierung für Situationen, die es vor wenigen Jahren noch nicht gegeben hat. Er nimmt einzelnen Journalistinnen und Journalisten nicht die Verantwortung ab, hilft aber den Fokus zu schärfen und klarer Entscheidungen zu treffen, wenn’s brennt.
Ich wünsche mir, dass der Multimedia-Ethikkodex ein Journalismus-Kodex wird. Ein verbindliches Siegel, so wie wir es heute von Fair Trade oder Bio kennen. Denn wo Journalismus draufsteht, muss geprüfter, verantwortungsvoll produzierter Inhalt drin sein.“

schweiz-fahne-001-rechteckig-020x20-flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.deJan Derrer, Videoreporter und Multimediajournalist, Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, Schweiz:
„Der neue Multimedia-Ethikkodex ist ist viel zu detailliert. Im Arbeitsalltag braucht es einen Kodex, der knapp und übersichtlich ist. Gutes Beispiel: http://ratgeber.presserat.ch. Gibts auch als App.
Egal, welche Art von Journalismus, also Print, Multimedia usw.: Der Kodex ist immer der gleiche. Einen eigenen „Multimedia Kodex“ zu erstellen, ist nicht nötig. Die Fragen, die Soziale Medien betreffen, können auch in den allgemeinen Kodex eingebaut werden. Denn auch Print-Journalisten nutzen z.B. Twitter für die Recherche. Weniger ist mehr, klare Grundsätze.
Damit die Qualität gesichert ist, sollte man sich an diesem Kodex orientieren.“

Daniel Meier, Foto: privat

Daniel Meier, Foto: privat

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

Daniel Meier, Foto: privat

„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

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„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

schweiz-fahne-001-rechteckig-020x20-flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Sylvia Egli von Matt, Direktorin, maz – Die Schweizer Journalistenschule, Luzern:

Sylvia Egli von Matt, Foto: privat

Sylvia Egli von Matt, Foto: privat

„Leitsätze sind wichtig, weil das Produktionstempo im Online-/Multimediabereich weiter zugenommen hat und dadurch der Sorgfalt nicht immer Genüge getan wird. Zudem ist es von Bedeutung zu unterstreichen, dass es neben dem technischen Know-how auch Ethik und Sachwissen braucht. Denn es geht um Glaubwürdigkeit. Nur wer die Glaubwürdigkeit auch in der Multimedia-Welt aufbauen kann, wird ernst genommen und eine Zukunft haben. Aus diesem Grund sollten die bestehenden Journalistenkodizes um die speziellen Regeln für die Multimedia-Aktivitäten ergänzt werden.“

Sylvia Egli von Matt, Foto: privat

Sylviav Egli von Matt, Foto: privat

schweiz-fahne-001-rechteckig-020x20-flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Sylvia Egli von Matt, Direktorin, maz – Die Schweizer Journalistenschule, Luzern:

Sylvia Egli von Matt, Foto: privat

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„Leitsätze sind wichtig, weil das Produktionstempo im Online-/Multimediabereich weiter zugenommen hat und dadurch der Sorgfalt nicht immer Genüge getan wird. Zudem ist es von Bedeutung zu unterstreichen, dass es neben dem technischen Know-how auch Ethik und Sachwissen braucht. Denn es geht um Glaubwürdigkeit. Nur wer die Glaubwürdigkeit auch in der Multimedia-Welt aufbauen kann, wird ernst genommen und eine Zukunft haben. Aus diesem Grund sollten die bestehenden Journalistenkodizes um die speziellen Regeln für die Multimedia-Aktivitäten ergänzt werden.“

schweiz-fahne-001-rechteckig-020x20-flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Sylvia Egli von Matt, Direktorin, maz – Die Schweizer Journalistenschule, Luzern:

Sylvia Egli von Matt, Foto: privat

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„Leitsätze sind wichtig, weil das Produktionstempo im Online-/Multimediabereich weiter zugenommen hat und dadurch der Sorgfalt nicht immer Genüge getan wird. Zudem ist es von Bedeutung zu unterstreichen, dass es neben dem technischen Know-how auch Ethik und Sachwissen braucht. Denn es geht um Glaubwürdigkeit. Nur wer die Glaubwürdigkeit auch in der Multimedia-Welt aufbauen kann, wird ernst genommen und eine Zukunft haben. Aus diesem Grund sollten die bestehenden Journalistenkodizes um die speziellen Regeln für die Multimedia-Aktivitäten ergänzt werden.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Barbara Thomaß, Institut für Medienwissenschaft, Fakultät für Philologie, Ruhr-Universität Bochum:

Barbara Thomaß, Foto: privat

Barbara Thomaß, Foto: privat

„Ist ein Multimedia-Ethikkodex zusätzlich zu den bestehenden Journalismus-Kodizes notwendig? Ja, denn zu viele neue Herausforderungen stellen sich in der Online-Welt in ethischer Hinsicht. Darauf hinzuweisen und deutlich zu machen, dass die potenzierten Möglichkeiten der Recherche und der Veröffentlichung auch ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit für die Ethik im Netz bedürfen, ist das Verdienst dieser Initiative.
Der hier vorgestellt Kodex ist anspruchsvoll, weitsichtig, und etwas zu breit angelegt. Denn der Ethik-Kodex stellt nicht nur Ansprüche an den Multimedia-Journalisten selbst, sondern auch an Vorgesetzte und Kollegen sowie an die Medienunternehmen. Dies ist zwar nicht logisch kohärent für eine Selbstverpflichtung – relevant ist es aber allemal!“

Barbara Thomaß, Foto: privat

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deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Barbara Thomaß, Institut für Medienwissenschaft, Fakultät für Philologie, Ruhr-Universität Bochum:

„Ist ein Multimedia-Ethikkodex zusätzlich zu den bestehenden Journalismus-Kodizes notwendig? Ja, denn zu viele neue Herausforderungen stellen sich in der Online-Welt in ethischer Hinsicht. Darauf hinzuweisen und deutlich zu machen, dass die potenzierten Möglichkeiten der Recherche und der Veröffentlichung auch ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit für die Ethik im Netz bedürfen, ist das Verdienst dieser Initiative.
Der hier vorgestellt Kodex ist anspruchsvoll, weitsichtig, und etwas zu breit angelegt. Denn der Ethik-Kodex stellt nicht nur Ansprüche an den Multimedia-Journalisten selbst, sondern auch an Vorgesetzte und Kollegen sowie an die Medienunternehmen. Dies ist zwar nicht logisch kohärent für eine Selbstverpflichtung – relevant ist es aber allemal!“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Barbara Thomaß, Institut für Medienwissenschaft, Fakultät für Philologie, Ruhr-Universität Bochum:

Barbara Thomaß, Foto: privat

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„Ist ein Multimedia-Ethikkodex zusätzlich zu den bestehenden Journalismus-Kodizes notwendig? Ja, denn zu viele neue Herausforderungen stellen sich in der Online-Welt in ethischer Hinsicht. Darauf hinzuweisen und deutlich zu machen, dass die potenzierten Möglichkeiten der Recherche und der Veröffentlichung auch ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit für die Ethik im Netz bedürfen, ist das Verdienst dieser Initiative.
Der hier vorgestellt Kodex ist anspruchsvoll, weitsichtig, und etwas zu breit angelegt. Denn der Ethik-Kodex stellt nicht nur Ansprüche an den Multimedia-Journalisten selbst, sondern auch an Vorgesetzte und Kollegen sowie an die Medienunternehmen. Dies ist zwar nicht logisch kohärent für eine Selbstverpflichtung – relevant ist es aber allemal!“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Barbara Thomaß, Institut für Medienwissenschaft, Fakultät für Philologie, Ruhr-Universität Bochum:

Barbara Thomaß, Foto: privat

Barbara Thomaß, Foto: privat

„Ist ein Multimedia-Ethikkodex zusätzlich zu den bestehenden Journalismus-Kodizes notwendig? Ja, denn zu viele neue Herausforderungen stellen sich in der Online-Welt in ethischer Hinsicht. Darauf hinzuweisen und deutlich zu machen, dass die potenzierten Möglichkeiten der Recherche und der Veröffentlichung auch ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit für die Ethik im Netz bedürfen, ist das Verdienst dieser Initiative.
Der hier vorgestellt Kodex ist anspruchsvoll, weitsichtig, und etwas zu breit angelegt. Denn der Ethik-Kodex stellt nicht nur Ansprüche an den Multimedia-Journalisten selbst, sondern auch an Vorgesetzte und Kollegen sowie an die Medienunternehmen. Dies ist zwar nicht logisch kohärent für eine Selbstverpflichtung – relevant ist es aber allemal!“

Boudin t-bone short ribs, turkey ball tip drumstick brisket jerky turducken biltong beef ribs tri-tip. Jerky cow brisket prosciutto shank. Pig flank chuck ball tip, sirloin boudin shoulder. Pastrami strip steak beef ribs, biltong chicken bacon pork loin swine meatball boudin short ribs pork belly brisket. Kielbasa strip steak swine, frankfurter ball tip pork ground round pig beef short loin shoulder corned beef brisket bacon. Chicken sirloin chuck tri-tip. Ground round short loin salami, pork belly bacon short ribs tongue.

Bresaola tri-tip pastrami, shankle kielbasa leberkase tenderloin short loin jerky spare ribs. Shoulder prosciutto pork chop tri-tip, beef ribs turducken shank corned beef salami. Fatback drumstick rump prosciutto turducken, beef ribs meatloaf frankfurter pork t-bone sausage ham corned beef. Hamburger t-bone chuck pig. Chuck ham beef ribs, brisket tri-tip ball tip pastrami ham hock capicola drumstick short ribs leberkase pancetta jerky turkey. Pig tenderloin meatball beef ribs biltong bresaola. Bresaola jerky bacon, prosciutto turducken fatback capicola biltong beef swine tail hamburger shoulder.

Short loin ball tip salami boudin capicola t-bone. Pork chop shoulder frankfurter tongue pastrami, turducken short loin chuck flank. Spare ribs hamburger meatloaf short ribs jerky salami, meatball tri-tip bacon. Leberkase t-bone shoulder hamburger tongue, capicola short loin kielbasa frankfurter sausage. Pastrami shankle ham hock kielbasa bresaola. Pork chop shoulder chuck, tri-tip ribeye beef ribs kielbasa fatback ham short loin boudin. Jerky sausage tenderloin, strip steak bresaola biltong corned beef rump.

Tail ham tri-tip cow ham hock pancetta jerky, biltong pork chop short ribs turducken frankfurter. Pig rump frankfurter salami. Bresaola ribeye pig, bacon meatloaf pork pork chop chuck drumstick tri-tip strip steak tail fatback chicken. Tongue ground round tenderloin short loin, turducken pig fatback pork chop pastrami drumstick chuck chicken tri-tip brisket filet mignon. Tenderloin swine meatball beef ribs cow. Ball tip bresaola pork chop, turkey sirloin tenderloin shank turducken flank. Tongue strip steak sausage, pork belly shank pork chop ham.

Spare ribs bacon swine, shank tri-tip cow flank frankfurter boudin pig prosciutto leberkase beef ribs hamburger. Frankfurter short ribs salami brisket. Tongue beef prosciutto, rump tri-tip meatloaf sausage cow biltong pig beef ribs shank pork loin turkey kielbasa. Filet mignon swine shoulder sirloin. Cow ball tip rump hamburger pig pork belly meatball. Pork belly shank tail bresaola, hamburger venison tri-tip pig frankfurter corned beef drumstick. Bresaola fatback andouille chuck.

Ein Mitarbeiter von „20 minutes“ gab sich auf einer Gay-Website als 15-jähriger Jugendlicher aus, um einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker zu ködern. Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung, dass der Lehrer Avancen gegenüber dem Lockvogel gemacht habe. Doch darf der Journalist auf diese Art und Weise im Internet recherchieren?

Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung”20 minutes” über einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker (Mitglied des Genfer Stadtparlaments). Laut dem Bericht hatte der Betroffene via einer Gay-Website Avancen gegenüber einem 15- jährigen Jugendlichen gemacht. Hinter dem angeblichen Jugendlichen steckte ein verdeckt recherchierender Mitarbeiter von “20 minutes”. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Lehrer aufgrund eines gegen ihn laufenden Administrativverfahrens suspendiert. “20 minutes” illustrierte den Artikel mit einem Screenshot der Website, der einen Auszug auf dem geführten Chat und ein gepixeltes Foto des Lehrers/Politikers zeigt. Beim Presserat ging eine Beschwerde gegen diese Recherchemethode ein. Wie hätten Sie entschieden?

Ein Mitarbeiter von „20 minuten“ gab sich auf einer Gay-Website als 15-jähriger Jugendlicher aus, um einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker zu ködern. Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung, dass der Lehrer Avancen gegenüber dem Lockvogel gemacht habe. Doch darf der Journalist auf diese Art und Weise im Internet recherchieren oder ist dies unethisch?

Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung”20 minutes” über einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker (Mitglied des Genfer Stadtparlaments). Laut dem Bericht hatte der Betroffene via einer Gay-Website Avancen gegenüber einem 15- jährigen Jugendlichen gemacht. Hinter dem angeblichen Jugendlichen steckte ein verdeckt recherchierender Mitarbeiter von “20 minutes”. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Lehrer aufgrund eines gegen ihn laufenden Administrativverfahrens suspendiert. “20 minutes” illustrierte den Artikel mit einem Screenshot der Website, der einen Auszug auf dem geführten Chat und ein gepixeltes Foto des Lehrers/Politikers zeigt. Beim Presserat ging eine Beschwerde gegen diese Recherchemethode ein. Wie hätten Sie entschieden?

Ein Mitarbeiter von „20 minutes“ gab sich auf einer Gay-Website als 15-jähriger Jugendlicher aus, um einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker zu ködern. Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung, dass der Lehrer Avancen gegenüber dem Lockvogel gemacht habe. Doch darf der Journalist auf diese Art und Weise im Internet recherchieren oder aber nicht?

Ende April 2011 berichtete die Westschweizer Pendlerzeitung”20 minutes” über einen suspendierten Lehrer und nebenamtlichen Politiker (Mitglied des Genfer Stadtparlaments). Laut dem Bericht hatte der Betroffene via einer Gay-Website Avancen gegenüber einem 15- jährigen Jugendlichen gemacht. Hinter dem angeblichen Jugendlichen steckte ein verdeckt recherchierender Mitarbeiter von “20 minutes”. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Lehrer aufgrund eines gegen ihn laufenden Administrativverfahrens suspendiert. “20 minutes” illustrierte den Artikel mit einem Screenshot der Website, der einen Auszug auf dem geführten Chat und ein gepixeltes Foto des Lehrers/Politikers zeigt. Beim Presserat ging eine Beschwerde gegen diese Recherchemethode ein. Wie hätten Sie entschieden?

Schnell ein paar Partyfotos auf Facebook stellen oder den Liebeskummer in die virtuelle Welt hinaus twittern: Bei der journalistischen Recherche kann es äusserst praktisch sein, dass immer mehr Personen Privates im Internet öffentlich zugänglich machen. Doch bedeutet das für die Medien tatsächlich, dass diese Personen damit auf ihre Privatsphäre verzichten?

Schnell ein paar Partyfotos auf Facebook stellen oder den Liebeskummer in die virtuelle Welt hinaus twittern: Bei der journalistischen Recherche kann es äusserst praktisch sein, dass immer mehr Personen Privates im Internet öffentlich zugänglich machen. Doch bedeutet das für die Medien tatsächlich, dass diese Personen damit auf ihre Privatsphäre verzichten?

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Artikel 1: Richtigkeit

Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2: Fairness; Unabhängigkeit

(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3: Prüfung

(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4: Quellen

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5: Kommentar und Glosse

Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6: Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität

Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht’s nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

1.1. Be first and be right and be clean

Der Multimediajournalist informiert wahr und sachlich richtig; falls Fehler passieren, müssen diese so schnell als möglich korrigiert werden. Der Multimediajournalist berichtet clean im Sinne von fair, angemessen und massvoll und wahrt dabei immer die Grenzen der Menschenwürde. Er veröffentlicht keine Informationen aus Quellen, die dem Journalisten oder der Redaktion nicht bekannt sind, und keine sachlich nicht gerechtfertigten Informationen; die Glaubwürdigkeit eines Mediums muss gepflegt werden. Der Multimediajournalist respektiert die Privatsphäre einzelner Personen und bedient sich zur Informationsgewinnung keiner unlauteren Methoden.

1.2. “Think Twice” Prinzip

Trotz Zeitdruck müssen Informationen geprüft und nötigenfalls zurückgehalten werden, bis eine Prüfung erfolgt ist. Der Multimediajournalist verpflichtet sich im Mindesten einer Prüfung der Information vor sich selber, bevor er die Information veröffentlicht. Bereits Veröffentlichtes kontrolliert er laufend, es gilt nach wie vor das Vieraugen-Prinzip.

1.3. Kein Copy-Paste-Journalismus

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und erstellt kein Plagiat. Quellen werden zitiert und gegebenenfalls um Erlaubnis gebeten. Multimediajournalisten verpflichten sich den geltenden Qualitätsstandards; sie pflegen die Sprache.

1.4. Trennung Information und Meinung

Kommentare sind von Berichten klar zu trennen und als solche erkennbar zu machen.

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Artikel 1: Richtigkeit

Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2: Fairness; Unabhängigkeit

(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3: Prüfung

(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4: Quellen

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5: Kommentar und Glosse

Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6: Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität

Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Wetterhahn, Foto: Laurent Violette/ Stockxchng

Wetterhahn, Foto: Laurent Violette/ Stockxchng

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

2.1 Recherchemittel

Neue Medien als Recherchemittel bedürfen einer eingehenden Prüfung. Die Quelle muss ersichtlich sein. Der Multimediajournalist hinterfragt Recherche-Informationen aus dem Netz hinsichtlich der Absicht der informierenden Quelle; der Multimediajournalist begegnet Informationen aus dem Netz mit grundsätzlichem Misstrauen.

2.2 Datenschutz

Der Multimediajournalist hält sich an die Gesetze des Urheberrechts. Um seine Quellen zu schützen, prüft er jede Eintragung von persönlichen Informationen in ein CMS auf ihre Erfordernis. Er nimmt eine Güterabwägung vor zwischen Archivierung und Quellenschutz.

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

3.1. Foto/Audio/Video

Der Multimediajournalist setzt ergänzende Fotos, Töne, Videos sensibel ein. Die technischen Möglichkeiten der neuen Medien und die damit verbundene grössere Suggestivkraft der Inhalte setzen den bewussten Einsatz dieser ergänzenden oder für sich stehenden Darstellungsformen voraus. Der Multimediajournalist ist sich der möglichen verfälschenden Wirkung bewusst und vermeidet diese.

3.2. Text/Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf adäquate Sprache und Formulierung, wenn er veröffentlicht – ob privat oder beruflich – und vermeidet jegliche öffentliche Äusserungen, die dem Image des einzelnen Journalisten und damit indirekt auch seinem Arbeitgeber schaden können. Der Multimediajournalist ist sich seiner Rolle auch im Privatleben bewusst.

Der Multimediajournalist achtet auf Search Engine Optimierung, allerdings innerhalb ethischer Grenzen: So soll der User nicht getäuscht oder irregeführt werden, Sprache und Inhalt müssen wahr bleiben.

3.3. Blogs/Soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftspolitischen Rolle im Internet auch als Privatperson bewusst. Er legt seine Verbindungen und beruflichen Verpflichtungen offen und macht klar, ob Veröffentlichungen im Namen des Arbeitgebers oder als Privatperson erfolgen. Er bemüht sich auch im privaten Rahmen um eine sachliche Sprache. Der Multimediajournalist verbreitet keine Gerüchte, besondere Vorsicht ist bei Tweets geboten. Retweets sind nur nach Überprüfung der Quelle durch eine unabhängige und seriöse zweite Quelle zulässig. Blogs sind öffentlich und nicht privat, dessen ist sich der Multimediajournalist bewusst. Soziale Netzwerke gelten bei besonders vorsichtigem Umgang und sparsamer Zugänglichmachung als privat.

3.4. Internationalität

Besondere Vorsicht ist bei Berichten über fremde Kulturen und Religionen geboten. Der Multimediajournalist trägt kulturellen Unterschieden mit grosser Sensibilität Rechnung und ist sich der erweiterten Eskalationsmöglichkeiten durch die Internationalität des Internets bewusst.

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

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Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

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Artikel 15: Kommentare und Foren

(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.

(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.

(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.

(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.

(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16: Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer

(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.

(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

Der Multimediajournalist trennt kommerzielle und redaktionelle Inhalte klar voneinander. Werbung kennzeichnet er als solche. Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren.

Der Multimediajournalist verpflichtet sich, Meldungen, Berichte und Reportagen inhaltlich nicht kommerziellen Interessen anzupassen, sondern objektiv und sachlich zu bleiben. Bannerwerbungen dürfen einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweisen, jedoch redaktionelle Beiträge inhaltlich nicht beeinflussen. Werbung für ein multimediales Informationsprodukt ist zulässig. Der Multimediajournalist macht Publireportagen, PR-Artikel oder sonstige redaktionell aufgemachte bezahlte Inhalte grafisch klar erkennbar und kennzeichnet sie als solche. Es gilt der Grundsatz: Transparenz für den User.

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

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Artikel 15: Kommentare und Foren

(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.

(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.

(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.

(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.

(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16: Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer

(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.

(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Artikel 1: Richtigkeit

Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2: Fairness; Unabhängigkeit

(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3: Prüfung

(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4: Quellen

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5: Kommentar und Glosse

Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6: Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität

Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Artikel 1: Richtigkeit

Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2: Fairness; Unabhängigkeit

(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3: Prüfung

(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4: Quellen

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5: Kommentar und Glosse

Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6: Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität

Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

Turkey hamburger pancetta shank. Boudin kielbasa pancetta, bresaola shoulder ham fatback ball tip tail chuck pork chop tongue shankle rump. Rump cow bacon tongue. Strip steak ball tip jowl turducken jerky. Ham tail flank, turducken andouille salami pig chuck sirloin. Pork ham hock pig turducken. Ham hock pork loin beef ribs shoulder tenderloin andouille.

Tri-tip jerky turducken beef shank hamburger, salami frankfurter pancetta. Prosciutto brisket shank, meatloaf shankle kielbasa pancetta strip steak. Ham hock hamburger drumstick sirloin turkey pork chop, venison tail tri-tip bresaola short ribs beef filet mignon flank. Chicken beef turkey short loin capicola tenderloin. Ball tip t-bone spare ribs, kielbasa sirloin meatloaf salami tail frankfurter pastrami hamburger ham shankle. Drumstick ham pancetta, beef ribs jowl shank kielbasa fatback brisket prosciutto. Kielbasa jerky jowl swine, bresaola hamburger fatback short ribs.

Ham hock salami andouille, venison sausage brisket short ribs pancetta cow leberkäse drumstick. Pork belly cow jerky, fatback ham turkey strip steak brisket tongue jowl drumstick chuck ground round. Fatback boudin drumstick brisket swine, pork loin cow pastrami leberkäse ham short ribs meatball frankfurter. Frankfurter brisket chicken swine, ribeye shank hamburger corned beef shoulder bresaola. Cow pancetta venison andouille, corned beef drumstick t-bone sirloin meatball bacon. Tri-tip ground round t-bone, sirloin chicken drumstick beef turkey. Ground round andouille corned beef, pastrami capicola pork belly ball tip brisket frankfurter beef salami chicken beef ribs.

Prosciutto flank bresaola, leberkäse tri-tip pork loin bacon pancetta frankfurter tenderloin shoulder fatback ball tip t-bone. Ribeye venison prosciutto, pork loin rump beef ribs leberkäse hamburger jowl spare ribs meatloaf turkey short ribs pork kielbasa. Corned beef bacon frankfurter beef ribs ground round kielbasa shoulder tri-tip. Kielbasa turkey spare ribs ham hock, shank t-bone drumstick tri-tip pork chop. Tail chicken salami andouille. Pig pork belly pork loin salami beef ribs ball tip leberkäse pork shankle beef pancetta frankfurter. Prosciutto swine shankle, tail biltong tenderloin pork loin.

Tri-tip tenderloin beef ribs, jerky beef t-bone short loin ham pancetta ball tip rump sirloin shankle strip steak. Prosciutto ham salami, sirloin short loin hamburger andouille turkey jerky sausage. Venison chicken pork chop, shank meatloaf bacon corned beef salami. Fatback shankle turkey filet mignon, ham hock drumstick tongue sirloin biltong ball tip pastrami prosciutto short loin. Boudin turducken t-bone sirloin beef ribs cow. Kielbasa shank ham, brisket beef cow shankle flank filet mignon short loin chuck. Ham spare ribs boudin frankfurter, drumstick pork chop sausage pig jowl shankle venison pastrami.

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.

Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

 

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.

Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

Eine Leserin hält die Kolumne, für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwert sich beim Deutschen Presserat. Die Rechtsabteilung des Verlags betont, der sicherlich scharf gezeichnete Kommentar sei die Antwort auf eine Veröffentlichung in einer englischen Zeitung. Diese habe auf der Titelseite die Beerdigung des deutschen Fussballs mit einem verbrannten Handschuh dargestellt. Dazu wurde geschrieben „Der Körper von Oliver Kahn wird eingeäschert und nach England überführt.“

Auf diese Häme habe der Kolumnist, mit den Worten eines attackierten, sich mit Oliver Kahn solidarisierten Fussballanhängers reagiert. Die Fussballsprache sei bekanntlich etwas grober als die übliche Umgangsprache. Die Veröffentlichung in England, habe eine solche Reaktion zugelassen.

Der Presserat hält fest, dass die Kolumne der Boulevardzeitung, gegen den Pressekodex verstösst.  Er beantwortet die Beschwerde mit einer öffentlichen Rüge. Nach seiner Meinung verletzen die in diesem Kommentar enthaltenen Aussagen und Formulierungen die Menschenwürde. Sie seien ehrverletzender Art und diskriminieren die englische Bevölkerung.

 Aus dem Multimedia-Kodex werden die Artikel 6 und 7 verletzt.

 

Schnell ein paar Partyfotos auf Facebook stellen oder den Liebeskummer in die virtuelle Welt hinaus twittern: Bei der journalistischen Recherche kann es äusserst praktisch sein, dass immer mehr Personen Privates im Internet öffentlich zugänglich machen. Doch bedeutet das für die Medien tatsächlich, dass diese Personen damit auf ihre Privatsphäre verzichten?

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.
Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

 

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.

Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

 

Die Anzeigenberaterin eines Wirtschaftsmagazins machte im Jahr 2004 ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es möglich sei, redaktionelle Inhalte im Magazin käuflich zu erwerben. Ein Artikel auf der Website koste rund 500 Euro. Das Angebot sei aber auch mit Inhalten in der Printausgabe zu kombinieren. Zwei Seiten Text im Heft und ein Online-Beitrag seien für 1800 Euro zu bestellen. Die Geschäftsführerin eines Landesverbandes des deutschen Journalistenverbands sieht in diesen Angeboten einen dreisten Verstoß gegen den Pressekodex und hat daraufhin eine Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

Die Anzeigenberaterin eines Wirtschaftsmagazins macht im Jahr 2004 ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es möglich sei, redaktionelle Inhalte im Magazin käuflich zu erwerben. Ein Artikel auf der Website koste rund 500 Euro. Das Angebot sei aber auch mit Inhalten in der Printausgabe zu kombinieren. Zwei Seite Text im Heft und ein Online-Beitrag, seien für 1800 Euro zu bestellen. Die Geschäftsführerin eines Landesverbandes des deutschen Journalistenverbands hat daraufhin eine Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

Ein Wirtschaftsmagazin macht einem möglichen Kunden ein Angebot zum Kauf von redaktionellen Beiträgen. So soll ein Online-Beitrag rund 500 Euro kosten. Weiter sind auch Texte in der Printausgabe käuflich zu erwerben. Die Anzeigenberaterin des Magazins, hatte ihre Kunden auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.
Die Geschäftsführerin eines Landesverbands des DJV sieht in diesen Angeboten eine dreisten Verstoss gegen den Pressekodex und wandte sich mit einer Beschwerde beim Deutschen Presserat.

Die Online-Ausgabe einer überregionalen Zeitung in Deutschland berichtet in den Sportnachrichten über einen Vergewaltigungsprozess aus dem Jahr 2009. Das Opfer, eine junge Frau, wird mit vollem Namen und Alter genannt. Der Fall sorgte für grosses Medieninteresse, da bei dieser Party auch zahlreiche Fussballprofis anwesend waren. Diese mussten vor Gericht aussagen. Das Opfer richtete sich an den deutschen Presserat. Die Frau fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie mit ganzem Namen im Artikel erwähntwurde.

In einem Online-Artikel einer überregionalen Zeitung in Deutschland, wird eine Frau mit vollem Namen genannt. Diese Frau wurde an einer Party vergewaltigt. Der Fall sorgte für grosses Medieninteresse, da an dieser Party auch zahlreiche Fussballprofis anwesend waren. Diese mussten vor Gericht aussagen. Das Opfer richtete sich an den deutschen Presserat. Die Frau fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie mit ganzem Namen im Artikel erwähntwurde.

Die Online-Ausgabe einer überregionalen deutschen Zeitung berichtet in den Sportnachrichten über einen Vergewaltigungsprozess aus dem Jahr 2009. Das Opfer, eine junge Frau, wird mit vollständigem Namen und ihrem Alter genannt. Ort des Geschehens war eine Party, an der auch prominente Fussballprofis teilnahmen. Diese mussten als Zeugen vor Gericht aussagen.

Die Betroffene wehrte sich, vertreten durch ihre Rechtsanwältin, gegen die Namensnennung mit einer Beschwerde beim deutschen Presserat.

In einem Online-Artikel einer überregionalen Zeitung in Deutschland, wird eine Frau mit vollem Namen genannt. Diese Frau wurde an einer Party vergewaltigt. Der Fall sorgte für grosses Medieninteresse, da an dieser Party auch zahlreiche Fussballprofis anwesend waren. Diese mussten vor Gericht aussagen. Das Opfer richtete sich an den deutschen Presserat. Die Frau fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie mit ganzem Namen im Artikel erwähntwurde.

Die Online-Ausgabe einer überregionalen deutschen Zeitung berichtet in den Sportnachrichten über einen Vergewaltigungsprozess aus dem Jahr 2009. Das Opfer, eine junge Frau, wird mit vollständigem Namen und ihrem Alter genannt. Ort des Geschehens war eine Party, an der auch prominente Fussballprofis teilnahmen. Diese mussten als Zeugen vor Gericht aussagen.

Die Betroffene wehrte sich, vertreten durch ihre Rechtsanwältin, gegen die Namensnennung mit einer Beschwerde beim deutschen Presserat.

Die Anzeigenberaterin eines Wirtschaftsmagazins macht im Jahr 2004 ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es möglich sei, redaktionelle Inhalte im Magazin käuflich zu erwerben. Ein Artikel auf der Website koste rund 500 Euro. Das Angebot sei aber auch mit Inhalten in der Printausgabe zu kombinieren. Zwei Seite Text im Heft und ein Online-Beitrag, seien für 1800 Euro zu bestellen. Die Geschäftsführerin eines Landesverbandes des deutschen Journalistenverbands hat daraufhin eine Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

Ein Wirtschaftsmagazin macht einem möglichen Kunden ein Angebot zum Kauf von redaktionellen Beiträgen. So soll ein Online-Beitrag rund 500 Euro kosten. Weiter sind auch Texte in der Printausgabe käuflich zu erwerben. Die Anzeigenberaterin des Magazins, hatte ihre Kunden auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.
Die Geschäftsführerin eines Landesverbands des DJV sieht in diesen Angeboten eine dreisten Verstoss gegen den Pressekodex und wandte sich mit einer Beschwerde beim Deutschen Presserat.

In einem Online-Artikel einer überregionalen Zeitung in Deutschland, wird eine Frau mit vollem Namen genannt. Diese Frau wurde an einer Party vergewaltigt. Der Fall sorgte für grosses Medieninteresse, da an dieser Party auch zahlreiche Fussballprofis anwesend waren. Diese mussten vor Gericht aussagen. Das Opfer richtete sich an den deutschen Presserat. Die Frau fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie mit ganzem Namen im Artikel erwähntwurde.

Die Online-Ausgabe einer überregionalen deutschen Zeitung berichtet in den Sportnachrichten über einen Vergewaltigungsprozess aus dem Jahr 2009. Das Opfer, eine junge Frau, wird mit vollständigem Namen und ihrem Alter genannt. Ort des Geschehens war eine Party, an der auch prominente Fussballprofis teilnahmen. Diese mussten als Zeugen vor Gericht aussagen.

Die Betroffene wehrte sich, vertreten durch ihre Rechtsanwältin, gegen die Namensnennung mit einer Beschwerde beim deutschen Presserat.

Die Anzeigenberaterin eines Wirtschaftsmagazins machte im Jahr 2004 ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es möglich sei, redaktionelle Inhalte im Magazin käuflich zu erwerben. Ein Artikel auf der Website koste rund 500 Euro. Das Angebot sei aber auch mit Inhalten in der Printausgabe zu kombinieren. Zwei Seiten Text im Heft und ein Online-Beitrag seien für 1800 Euro zu bestellen. Die Geschäftsführerin eines Landesverbandes des deutschen Journalistenverbands sieht in diesen Angeboten einen dreisten Verstoß gegen den Pressekodex und hat daraufhin eine Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

Die Anzeigenberaterin eines Wirtschaftsmagazins macht im Jahr 2004 ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es möglich sei, redaktionelle Inhalte im Magazin käuflich zu erwerben. Ein Artikel auf der Website koste rund 500 Euro. Das Angebot sei aber auch mit Inhalten in der Printausgabe zu kombinieren. Zwei Seite Text im Heft und ein Online-Beitrag, seien für 1800 Euro zu bestellen. Die Geschäftsführerin eines Landesverbandes des deutschen Journalistenverbands hat daraufhin eine Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

Ein Wirtschaftsmagazin macht einem möglichen Kunden ein Angebot zum Kauf von redaktionellen Beiträgen. So soll ein Online-Beitrag rund 500 Euro kosten. Weiter sind auch Texte in der Printausgabe käuflich zu erwerben. Die Anzeigenberaterin des Magazins, hatte ihre Kunden auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.
Die Geschäftsführerin eines Landesverbands des DJV sieht in diesen Angeboten eine dreisten Verstoss gegen den Pressekodex und wandte sich mit einer Beschwerde beim Deutschen Presserat.

In einem Online-Artikel einer überregionalen Zeitung in Deutschland, wird eine Frau mit vollem Namen genannt. Diese Frau wurde an einer Party vergewaltigt. Der Fall sorgte für grosses Medieninteresse, da an dieser Party auch zahlreiche Fussballprofis anwesend waren. Diese mussten vor Gericht aussagen. Das Opfer richtete sich an den deutschen Presserat. Die Frau fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie mit ganzem Namen im Artikel erwähntwurde.

Die Online-Ausgabe einer überregionalen deutschen Zeitung berichtet in den Sportnachrichten über einen Vergewaltigungsprozess aus dem Jahr 2009. Das Opfer, eine junge Frau, wird mit vollständigem Namen und ihrem Alter genannt. Ort des Geschehens war eine Party, an der auch prominente Fussballprofis teilnahmen. Diese mussten als Zeugen vor Gericht aussagen.

Die Betroffene wehrte sich, vertreten durch ihre Rechtsanwältin, gegen die Namensnennung mit einer Beschwerde beim deutschen Presserat.

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.

Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

 

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem  strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem  strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem  strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem  strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem  strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem  strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

Alles eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Alles eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

„Anna (25) K. stirbt vier Tage nach der Parade in Klinik” – so überschreibt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung einen Beitrag über das 21. Opfer der Duisburger Loveparade-Katastrophe. Ein Arzt wird zitiert, wie Menschen, die unter anderen fallenden Menschen liegen, zu Tode kommen: „Dabei wurde die Atmung minutenlang unterbrochen. Ihr Hirn bekam zu wenig Sauerstoff.“ Dem Beitrag beigestellt ist ein Foto, das Anna K. ungepixelt zeigt, sowie Fotos anderer Szenen und Opfern der Massenpanik.

Die Zeitung schreibt weiter, dass die Mutter eines Vierjährigen mit ihrem Lebensgefährten zur Loveparade gefahren sei. Freunde werden zitiert, die berichten, die Frau sei kein Raver-Fan gewesen, doch habe sie sich auf die Party gefreut.

Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert, dass unter dem Deckmantel der Anteilnahme die Persönlichkeitsrechte der Panik-Opfer verletzt worden seien. Ihre Bilder seien ungefragt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zudem seien die Fotos der Opfer vermutlich aus Internetplattformen wie Facebook und StudiVZ „zusammengeklaut“ worden. Die Rechtsabteilung des Verlages sieht keinen presseethischen Verstoß durch die Veröffentlichung der Fotos der Opfer. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens. Eine Ausnahme könne jedoch bei Personen der Zeitgeschichte oder bei besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Ein solcher besonderer Begleitumstand sei im vorliegenden Fall eindeutig gegeben. Die Fotos seien angemessen und zurückhaltend gestaltet. Dies gelte sowohl für die gedruckte Ausgabe als auch für den Online-Auftritt. Die kritisierten Fotos dokumentierten vielmehr in sachlich zurückhaltender Weise die Katastrophe.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

Screenshot Ethikrat AfP

Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Logo, Quelle: netzwerk recherche

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Screenshot Blog

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Screenshot Ethikrat AfP

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Fordern und fördern: netzwerk recherche

 

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

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Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

 

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

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Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

 

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

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Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

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Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

Screenshot Blog

Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

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Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

Screenshot Blog

Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

Screenshot Ethikrat AfP

Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Die Online-Ausgabe einer überregionalen Zeitung in Deutschland berichtet in den Sportnachrichten über einen Vergewaltigungsprozess aus dem Jahr 2009. Das Opfer, eine junge Frau, wird mit vollem Namen und Alter genannt. Der Fall sorgte für grosses Medieninteresse, da bei dieser Party auch zahlreiche Fussballprofis anwesend waren. Diese mussten vor Gericht aussagen. Das Opfer richtete sich an den deutschen Presserat. Die Frau fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie mit ganzem Namen im Artikel erwähntwurde.

Viele Internetuser geben gerne ihren Senf dazu. Auf einigen Informationsportalen gibt es hunderte von Kommentaren zu bestimmten Artikeln. Oft werden die Leserkommentare mit Fantasienamen versehen. Doch ist das anonyme Kommentieren überhaupt zulässig? Schliesslich müssen traditionelle Leserbriefe auch mit Namen gekennzeichnet sein.

Nachdem England die deutsche Fußballnationalmannschaft mit 5:1 in einem Länderspiel besiegt hat, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung zum Verhalten der englischen Fussballfans. In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:

„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

Eine Leserin hält die Kolumne für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwert sich beim Deutschen Presserat. Die Rechtsabteilung des Verlags betont, der sicherlich scharf gezeichnete Kommentar sei die Antwort auf eine Veröffentlichung in einer englischen Zeitung. Diese habe auf der Titelseite die Beerdigung des deutschen Fussballs mit einem verbrannten Handschuh dargestellt. Dazu wurde geschrieben: „Der Körper von Oliver Kahn wird eingeäschert und nach England überführt.“

Auf diese Häme habe der Kolumnist, mit den Worten eines attackierten, sich mit Oliver Kahn solidarisierten Fussballanhängers reagiert. Die Fussballsprache sei bekanntlich etwas grober als die übliche Umgangsprache. Die Veröffentlichung in England, habe eine solche Reaktion zugelassen.

„… so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn.“ Unter anderem so, nimmt ein Kolumnist in der Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung Stellung, zum Verhalten der englischen Fussballfans. Eine Leserin der Online-Kolumne, hält diese Formulierungen für verleumderisch und ehrverletzend. Sie beschwerte sich beim Deutschen Presserat.

Der Kolumnist einer Boulevardzeitung bezieht Stellung zu dem Verhalten der englischen Fussballfans. Das ganze nach einem Länderspiel, dass England mit 5:1 gegen Deutschland gewonnen hatte.

In seiner Kolumne verwendet er folgende Formulierungen:
„…. so sind die Engländer auch. Schales Bier, schales Hirn“
„Aufgedunsener, rot gebratener Tommy-Sack“
„BSE-Wampe“
„diese Art Engländer stinkt hammelhaft“

Schnell ein paar Partyfotos auf Facebook stellen oder den Liebeskummer in die virtuelle Welt hinaus twittern: Bei der journalistischen Recherche kann es äusserst praktisch sein, dass immer mehr Personen Privates im Internet öffentlich zugänglich machen. Doch bedeutet das für die Medien tatsächlich, dass diese Personen damit auf ihre Privatsphäre verzichten?

Die Anzeigenberaterin eines Wirtschaftsmagazins macht im Jahr 2004 ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es möglich sei, redaktionelle Inhalte im Magazin käuflich zu erwerben. Ein Artikel auf der Website koste rund 500 Euro. Das Angebot sei aber auch mit Inhalten in der Printausgabe zu kombinieren. Zwei Seite Text im Heft und ein Online-Beitrag, seien für 1800 Euro zu bestellen. Die Geschäftsführerin eines Landesverbandes des deutschen Journalistenverbands hat daraufhin eine Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

Ein Wirtschaftsmagazin macht einem möglichen Kunden ein Angebot zum Kauf von redaktionellen Beiträgen. So soll ein Online-Beitrag rund 500 Euro kosten. Weiter sind auch Texte in der Printausgabe käuflich zu erwerben. Die Anzeigenberaterin des Magazins, hatte ihre Kunden auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.
Die Geschäftsführerin eines Landesverbands des DJV sieht in diesen Angeboten eine dreisten Verstoss gegen den Pressekodex und wandte sich mit einer Beschwerde beim Deutschen Presserat.

Eine Jugendliche aus Österreich ist in einem Spital, aus bis jetzt noch unklaren Umständen gestorben. Die Zeitung “heute“ hat über diese Geschichte berichtet. Dazu verwendete die Zeitung in ihrer Printausgabe ein Privatfoto aus dem Internet. Dieses wurde jedoch nach dem Tod der Jugendlichen von der Homepage gelöscht und die Verwandten wurden nicht um Erlaubnis gefragt, dieses Foto zu drucken.

Die mittlerweile verstorbene Jugendliche hat zu Lebzeiten angegeben, das Opfer von Vergewaltigungen zu sein. Die Berichterstattung über die zum momentanen Zeitpunkt, noch unklaren Umstände des Todes der Jugendlichen, in einem oberösterreichischen Spital stiess auf grosses öffentliches Interesse. Es ist legitim, die Allgemeinheit über neu Entwicklungen in diesem tragischen Fall zu unterrichten und das Verhalten der behandelnden Ärzten durch einen Hinweis auf ein Gutachten kritisch in Frage zu stellen. Berichte über mögliche Missstände im Spitalwesen tragen zu einer Debatte von öffentlichem Interesse bei.

Das beigefügte Bild wurde jedoch stark kritisiert. Es ist ein privates Foto, auf dem die Jugendliche mit ihrem Hund abgebildet ist. Die Zeitung “heute“ hatte es von einer Homepage für Hundezucht kopiert. Dort wurde das Bild kurz nach dem Tod der Jugendlichen gelöscht. Trotzdem wurde es in der Zeitung abgedruckt. Die Zeitung hatte die Eltern nicht um Erlaubnis gefragt, ob dieses Foto abgedruckt werden darf.

Eine Jugendliche aus Österreich ist in einem Spital, aus bis jetzt noch unklaren Umständen gestorben. Die Zeitung “heute“ hat über diese Geschichte berichtet. Dazu verwendete die Zeitung in ihrer Printausgabe ein Privatfoto aus dem Internet. Dieses wurde jedoch nach dem Tod der Jugendlichen von der Homepage gelöscht und die Verwandten wurden nicht um Erlaubnis gefragt, dieses Foto zu drucken.

Die mittlerweile verstorbene Jugendliche hat zu Lebzeiten angegeben, das Opfer von Vergewaltigungen zu sein. Die Berichterstattung über die zum momentanen Zeitpunkt, noch unklaren Umstände des Todes der Jugendlichen, in einem oberösterreichischen Spital stiess auf grosses öffentliches Interesse. Es ist legitim, die Allgemeinheit über neu Entwicklungen in diesem tragischen Fall zu unterrichten und das Verhalten der behandelnden Ärzten durch einen Hinweis auf ein Gutachten kritisch in Frage zu stellen. Berichte über mögliche Missstände im Spitalwesen tragen zu einer Debatte von öffentlichem Interesse bei.

Das beigefügte Bild wurde jedoch stark kritisiert. Es ist ein privates Foto, auf dem die Jugendliche mit ihrem Hund abgebildet ist. Die Zeitung “heute“ hatte es von einer Homepage für Hundezucht kopiert. Dort wurde das Bild kurz nach dem Tod der Jugendlichen gelöscht. Trotzdem wurde es in der Zeitung abgedruckt. Die Zeitung hatte die Eltern nicht um Erlaubnis gefragt, ob dieses Foto abgedruckt werden darf.

Der Tages-Anzeiger nennt in einem Bericht den Namen eines als “einen der weltweit grösste Spammer” bezeichneten Schweizers, obwohl es genügt hätte, bloss dessen Firma zu nennen. Gleich drei Onlinemedien, die mit dem Tages-Anzeiger kooperieren, übernehmen den Bericht mit dem Namen, ohne nachzurecherchieren. Haben Sie damit die Sorgfaltspflicht verletzt?

Der Tages-Anzeiger nennt in einem Bericht den Namen eines als “einen der weltweit grösste Spammer” bezeichneten Schweizers, obwohl es genügt hätte, bloss dessen Firma zu nennen. Gleich drei Onlinemedien, die mit dem Tages-Anzeiger kooperieren, übernehmen den Bericht mit dem Namen, ohne nachzurecherchieren. Haben Sie damit die Sorgfaltspflicht verletzt?

Der Tages-Anzeiger nennt in einem Bericht den Namen eines als “einen der weltweit grösste Spammer” bezeichneten Schweizers, obwohl es genügt hätte, bloss dessen Firma zu nennen. Gleich drei Onlinemedien, die mit dem Tages-Anzeiger kooperieren, übernehmen den Bericht mit dem Namen, ohne nachzurecherchieren. Haben Sie damit die Sorgfaltspflicht verletzt?

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:

> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

Der Tages-Anzeiger nennt in einem Bericht den Namen eines als “einen der weltweit grösste Spammer” bezeichneten Schweizers, obwohl es genügt hätte, bloss dessen Firma zu nennen. Gleich drei Onlinemedien, die mit dem Tages-Anzeiger kooperieren, übernehmen den Bericht mit dem Namen, ohne nachzurecherchieren. Haben Sie damit die Sorgfaltspflicht verletzt?

Dass Journalisten live aus dem Gerichtssaal twittern, passt nicht jedem Richter. Im Schweizer Prozess um den Fussballclub Neuenburg Xamax wurden zwei Medienschaffende von „20 Minuten“ und „Le Matin“ vor die Türe geschickt, weil sie per Smartphones Nachrichten nach draussen sandten. Der twitterne Blick-Journalist wurde hingegen nicht entdeckt. Hatte der Richter das Recht, die Liveberichterstattung so zu unterbinden?

Dass Journalisten live aus dem Gerichtssaal twittern, passt nicht jedem Richter. Im Schweizer Prozess um den Fussballclub Neuenburg Xamax wurden zwei Medienschaffende von „20 Minuten“ und „Le Matin“ vor die Türe geschickt, weil sie per Smartphones Nachrichten nach draussen sandten. Der twitterne Blick-Journalist wurde hingegen nicht entdeckt. Hatte der Richter das Recht, die Liveberichterstattung so zu unterbinden?

Dass Journalisten live aus dem Gerichtssaal twittern, passt nicht jedem Richter. Im Schweizer Prozess um den Fussballclub Neuenburg Xamax wurden zwei Medienschaffende von „20 Minuten“ und „Le Matin“ vor die Türe geschickt, weil sie per Smartphones Nachrichten nach draussen sandten. Der twitterne Blick-Journalist wurde hingegen nicht entdeckt. Hatte der Richter das Recht, die Liveberichterstattung so zu unterbinden?

Die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” veröffentlichte ein Bild eines mutmaßlichen FCZ- Hooligans. Er soll während des Zürcher Derbys zwischen den Grasshoppers (GC) und dem Fussballclub Zürich (FCZ) Petarden in den GC-Fansektor geworfen haben. Auf dem Bild war er klar erkennbar. Hätten Sie ein solches Bild ebenfalls veröffentlicht?

Die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” veröffentlichte ein Bild eines mutmasslichen FCZ- Hooligans. Er soll während des Zürcher Derbys zwischen den Grasshoppers (GC) und dem Fussballclub Zürich (FCZ) Petarden in den GC-Fansektor geworfen haben. Auf dem Bild war er klar erkennbar. Hätten Sie ein solches Bild ebenfalls veröffentlicht?

Die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” veröffentlichte ein Bild eines mutmasslichen FCZ- Hooligans. Er soll während des Zürcher Derbys zwischen den Grasshoppers (GC) und dem Fussballclub Zürich (FCZ) Petarden in den GC-Fansektor geworfen haben. Auf dem Bild war er klar erkennbar. Hätten Sie ein solches Bild ebenfalls veröffentlicht?

Im Mai 2011 hat eine US-Truppe den gesuchten Terroristen Bin Laden umgebracht. Die USA hielten die Fotos des getöteten Bin Laden unter Verschluss, weil man damit kein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören wollte. Hätten Sie es publiziert, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt wäre?

Im Mai 2011 hat eine US-Truppe den gesuchten Terroristen Bin Laden umgebracht. Die USA hielten die Fotos des getöteten Bin Laden unter Verschluss, weil man damit kein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören wollte. Hätten Sie es publiziert, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt wäre?
Persönlich.com fragte bei den Chefredaktoren von Schweizer Zeitungen und Onlineportalen nach.

Sandro Brotz, Stv. Chefredaktor ‘Der Sonntag’
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Bild des getöteten Bin Laden – ähnlich wie der gehängte Mussolini oder der hingerichtete Ceausescu – ein relevantes Dokument der Zeitgeschichte ist. Doch der Entscheid ist schwierig, solange das Bild nicht in Umlauf ist und damit die Frage geklärt werden kann, ob es den Lesern zugemutet werden kann. Bei einem eigentlichen Gräuelbild ist dies meiner Meinung nach nicht der Fall. Aber Zensur ist grundsätzlich der falsche Weg – notfalls kann man sich damit behelfen, Menschen zu zeigen, die das Foto anschauen. Wir müssen uns aber nichts vormachen und eine theoretische Debatte führen: Das Bild wird – wenn es von den US-Behörden erstmals freigegeben wird – innert Sekunden um die Welt gehen.

Peter Wälty, Chefredaktor Newsnetz/Tagesanzeiger.ch
Ich war zwölf Jahre alt, als Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gundrun Ensslin sich in Stammheim das Leben nahmen. Die ersten beiden mit Kopfschuss, die Ensslin erhängte sich. Irmgard Möller scheiterte an einem stumpfen Besteckmesser. Ein paar Wochen später machten wir bei Klassenlehrer Dr. Köpfli so eine Art Medienanalyse. Das heisst, wir mussten eine Zeitschrift ausmessen, Text- und Inserateanteil bestimmen etc. Dazu bestellte Köpfli beim Ringier-Verlag in Zofingen einen Stapel alte “Sie & Er”. Sie schickten ihm ausgerechnet jene Ausgabe mit den Bildern der Stammheimer Toten. Literweise Blut war auf den Fotos zu sehen, die Leichen in allen fotografisch denkbaren Perspektiven. Details. Man sah das Loch im Hinterkopf von Baader, angeblich wollte er so einen Mord vortäuschen. Für uns als Teenager war das natürlich ein Riesenspektakel, Köpfli hingegen war geschockt.
In der Regel ist man sehr zurückhaltend bei der Publikation von gewaltsam zu Tode gekommenen in der Presse. Mit einer Ausnahme: Handelt es sich beim Toten um einen Volksfeind, fallen diese Schranken. Wir erinnern uns an die Bilder des toten Ceauescu, der am 25. Dezember 1989 hingerichtet wurde. Alle Kanäle zeigten die entsetzlichen Bilder, die weihnächtlichen Kinderchöre hatte man noch im Ohr. Die Bilderreihe liesse sich endlos fortsetzen: Goebbels verkohlte Leiche, der an den Füssen aufgehängte Mussolini, der aufgebahrte Che Guevarra, Saddams Söhne.
Wenn ein kollektives Interesse der Gesellschaft am Tod einer Person existiert und überwiegt, scheint die Veröffentlichung des Totenbildes gerechtfertigt. Das veröffentlichte Totenbild des Volksfeinds tritt so quasi an die Stelle der öffentlichen Exekution – postum. Es ist der Beweis für die Verbrechen des Toten und demonstriert die Macht des Staates und der Gerechtigkeit. Solche Bilder erhalten in aller Regel ikonographischen Charakter und tauchen Jahre später in Geschichtsbüchern auf. Ja, Newsnetz wird das Bild mit gegebener Zurückhaltung zeigen, denn es scheint uns nicht angebracht, den Lesern ein historisches Dokument vorzuenthalten. Falls das Bild eine völlig verstümmelte Leiche zeigen würde, müsste man die Sache sicherlich neu diskutieren.

Christian Dorer, Chefredaktor ‘Aargauer Zeitung’
Die az würde das Bild publizieren – aus drei Gründen und mit einer Einschränkung. Erstens ist das Foto des toten Osama Bin Laden ein Dokument von historischer Bedeutung. Zweitens ist das Bild deshalb relevant, weil es Gerüchten entgegen wirkt, wonach Osama nicht getötet worden sei. Drittens gibt es im Fall des bis vor kurzem meist gesuchten Terroristen der Welt keine Persönlichkeitsrechte, um die ein Medium besorgt sein müsste. Allerdings, und das ist die Einschränkung, würden wir das Bild vor einer Publikation dahingehend beurteilen, ob es den Leserinnen und Lesern rein optisch zugemutet werden könnte.

Peter Röthlisberger, Chefredaktor ‘Blick am Abend’
Ich müsste das Bild zuerst sehen. Ich gehe aber davon aus, dass die offiziellen amerikanischen Stellen kein Interesse haben, mit einem grauenvollen Foto des erschossenen Bin Laden die islamische Welt zu provozieren.
Unter den Aspekten “Zeitdokument” und “Beweis” würden wir das Bild sicher bringen. Es kommt allerdings drauf an, wie grauslig es ist. Der Ekelfaktor entscheidet über Bildgrösse und Farbe oder s/w. Damit wir uns nicht missverstehen: je ekliger, desto zurückhaltender werden wir sein. Kodex hin oder her. Es gibt Bilder, die man zeigen muss. Ich erinnere an das erschossene Ehepaar Ceausescu oder an die Dokumentation von Greueltaten bis hin zum Holocaust. Das ist alles sehr schwere Kost und doch muss man sich dem stellen.

Peter Studer, ex-Chefredaktor ‘Tages-Anzeiger’, SF und Präsident des Schweizer Presserats
Der Presserat hat sich mehrmals mit dem Thema “Abbildung von Leichen in den Medien” beschäftigt. Im Journalistenkodexheisst es dazu: Das Interesse an der Dokumentierung ausserordentlicher (“Ikonen der Zeitgeschichte”) ist abzuwägen 1. gegen die Pflicht, die Menschenwürde der Toten zu respektieren und 2. gegen das Recht der Betrachter, sich nicht extrem grausamen Bildsituationen auszusetzen gesetzt zu sehen. Es bedarf also einer sorgfältigen Güterabwägung. Sie lässt sich nur am konkreten Bild durchexerzieren. Bei der Berichterstattung über den Tsunami Ende 2005 hielt ich es für legitim, aus der Halbtotalen an der Küste treibende Baumstämme zu zeigen, zwischen denen nicht näher identifizierbare Leichen trieben. Das dokumentierte die zerstörerische Wucht und die unvorstellbar schweren Verluste an Menschenleben. Der PRESSERAT rügte anderseits die NZZ-Beilage Folio, weil sie ohne Einbettung in einen Verständniszusammenhang den abgetrennten Kopf einer palästinensischen Terroristin mit herausquellender Hirnmasse auf dem Asphalt zeigte (Jahrheft PRESSERAT 2005 zur Folioauagabe über das Phänomen der “Bombe” ).

Philipp Landmark, Chefredaktor ‘St. Galler Tagblatt’
Grundsätzlich sollten Bilden von Leichen nicht veröffentlicht werden – hinter diesem Prinzip stehen wir. Im Fall von Osama bin Laden geht es aber um weit mehr: Das schon vor seiner Veröffentlichung viel diskutierte Bild ist selbst eine Nachricht, zumal schon Fälschung dieses Bildes im Umlauf sind – und von der Gemeinde der Verschwörungstheoretiker angezweifelt wird, dass die USA überhaupt Osama bin Laden erwischt haben.
Das “St. Galler Tagblatt” ist zwar vergleichsweise zurückhaltend bei der Veröffentlichung umstrittener Aufnahmen, beispielsweise von Bildern vermeintlicher Straftäter, die eine der immer zahlreicheren Überwachungskameras aufgenommen hat. Stets wägen wir sorgfältig die Interessen der Öffentlichkeit gegen die Interessen des Individuums ab. Im Wissen, dass sich viele Boulevardblätter oder Onlineportale nicht mit so lästigen Fragen aufhalten. Wird aber ein Bild des erschossenen Osama bin Ladens veröffentlicht, ist das nicht zuletzt auch ein Zeitdokument. Unsere Redaktion wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit dafür entscheiden, dieses Foto zu publizieren.

Gottlieb F. Höpli, Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz
Auch mit Bin Ladens Photo geht es wie mit der ganzen Aktion gegen den finsteren Fürsten des Terrors. Die Amerikaner tun etwas, und die Europäer diskutieren darüber, was die Amerikaner dabei alles falsch gemacht haben. Sollten die Amerikaner das Bild des toten Bin Laden veröffentlichen, wird kaum ein Medium – auch nicht das St.Galler Tagblatt, nehme ich an, auf eine Veröffentlichung verzichten. Denn dabei handelt es sich um ein weltgeschichtliches Dokument. Und es wäre ja doch etwas seltsam, wenn in unserem visuellen Zeitalter in der Zeitung stünde, die USA hätten ein Bild des toten Osama bin Laden veröffentlicht, ohne es zu zeigen! Die Haltung der Redaktion wird sich vielmehr daran ablesen lassen, WIE sie mit diesem Bild umgeht: Wie sehr wird dabei das Dokumentarische, also distanziert-reflektiert Informierende, und wie sehr das Voyeuristische, Skandalisierende im Vordergrund stehen? Das wird sich aus der Aufmachung (wie gross, wie schreiend), je nachdem aus dem Ausschnitt, aber etwa auch aus der Farbgebung – ist eventuell ein Schwarzweiss-Bild vorzuziehen? – ablesen lassen. Das und noch mehr werden die Blattmacher im konkreten Fall zu beurteilen und zu entscheiden haben.
Übrigens hat man schon früher Bilder von berühmten Toten veröffentlicht: In der Form von Totenmasken, die es von fast jeder Berühmtheit gab. Ein Verzicht auf eine Veröffentlichung, wenn möglich verbunden mit einer Schelte an die Amerikaner, wäre aus meiner Sicht heuchlerisch und diente nur dazu, seine Hände in Unschuld zu waschen. Und die Abbildung, die auch der letzte Leser irgendwo zu Gesicht bekommen wird, anderen zu überlassen

Thomas Bornhauser, Chefredaktor ‘Neue Luzerner Zeitung’
Tote Menschen zeigen wir nur im begründeten Einzelfall, etwa, wenn dies aus dokumentarischen Gründen angezeigt ist. Zudem prüfen wir im konkreten Einzelfall die Option, für ein interessiertes Publikum ausgewählte Bilder aufs Netz zu laden. Im vorliegenden Fall könnte es journalistisch zum Beispiel Sinn machen, ein Bild von der Seebestattung Osama bin Ladens zu publizieren, welches die Würde des Toten respektiert. Ein konkreter Publikationsentscheid allerdings kann erst nach Sichtung des Bildmaterials gefällt werden.

David Thommen, Stv. Chefredaktor ‘Basler Zeitung’
Wir schliessen nicht grundsätzlich aus, dass wir das Bild als Dokument der Zeitgeschichte veröffentlichen werden. Über das Ob und Wie werden wir allerdings erst entscheiden, sobald das Bild vorliegt.

Andy Fischer, Stv. Chefredaktor ’20 Minuten’
Die Redaktionen von 20 Minuten Print und 20 Minuten Online werden nach dem allfälligen Erscheinen der Bilder über diese Frage entscheiden.
Umfrage: Christian Lüscher,

Im Mai 2011 hat eine US-Truppe den gesuchten Terroristen Bin Laden umgebracht. Die USA hielten die Fotos des getöteten Bin Laden unter Verschluss, weil man damit kein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören wollte. Hätten Sie es publiziert, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt wäre?
Persönlich.com fragte bei den Chefredaktoren von Schweizer Zeitungen und Onlineportalen nach.

Sandro Brotz, Stv. Chefredaktor ‘Der Sonntag’
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Bild des getöteten Bin Laden – ähnlich wie der gehängte Mussolini oder der hingerichtete Ceausescu – ein relevantes Dokument der Zeitgeschichte ist. Doch der Entscheid ist schwierig, solange das Bild nicht in Umlauf ist und damit die Frage geklärt werden kann, ob es den Lesern zugemutet werden kann. Bei einem eigentlichen Gräuelbild ist dies meiner Meinung nach nicht der Fall. Aber Zensur ist grundsätzlich der falsche Weg – notfalls kann man sich damit behelfen, Menschen zu zeigen, die das Foto anschauen. Wir müssen uns aber nichts vormachen und eine theoretische Debatte führen: Das Bild wird – wenn es von den US-Behörden erstmals freigegeben wird – innert Sekunden um die Welt gehen.

Peter Wälty, Chefredaktor Newsnetz/Tagesanzeiger.ch
Ich war zwölf Jahre alt, als Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gundrun Ensslin sich in Stammheim das Leben nahmen. Die ersten beiden mit Kopfschuss, die Ensslin erhängte sich. Irmgard Möller scheiterte an einem stumpfen Besteckmesser. Ein paar Wochen später machten wir bei Klassenlehrer Dr. Köpfli so eine Art Medienanalyse. Das heisst, wir mussten eine Zeitschrift ausmessen, Text- und Inserateanteil bestimmen etc. Dazu bestellte Köpfli beim Ringier-Verlag in Zofingen einen Stapel alte “Sie & Er”. Sie schickten ihm ausgerechnet jene Ausgabe mit den Bildern der Stammheimer Toten. Literweise Blut war auf den Fotos zu sehen, die Leichen in allen fotografisch denkbaren Perspektiven. Details. Man sah das Loch im Hinterkopf von Baader, angeblich wollte er so einen Mord vortäuschen. Für uns als Teenager war das natürlich ein Riesenspektakel, Köpfli hingegen war geschockt.
In der Regel ist man sehr zurückhaltend bei der Publikation von gewaltsam zu Tode gekommenen in der Presse. Mit einer Ausnahme: Handelt es sich beim Toten um einen Volksfeind, fallen diese Schranken. Wir erinnern uns an die Bilder des toten Ceauescu, der am 25. Dezember 1989 hingerichtet wurde. Alle Kanäle zeigten die entsetzlichen Bilder, die weihnächtlichen Kinderchöre hatte man noch im Ohr. Die Bilderreihe liesse sich endlos fortsetzen: Goebbels verkohlte Leiche, der an den Füssen aufgehängte Mussolini, der aufgebahrte Che Guevarra, Saddams Söhne.
Wenn ein kollektives Interesse der Gesellschaft am Tod einer Person existiert und überwiegt, scheint die Veröffentlichung des Totenbildes gerechtfertigt. Das veröffentlichte Totenbild des Volksfeinds tritt so quasi an die Stelle der öffentlichen Exekution – postum. Es ist der Beweis für die Verbrechen des Toten und demonstriert die Macht des Staates und der Gerechtigkeit. Solche Bilder erhalten in aller Regel ikonographischen Charakter und tauchen Jahre später in Geschichtsbüchern auf. Ja, Newsnetz wird das Bild mit gegebener Zurückhaltung zeigen, denn es scheint uns nicht angebracht, den Lesern ein historisches Dokument vorzuenthalten. Falls das Bild eine völlig verstümmelte Leiche zeigen würde, müsste man die Sache sicherlich neu diskutieren.

Christian Dorer, Chefredaktor ‘Aargauer Zeitung’
Die az würde das Bild publizieren – aus drei Gründen und mit einer Einschränkung. Erstens ist das Foto des toten Osama Bin Laden ein Dokument von historischer Bedeutung. Zweitens ist das Bild deshalb relevant, weil es Gerüchten entgegen wirkt, wonach Osama nicht getötet worden sei. Drittens gibt es im Fall des bis vor kurzem meist gesuchten Terroristen der Welt keine Persönlichkeitsrechte, um die ein Medium besorgt sein müsste. Allerdings, und das ist die Einschränkung, würden wir das Bild vor einer Publikation dahingehend beurteilen, ob es den Leserinnen und Lesern rein optisch zugemutet werden könnte.

Peter Röthlisberger, Chefredaktor ‘Blick am Abend’
Ich müsste das Bild zuerst sehen. Ich gehe aber davon aus, dass die offiziellen amerikanischen Stellen kein Interesse haben, mit einem grauenvollen Foto des erschossenen Bin Laden die islamische Welt zu provozieren.
Unter den Aspekten “Zeitdokument” und “Beweis” würden wir das Bild sicher bringen. Es kommt allerdings drauf an, wie grauslig es ist. Der Ekelfaktor entscheidet über Bildgrösse und Farbe oder s/w. Damit wir uns nicht missverstehen: je ekliger, desto zurückhaltender werden wir sein. Kodex hin oder her. Es gibt Bilder, die man zeigen muss. Ich erinnere an das erschossene Ehepaar Ceausescu oder an die Dokumentation von Greueltaten bis hin zum Holocaust. Das ist alles sehr schwere Kost und doch muss man sich dem stellen.

Peter Studer, ex-Chefredaktor ‘Tages-Anzeiger’, SF und Präsident des Schweizer Presserats
Der Presserat hat sich mehrmals mit dem Thema “Abbildung von Leichen in den Medien” beschäftigt. Im Journalistenkodexheisst es dazu: Das Interesse an der Dokumentierung ausserordentlicher (“Ikonen der Zeitgeschichte”) ist abzuwägen 1. gegen die Pflicht, die Menschenwürde der Toten zu respektieren und 2. gegen das Recht der Betrachter, sich nicht extrem grausamen Bildsituationen auszusetzen gesetzt zu sehen. Es bedarf also einer sorgfältigen Güterabwägung. Sie lässt sich nur am konkreten Bild durchexerzieren. Bei der Berichterstattung über den Tsunami Ende 2005 hielt ich es für legitim, aus der Halbtotalen an der Küste treibende Baumstämme zu zeigen, zwischen denen nicht näher identifizierbare Leichen trieben. Das dokumentierte die zerstörerische Wucht und die unvorstellbar schweren Verluste an Menschenleben. Der PRESSERAT rügte anderseits die NZZ-Beilage Folio, weil sie ohne Einbettung in einen Verständniszusammenhang den abgetrennten Kopf einer palästinensischen Terroristin mit herausquellender Hirnmasse auf dem Asphalt zeigte (Jahrheft PRESSERAT 2005 zur Folioauagabe über das Phänomen der “Bombe” ).

Philipp Landmark, Chefredaktor ‘St. Galler Tagblatt’
Grundsätzlich sollten Bilden von Leichen nicht veröffentlicht werden – hinter diesem Prinzip stehen wir. Im Fall von Osama bin Laden geht es aber um weit mehr: Das schon vor seiner Veröffentlichung viel diskutierte Bild ist selbst eine Nachricht, zumal schon Fälschung dieses Bildes im Umlauf sind – und von der Gemeinde der Verschwörungstheoretiker angezweifelt wird, dass die USA überhaupt Osama bin Laden erwischt haben.
Das “St. Galler Tagblatt” ist zwar vergleichsweise zurückhaltend bei der Veröffentlichung umstrittener Aufnahmen, beispielsweise von Bildern vermeintlicher Straftäter, die eine der immer zahlreicheren Überwachungskameras aufgenommen hat. Stets wägen wir sorgfältig die Interessen der Öffentlichkeit gegen die Interessen des Individuums ab. Im Wissen, dass sich viele Boulevardblätter oder Onlineportale nicht mit so lästigen Fragen aufhalten. Wird aber ein Bild des erschossenen Osama bin Ladens veröffentlicht, ist das nicht zuletzt auch ein Zeitdokument. Unsere Redaktion wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit dafür entscheiden, dieses Foto zu publizieren.

Gottlieb F. Höpli, Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz
Auch mit Bin Ladens Photo geht es wie mit der ganzen Aktion gegen den finsteren Fürsten des Terrors. Die Amerikaner tun etwas, und die Europäer diskutieren darüber, was die Amerikaner dabei alles falsch gemacht haben. Sollten die Amerikaner das Bild des toten Bin Laden veröffentlichen, wird kaum ein Medium – auch nicht das St.Galler Tagblatt, nehme ich an, auf eine Veröffentlichung verzichten. Denn dabei handelt es sich um ein weltgeschichtliches Dokument. Und es wäre ja doch etwas seltsam, wenn in unserem visuellen Zeitalter in der Zeitung stünde, die USA hätten ein Bild des toten Osama bin Laden veröffentlicht, ohne es zu zeigen! Die Haltung der Redaktion wird sich vielmehr daran ablesen lassen, WIE sie mit diesem Bild umgeht: Wie sehr wird dabei das Dokumentarische, also distanziert-reflektiert Informierende, und wie sehr das Voyeuristische, Skandalisierende im Vordergrund stehen? Das wird sich aus der Aufmachung (wie gross, wie schreiend), je nachdem aus dem Ausschnitt, aber etwa auch aus der Farbgebung – ist eventuell ein Schwarzweiss-Bild vorzuziehen? – ablesen lassen. Das und noch mehr werden die Blattmacher im konkreten Fall zu beurteilen und zu entscheiden haben.
Übrigens hat man schon früher Bilder von berühmten Toten veröffentlicht: In der Form von Totenmasken, die es von fast jeder Berühmtheit gab. Ein Verzicht auf eine Veröffentlichung, wenn möglich verbunden mit einer Schelte an die Amerikaner, wäre aus meiner Sicht heuchlerisch und diente nur dazu, seine Hände in Unschuld zu waschen. Und die Abbildung, die auch der letzte Leser irgendwo zu Gesicht bekommen wird, anderen zu überlassen

Thomas Bornhauser, Chefredaktor ‘Neue Luzerner Zeitung’
Tote Menschen zeigen wir nur im begründeten Einzelfall, etwa, wenn dies aus dokumentarischen Gründen angezeigt ist. Zudem prüfen wir im konkreten Einzelfall die Option, für ein interessiertes Publikum ausgewählte Bilder aufs Netz zu laden. Im vorliegenden Fall könnte es journalistisch zum Beispiel Sinn machen, ein Bild von der Seebestattung Osama bin Ladens zu publizieren, welches die Würde des Toten respektiert. Ein konkreter Publikationsentscheid allerdings kann erst nach Sichtung des Bildmaterials gefällt werden.

David Thommen, Stv. Chefredaktor ‘Basler Zeitung’
Wir schliessen nicht grundsätzlich aus, dass wir das Bild als Dokument der Zeitgeschichte veröffentlichen werden. Über das Ob und Wie werden wir allerdings erst entscheiden, sobald das Bild vorliegt.

Andy Fischer, Stv. Chefredaktor ’20 Minuten’
Die Redaktionen von 20 Minuten Print und 20 Minuten Online werden nach dem allfälligen Erscheinen der Bilder über diese Frage entscheiden.
Umfrage: Christian Lüscher,

Im Mai 2011 hat eine US-Truppe den gesuchten Terroristen Bin Laden umgebracht. Die USA hielten die Fotos des getöteten Bin Laden unter Verschluss, weil man damit kein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören wollte. Hätten Sie es publiziert, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt wäre?
Persönlich.com fragte bei den Chefredaktoren von Schweizer Zeitungen und Onlineportalen nach.

Sandro Brotz, Stv. Chefredaktor ‘Der Sonntag’
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Bild des getöteten Bin Laden – ähnlich wie der gehängte Mussolini oder der hingerichtete Ceausescu – ein relevantes Dokument der Zeitgeschichte ist. Doch der Entscheid ist schwierig, solange das Bild nicht in Umlauf ist und damit die Frage geklärt werden kann, ob es den Lesern zugemutet werden kann. Bei einem eigentlichen Gräuelbild ist dies meiner Meinung nach nicht der Fall. Aber Zensur ist grundsätzlich der falsche Weg – notfalls kann man sich damit behelfen, Menschen zu zeigen, die das Foto anschauen. Wir müssen uns aber nichts vormachen und eine theoretische Debatte führen: Das Bild wird – wenn es von den US-Behörden erstmals freigegeben wird – innert Sekunden um die Welt gehen.

Peter Wälty, Chefredaktor Newsnetz/Tagesanzeiger.ch
Ich war zwölf Jahre alt, als Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gundrun Ensslin sich in Stammheim das Leben nahmen. Die ersten beiden mit Kopfschuss, die Ensslin erhängte sich. Irmgard Möller scheiterte an einem stumpfen Besteckmesser. Ein paar Wochen später machten wir bei Klassenlehrer Dr. Köpfli so eine Art Medienanalyse. Das heisst, wir mussten eine Zeitschrift ausmessen, Text- und Inserateanteil bestimmen etc. Dazu bestellte Köpfli beim Ringier-Verlag in Zofingen einen Stapel alte “Sie & Er”. Sie schickten ihm ausgerechnet jene Ausgabe mit den Bildern der Stammheimer Toten. Literweise Blut war auf den Fotos zu sehen, die Leichen in allen fotografisch denkbaren Perspektiven. Details. Man sah das Loch im Hinterkopf von Baader, angeblich wollte er so einen Mord vortäuschen. Für uns als Teenager war das natürlich ein Riesenspektakel, Köpfli hingegen war geschockt.
In der Regel ist man sehr zurückhaltend bei der Publikation von gewaltsam zu Tode gekommenen in der Presse. Mit einer Ausnahme: Handelt es sich beim Toten um einen Volksfeind, fallen diese Schranken. Wir erinnern uns an die Bilder des toten Ceauescu, der am 25. Dezember 1989 hingerichtet wurde. Alle Kanäle zeigten die entsetzlichen Bilder, die weihnächtlichen Kinderchöre hatte man noch im Ohr. Die Bilderreihe liesse sich endlos fortsetzen: Goebbels verkohlte Leiche, der an den Füssen aufgehängte Mussolini, der aufgebahrte Che Guevarra, Saddams Söhne.
Wenn ein kollektives Interesse der Gesellschaft am Tod einer Person existiert und überwiegt, scheint die Veröffentlichung des Totenbildes gerechtfertigt. Das veröffentlichte Totenbild des Volksfeinds tritt so quasi an die Stelle der öffentlichen Exekution – postum. Es ist der Beweis für die Verbrechen des Toten und demonstriert die Macht des Staates und der Gerechtigkeit. Solche Bilder erhalten in aller Regel ikonographischen Charakter und tauchen Jahre später in Geschichtsbüchern auf. Ja, Newsnetz wird das Bild mit gegebener Zurückhaltung zeigen, denn es scheint uns nicht angebracht, den Lesern ein historisches Dokument vorzuenthalten. Falls das Bild eine völlig verstümmelte Leiche zeigen würde, müsste man die Sache sicherlich neu diskutieren.

Christian Dorer, Chefredaktor ‘Aargauer Zeitung’
Die az würde das Bild publizieren – aus drei Gründen und mit einer Einschränkung. Erstens ist das Foto des toten Osama Bin Laden ein Dokument von historischer Bedeutung. Zweitens ist das Bild deshalb relevant, weil es Gerüchten entgegen wirkt, wonach Osama nicht getötet worden sei. Drittens gibt es im Fall des bis vor kurzem meist gesuchten Terroristen der Welt keine Persönlichkeitsrechte, um die ein Medium besorgt sein müsste. Allerdings, und das ist die Einschränkung, würden wir das Bild vor einer Publikation dahingehend beurteilen, ob es den Leserinnen und Lesern rein optisch zugemutet werden könnte.

Peter Röthlisberger, Chefredaktor ‘Blick am Abend’
Ich müsste das Bild zuerst sehen. Ich gehe aber davon aus, dass die offiziellen amerikanischen Stellen kein Interesse haben, mit einem grauenvollen Foto des erschossenen Bin Laden die islamische Welt zu provozieren.
Unter den Aspekten “Zeitdokument” und “Beweis” würden wir das Bild sicher bringen. Es kommt allerdings drauf an, wie grauslig es ist. Der Ekelfaktor entscheidet über Bildgrösse und Farbe oder s/w. Damit wir uns nicht missverstehen: je ekliger, desto zurückhaltender werden wir sein. Kodex hin oder her. Es gibt Bilder, die man zeigen muss. Ich erinnere an das erschossene Ehepaar Ceausescu oder an die Dokumentation von Greueltaten bis hin zum Holocaust. Das ist alles sehr schwere Kost und doch muss man sich dem stellen.

Peter Studer, ex-Chefredaktor ‘Tages-Anzeiger’, SF und Präsident des Schweizer Presserats
Der Presserat hat sich mehrmals mit dem Thema “Abbildung von Leichen in den Medien” beschäftigt. Im Journalistenkodexheisst es dazu: Das Interesse an der Dokumentierung ausserordentlicher (“Ikonen der Zeitgeschichte”) ist abzuwägen 1. gegen die Pflicht, die Menschenwürde der Toten zu respektieren und 2. gegen das Recht der Betrachter, sich nicht extrem grausamen Bildsituationen auszusetzen gesetzt zu sehen. Es bedarf also einer sorgfältigen Güterabwägung. Sie lässt sich nur am konkreten Bild durchexerzieren. Bei der Berichterstattung über den Tsunami Ende 2005 hielt ich es für legitim, aus der Halbtotalen an der Küste treibende Baumstämme zu zeigen, zwischen denen nicht näher identifizierbare Leichen trieben. Das dokumentierte die zerstörerische Wucht und die unvorstellbar schweren Verluste an Menschenleben. Der PRESSERAT rügte anderseits die NZZ-Beilage Folio, weil sie ohne Einbettung in einen Verständniszusammenhang den abgetrennten Kopf einer palästinensischen Terroristin mit herausquellender Hirnmasse auf dem Asphalt zeigte (Jahrheft PRESSERAT 2005 zur Folioauagabe über das Phänomen der “Bombe” ).

Philipp Landmark, Chefredaktor ‘St. Galler Tagblatt’
Grundsätzlich sollten Bilden von Leichen nicht veröffentlicht werden – hinter diesem Prinzip stehen wir. Im Fall von Osama bin Laden geht es aber um weit mehr: Das schon vor seiner Veröffentlichung viel diskutierte Bild ist selbst eine Nachricht, zumal schon Fälschung dieses Bildes im Umlauf sind – und von der Gemeinde der Verschwörungstheoretiker angezweifelt wird, dass die USA überhaupt Osama bin Laden erwischt haben.
Das “St. Galler Tagblatt” ist zwar vergleichsweise zurückhaltend bei der Veröffentlichung umstrittener Aufnahmen, beispielsweise von Bildern vermeintlicher Straftäter, die eine der immer zahlreicheren Überwachungskameras aufgenommen hat. Stets wägen wir sorgfältig die Interessen der Öffentlichkeit gegen die Interessen des Individuums ab. Im Wissen, dass sich viele Boulevardblätter oder Onlineportale nicht mit so lästigen Fragen aufhalten. Wird aber ein Bild des erschossenen Osama bin Ladens veröffentlicht, ist das nicht zuletzt auch ein Zeitdokument. Unsere Redaktion wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit dafür entscheiden, dieses Foto zu publizieren.

Gottlieb F. Höpli, Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz
Auch mit Bin Ladens Photo geht es wie mit der ganzen Aktion gegen den finsteren Fürsten des Terrors. Die Amerikaner tun etwas, und die Europäer diskutieren darüber, was die Amerikaner dabei alles falsch gemacht haben. Sollten die Amerikaner das Bild des toten Bin Laden veröffentlichen, wird kaum ein Medium – auch nicht das St.Galler Tagblatt, nehme ich an, auf eine Veröffentlichung verzichten. Denn dabei handelt es sich um ein weltgeschichtliches Dokument. Und es wäre ja doch etwas seltsam, wenn in unserem visuellen Zeitalter in der Zeitung stünde, die USA hätten ein Bild des toten Osama bin Laden veröffentlicht, ohne es zu zeigen! Die Haltung der Redaktion wird sich vielmehr daran ablesen lassen, WIE sie mit diesem Bild umgeht: Wie sehr wird dabei das Dokumentarische, also distanziert-reflektiert Informierende, und wie sehr das Voyeuristische, Skandalisierende im Vordergrund stehen? Das wird sich aus der Aufmachung (wie gross, wie schreiend), je nachdem aus dem Ausschnitt, aber etwa auch aus der Farbgebung – ist eventuell ein Schwarzweiss-Bild vorzuziehen? – ablesen lassen. Das und noch mehr werden die Blattmacher im konkreten Fall zu beurteilen und zu entscheiden haben.
Übrigens hat man schon früher Bilder von berühmten Toten veröffentlicht: In der Form von Totenmasken, die es von fast jeder Berühmtheit gab. Ein Verzicht auf eine Veröffentlichung, wenn möglich verbunden mit einer Schelte an die Amerikaner, wäre aus meiner Sicht heuchlerisch und diente nur dazu, seine Hände in Unschuld zu waschen. Und die Abbildung, die auch der letzte Leser irgendwo zu Gesicht bekommen wird, anderen zu überlassen

Thomas Bornhauser, Chefredaktor ‘Neue Luzerner Zeitung’
Tote Menschen zeigen wir nur im begründeten Einzelfall, etwa, wenn dies aus dokumentarischen Gründen angezeigt ist. Zudem prüfen wir im konkreten Einzelfall die Option, für ein interessiertes Publikum ausgewählte Bilder aufs Netz zu laden. Im vorliegenden Fall könnte es journalistisch zum Beispiel Sinn machen, ein Bild von der Seebestattung Osama bin Ladens zu publizieren, welches die Würde des Toten respektiert. Ein konkreter Publikationsentscheid allerdings kann erst nach Sichtung des Bildmaterials gefällt werden.

David Thommen, Stv. Chefredaktor ‘Basler Zeitung’
Wir schliessen nicht grundsätzlich aus, dass wir das Bild als Dokument der Zeitgeschichte veröffentlichen werden. Über das Ob und Wie werden wir allerdings erst entscheiden, sobald das Bild vorliegt.

Andy Fischer, Stv. Chefredaktor ’20 Minuten’
Die Redaktionen von 20 Minuten Print und 20 Minuten Online werden nach dem allfälligen Erscheinen der Bilder über diese Frage entscheiden.
Umfrage: Christian Lüscher,

Im Oktober 2011 wurde der libysche Herrscher Muammar al-Gaddafi hingerichtet. Viele Medien veröffentlichten damals Fotos und Videos des getöteten Diktators. Doch dürfen die Massenmedien das überhaupt und wenn ja, in welcher Form? Jedenfalls sind beim Deutschen Presserat 49 Beschwerden gegen diese Veröffentlichungen eingegangen. Wie hätten Sie entschieden?

Im Oktober 2011 wurde der libysche Herrscher Muammar al-Gaddafi hingerichtet. Viele Medien veröffentlichten damals Fotos und Videos des getöteten Diktators. Doch dürfen die Massenmedien das überhaupt und wenn ja, in welcher Form? Jedenfalls sind beim Deutschen Presserat 49 Beschwerden gegen diese Veröffentlichungen eingegangen. Wie hätten Sie entschieden?

Lösung: «Selbstverständlich ist der Anblick eines getöteten Menschen kein Anblick, dem sich ein Leser oder Internet-User in der Regel gerne stellt», teilte der Presserat mit. Dennoch gehöre es zu den Aufgaben der Presse, auch solche Informationen in Wort und Bild zu vermitteln, die Gewalt, Krieg und Sterben beinhalten würden.
Allerdings beanstandete der Presserat laut Kleinreport.ch die Fotos in zwei Boulevardzeitungen, welche das blutverschmierte Gesicht des toten Gaddafis, gezoomt und vergrössert, auf der Titelseite zeigten. Gerügt wurde aber nicht ein Verstoss gegen den Grundsatz der Menschenwürde, sondern gegen Aspekte des Jugendschutzes. «Bei der Platzierung bildlicher Darstellungen von Gewalttaten und Unglücksfällen auf Titelseiten beachtet die Presse die möglichen Wirkungen auf Kinder und Jugendliche», heisst es im Kodex. 35 der 49 Beschwerden bezogen sich auf diese beiden Fälle, die anderen 14 Beschwerden wies der Presserat ab.
Quelle:

Im Oktober 2011 wurde der libysche Herrscher Muammar al-Gaddafi hingerichtet. Viele Medien veröffentlichten damals Fotos und Videos des getöteten Diktators. Doch dürfen die Massenmedien das überhaupt und wenn ja, in welcher Form? Jedenfalls sind beim Deutschen Presserat 49 Beschwerden gegen diese Veröffentlichungen eingegangen. Wie hätten Sie entschieden?

Im Mai 2011 hat eine US-Truppe den gesuchten Terroristen Bin Laden umgebracht. Die USA hielten die Fotos des getöteten Bin Laden unter Verschluss, weil man damit kein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören wollte. Hätten Sie es publiziert, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt wäre?

Im Mai 2011 hat eine US-Truppe den gesuchten Terroristen Bin Laden umgebracht. Die USA hielten die Fotos des getöteten Bin Laden unter Verschluss, weil man damit kein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören wollte. Hätten Sie es publiziert, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt wäre?
Persönlich.com fragte bei den Chefredaktoren von Schweizer Zeitungen und Onlineportalen nach.

Sandro Brotz, Stv. Chefredaktor ‘Der Sonntag’
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Bild des getöteten Bin Laden – ähnlich wie der gehängte Mussolini oder der hingerichtete Ceausescu – ein relevantes Dokument der Zeitgeschichte ist. Doch der Entscheid ist schwierig, solange das Bild nicht in Umlauf ist und damit die Frage geklärt werden kann, ob es den Lesern zugemutet werden kann. Bei einem eigentlichen Gräuelbild ist dies meiner Meinung nach nicht der Fall. Aber Zensur ist grundsätzlich der falsche Weg – notfalls kann man sich damit behelfen, Menschen zu zeigen, die das Foto anschauen. Wir müssen uns aber nichts vormachen und eine theoretische Debatte führen: Das Bild wird – wenn es von den US-Behörden erstmals freigegeben wird – innert Sekunden um die Welt gehen.

Peter Wälty, Chefredaktor Newsnetz/Tagesanzeiger.ch
Ich war zwölf Jahre alt, als Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gundrun Ensslin sich in Stammheim das Leben nahmen. Die ersten beiden mit Kopfschuss, die Ensslin erhängte sich. Irmgard Möller scheiterte an einem stumpfen Besteckmesser. Ein paar Wochen später machten wir bei Klassenlehrer Dr. Köpfli so eine Art Medienanalyse. Das heisst, wir mussten eine Zeitschrift ausmessen, Text- und Inserateanteil bestimmen etc. Dazu bestellte Köpfli beim Ringier-Verlag in Zofingen einen Stapel alte “Sie & Er”. Sie schickten ihm ausgerechnet jene Ausgabe mit den Bildern der Stammheimer Toten. Literweise Blut war auf den Fotos zu sehen, die Leichen in allen fotografisch denkbaren Perspektiven. Details. Man sah das Loch im Hinterkopf von Baader, angeblich wollte er so einen Mord vortäuschen. Für uns als Teenager war das natürlich ein Riesenspektakel, Köpfli hingegen war geschockt.
In der Regel ist man sehr zurückhaltend bei der Publikation von gewaltsam zu Tode gekommenen in der Presse. Mit einer Ausnahme: Handelt es sich beim Toten um einen Volksfeind, fallen diese Schranken. Wir erinnern uns an die Bilder des toten Ceauescu, der am 25. Dezember 1989 hingerichtet wurde. Alle Kanäle zeigten die entsetzlichen Bilder, die weihnächtlichen Kinderchöre hatte man noch im Ohr. Die Bilderreihe liesse sich endlos fortsetzen: Goebbels verkohlte Leiche, der an den Füssen aufgehängte Mussolini, der aufgebahrte Che Guevarra, Saddams Söhne.
Wenn ein kollektives Interesse der Gesellschaft am Tod einer Person existiert und überwiegt, scheint die Veröffentlichung des Totenbildes gerechtfertigt. Das veröffentlichte Totenbild des Volksfeinds tritt so quasi an die Stelle der öffentlichen Exekution – postum. Es ist der Beweis für die Verbrechen des Toten und demonstriert die Macht des Staates und der Gerechtigkeit. Solche Bilder erhalten in aller Regel ikonographischen Charakter und tauchen Jahre später in Geschichtsbüchern auf. Ja, Newsnetz wird das Bild mit gegebener Zurückhaltung zeigen, denn es scheint uns nicht angebracht, den Lesern ein historisches Dokument vorzuenthalten. Falls das Bild eine völlig verstümmelte Leiche zeigen würde, müsste man die Sache sicherlich neu diskutieren.

Christian Dorer, Chefredaktor ‘Aargauer Zeitung’
Die az würde das Bild publizieren – aus drei Gründen und mit einer Einschränkung. Erstens ist das Foto des toten Osama Bin Laden ein Dokument von historischer Bedeutung. Zweitens ist das Bild deshalb relevant, weil es Gerüchten entgegen wirkt, wonach Osama nicht getötet worden sei. Drittens gibt es im Fall des bis vor kurzem meist gesuchten Terroristen der Welt keine Persönlichkeitsrechte, um die ein Medium besorgt sein müsste. Allerdings, und das ist die Einschränkung, würden wir das Bild vor einer Publikation dahingehend beurteilen, ob es den Leserinnen und Lesern rein optisch zugemutet werden könnte.

Peter Röthlisberger, Chefredaktor ‘Blick am Abend’
Ich müsste das Bild zuerst sehen. Ich gehe aber davon aus, dass die offiziellen amerikanischen Stellen kein Interesse haben, mit einem grauenvollen Foto des erschossenen Bin Laden die islamische Welt zu provozieren.
Unter den Aspekten “Zeitdokument” und “Beweis” würden wir das Bild sicher bringen. Es kommt allerdings drauf an, wie grauslig es ist. Der Ekelfaktor entscheidet über Bildgrösse und Farbe oder s/w. Damit wir uns nicht missverstehen: je ekliger, desto zurückhaltender werden wir sein. Kodex hin oder her. Es gibt Bilder, die man zeigen muss. Ich erinnere an das erschossene Ehepaar Ceausescu oder an die Dokumentation von Greueltaten bis hin zum Holocaust. Das ist alles sehr schwere Kost und doch muss man sich dem stellen.

Peter Studer, ex-Chefredaktor ‘Tages-Anzeiger’, SF und Präsident des Schweizer Presserats
Der Presserat hat sich mehrmals mit dem Thema “Abbildung von Leichen in den Medien” beschäftigt. Im Journalistenkodexheisst es dazu: Das Interesse an der Dokumentierung ausserordentlicher (“Ikonen der Zeitgeschichte”) ist abzuwägen 1. gegen die Pflicht, die Menschenwürde der Toten zu respektieren und 2. gegen das Recht der Betrachter, sich nicht extrem grausamen Bildsituationen auszusetzen gesetzt zu sehen. Es bedarf also einer sorgfältigen Güterabwägung. Sie lässt sich nur am konkreten Bild durchexerzieren. Bei der Berichterstattung über den Tsunami Ende 2005 hielt ich es für legitim, aus der Halbtotalen an der Küste treibende Baumstämme zu zeigen, zwischen denen nicht näher identifizierbare Leichen trieben. Das dokumentierte die zerstörerische Wucht und die unvorstellbar schweren Verluste an Menschenleben. Der PRESSERAT rügte anderseits die NZZ-Beilage Folio, weil sie ohne Einbettung in einen Verständniszusammenhang den abgetrennten Kopf einer palästinensischen Terroristin mit herausquellender Hirnmasse auf dem Asphalt zeigte (Jahrheft PRESSERAT 2005 zur Folioauagabe über das Phänomen der “Bombe” ).

Philipp Landmark, Chefredaktor ‘St. Galler Tagblatt’
Grundsätzlich sollten Bilden von Leichen nicht veröffentlicht werden – hinter diesem Prinzip stehen wir. Im Fall von Osama bin Laden geht es aber um weit mehr: Das schon vor seiner Veröffentlichung viel diskutierte Bild ist selbst eine Nachricht, zumal schon Fälschung dieses Bildes im Umlauf sind – und von der Gemeinde der Verschwörungstheoretiker angezweifelt wird, dass die USA überhaupt Osama bin Laden erwischt haben.
Das “St. Galler Tagblatt” ist zwar vergleichsweise zurückhaltend bei der Veröffentlichung umstrittener Aufnahmen, beispielsweise von Bildern vermeintlicher Straftäter, die eine der immer zahlreicheren Überwachungskameras aufgenommen hat. Stets wägen wir sorgfältig die Interessen der Öffentlichkeit gegen die Interessen des Individuums ab. Im Wissen, dass sich viele Boulevardblätter oder Onlineportale nicht mit so lästigen Fragen aufhalten. Wird aber ein Bild des erschossenen Osama bin Ladens veröffentlicht, ist das nicht zuletzt auch ein Zeitdokument. Unsere Redaktion wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit dafür entscheiden, dieses Foto zu publizieren.

Gottlieb F. Höpli, Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz
Auch mit Bin Ladens Photo geht es wie mit der ganzen Aktion gegen den finsteren Fürsten des Terrors. Die Amerikaner tun etwas, und die Europäer diskutieren darüber, was die Amerikaner dabei alles falsch gemacht haben. Sollten die Amerikaner das Bild des toten Bin Laden veröffentlichen, wird kaum ein Medium – auch nicht das St.Galler Tagblatt, nehme ich an, auf eine Veröffentlichung verzichten. Denn dabei handelt es sich um ein weltgeschichtliches Dokument. Und es wäre ja doch etwas seltsam, wenn in unserem visuellen Zeitalter in der Zeitung stünde, die USA hätten ein Bild des toten Osama bin Laden veröffentlicht, ohne es zu zeigen! Die Haltung der Redaktion wird sich vielmehr daran ablesen lassen, WIE sie mit diesem Bild umgeht: Wie sehr wird dabei das Dokumentarische, also distanziert-reflektiert Informierende, und wie sehr das Voyeuristische, Skandalisierende im Vordergrund stehen? Das wird sich aus der Aufmachung (wie gross, wie schreiend), je nachdem aus dem Ausschnitt, aber etwa auch aus der Farbgebung – ist eventuell ein Schwarzweiss-Bild vorzuziehen? – ablesen lassen. Das und noch mehr werden die Blattmacher im konkreten Fall zu beurteilen und zu entscheiden haben.
Übrigens hat man schon früher Bilder von berühmten Toten veröffentlicht: In der Form von Totenmasken, die es von fast jeder Berühmtheit gab. Ein Verzicht auf eine Veröffentlichung, wenn möglich verbunden mit einer Schelte an die Amerikaner, wäre aus meiner Sicht heuchlerisch und diente nur dazu, seine Hände in Unschuld zu waschen. Und die Abbildung, die auch der letzte Leser irgendwo zu Gesicht bekommen wird, anderen zu überlassen

Thomas Bornhauser, Chefredaktor ‘Neue Luzerner Zeitung’
Tote Menschen zeigen wir nur im begründeten Einzelfall, etwa, wenn dies aus dokumentarischen Gründen angezeigt ist. Zudem prüfen wir im konkreten Einzelfall die Option, für ein interessiertes Publikum ausgewählte Bilder aufs Netz zu laden. Im vorliegenden Fall könnte es journalistisch zum Beispiel Sinn machen, ein Bild von der Seebestattung Osama bin Ladens zu publizieren, welches die Würde des Toten respektiert. Ein konkreter Publikationsentscheid allerdings kann erst nach Sichtung des Bildmaterials gefällt werden.

David Thommen, Stv. Chefredaktor ‘Basler Zeitung’
Wir schliessen nicht grundsätzlich aus, dass wir das Bild als Dokument der Zeitgeschichte veröffentlichen werden. Über das Ob und Wie werden wir allerdings erst entscheiden, sobald das Bild vorliegt.

Andy Fischer, Stv. Chefredaktor ’20 Minuten’
Die Redaktionen von 20 Minuten Print und 20 Minuten Online werden nach dem allfälligen Erscheinen der Bilder über diese Frage entscheiden.
Umfrage: Christian Lüscher,

Viele Internetuser geben gerne ihren Senf dazu. Auf einigen Informationsportalen gibt es hunderte von Kommentaren zu bestimmten Artikeln. Oft werden die Leserkommentare mit Fantasienamen versehen. Doch ist das anonyme Kommentieren überhaupt zulässig? Schliesslich müssen traditionelle Leserbriefe auch mit Namen gekennzeichnet sein.

Viele Internetuser geben gerne ihren Senf dazu. Auf einigen Informationsportalen gibt es hunderte von Kommentaren zu bestimmten Artikeln. Oft werden die Leserkommentare mit Fantasienamen versehen. Doch ist das anonyme Kommentieren überhaupt zulässig? Schliesslich müssen traditionelle Leserbriefe auch mit Namen gekennzeichnet sein.

Viele Internetuser geben gerne ihren Senf dazu. Auf einigen Informationsportalen gibt es hunderte von Kommentaren zu bestimmten Artikeln. Oft werden die Leserkommentare mit Fantasienamen versehen. Doch ist das anonyme Kommentieren überhaupt zulässig? Schliesslich müssen traditionelle Leserbriefe auch mit Namen gekennzeichnet sein.

Im Oktober 2011 wurde der libysche Herrscher Muammar al-Gaddafi hingerichtet. Viele Medien veröffentlichten damals Fotos und Videos des getöteten Diktators. Doch dürfen die Massenmedien das überhaupt und wenn ja, in welcher Form? Jedenfalls sind beim Deutschen Presserat 49 Beschwerden gegen diese Veröffentlichungen eingegangen. Wie hätten Sie entschieden?

Überarbeitete Neufassung des vom NMJ-Jahrgang 2008/10 verfassten Multimedia-Kodex 2009 durch den nachfolgenden NMJ-Jahrgang 2010/2012

Präambel
- Der Multimedia-Ethikkodex stützt sich auf Art. 19 der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen und Art. 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Meinungs- und Informationsfreiheit). Er ist den sozialen und liberalen Grundwerten einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaftsordnung verpflichtet.
- Dem Multimedia-Ethikkodex liegen die bisher geltenden Journalistenkodizes der Schweiz, Österreichs und Deutschlands zu Grunde. Sie gelten im multimedialen Kontext ebenso uneingeschränkt fort wie andere allgemein anerkannte journalistische Werte und handwerkliche Standards.
- Der Multimedia-Ethikkodex trägt der aktuellen Medienentwicklung und ihren Mitteln insbesondere in digital vernetzter und multimedialer Hinsicht Rechnung und ist laufend fortzuentwickeln. Für aktive Nutzer und Mitgestalter neuer Medien gilt der Kodex als Orientierung zur Verantwortung von Veröffentlichungen.
- Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter.

1. Abschnitt. Allgemeine Grundsätze

Artikel 1 Richtigkeit:
Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2 Fairness; Unabhängigkeit:
(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3 Prüfung:
(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4 Quellen:
Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5 Kommentar und Glosse:
Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6 Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität:
Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

2. Abschnitt: Mittel und Wege journalistischen Ausdrucks

Artikel 7 Sprache:
Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8 Foto; Audio; Video:
Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9 Verhalten als Privatperson:
(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.
(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.
(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10 Blogs; soziale Netzwerke:
Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit:
(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.
(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.
(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.
(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

3. Abschnitt: Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle

Artikel 12 Qualifikation:
(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.
(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.
(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13 Quote:
(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.
(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönliche Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.
(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14 Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik:
(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.
(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

4. Abschnitt: Beiträge der Nutzer

Artikel 15 Kommentare und Foren:
(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.
(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.
(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.
(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.
(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16 Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer:
(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.
(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.
(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.

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Für den Inhalt der Webseite verantwortlich (in alphabetischer Reihenfolge):

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer.

Medieninhaber und Herausgeber:

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer als Studierende des Master-Studiengangs „New Media Journalism“ – Jahrgang 2010 c/o Leipzig School of Media, Poetenweg 28  04155 Leipzig, Deutschland sowie Kai Voigtländer c/o Akademie für Publizistik, Warburgstraße 8 – 10, 20354 Hamburg, Deutschland.

Kontakt: Mail: nmj2010(at)leipzigschoolofmedia.de
Website: www.newmediajournalism.net

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gemäß § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 Mediengesetz (österreichisches Recht):

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Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer als Studierende des Master-Studiengangs „New Media Journalism“ – Jahrgang 2010 c/o Leipzig School of Media, Poetenweg 28  04155 Leipzig, Deutschland sowie Kai Voigtländer c/o Akademie für Publizistik, Warburgstraße 8 – 10, 20354 Hamburg, Deutschland.

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Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 des österreichischen Urheberrechtsgesetz: © „New Media Journalism“. Rechtschreibfehler vorbehalten. Für die angegeben Daten wird keine Gewähr übernommen.

Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung: Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:
> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.

Eine Jugendliche aus Österreich ist in einem Spital, aus bis jetzt noch unklaren Umständen gestorben. Die Zeitung “heute“ hat über diese Geschichte berichtet. Dazu verwendete die Zeitung in ihrer Printausgabe ein Privatfoto aus dem Internet. Dieses wurde jedoch nach dem Tod der Jugendlichen von der Homepage gelöscht und die Verwandten wurden nicht um Erlaubnis gefragt, dieses Foto zu drucken.

Die mittlerweile verstorbene Jugendliche hat zu Lebzeiten angegeben, das Opfer von Vergewaltigungen zu sein. Die Berichterstattung über die zum momentanen Zeitpunkt, noch unklaren Umstände des Todes der Jugendlichen, in einem oberösterreichischen Spital stiess auf grosses öffentliches Interesse. Es ist legitim, die Allgemeinheit über neu Entwicklungen in diesem tragischen Fall zu unterrichten und das Verhalten der behandelnden Ärzten durch einen Hinweis auf ein Gutachten kritisch in Frage zu stellen. Berichte über mögliche Missstände im Spitalwesen tragen zu einer Debatte von öffentlichem Interesse bei.

Das beigefügte Bild wurde jedoch stark kritisiert. Es ist ein privates Foto, auf dem die Jugendliche mit ihrem Hund abgebildet ist. Die Zeitung “heute“ hatte es von einer Homepage für Hundezucht kopiert. Dort wurde das Bild kurz nach dem Tod der Jugendlichen gelöscht. Trotzdem wurde es in der Zeitung abgedruckt. Die Zeitung hatte die Eltern nicht um Erlaubnis gefragt, ob dieses Foto abgedruckt werden darf.

Boudin t-bone short ribs, turkey ball tip drumstick brisket jerky turducken biltong beef ribs tri-tip. Jerky cow brisket prosciutto shank. Pig flank chuck ball tip, sirloin boudin shoulder. Pastrami strip steak beef ribs, biltong chicken bacon pork loin swine meatball boudin short ribs pork belly brisket. Kielbasa strip steak swine, frankfurter ball tip pork ground round pig beef short loin shoulder corned beef brisket bacon. Chicken sirloin chuck tri-tip. Ground round short loin salami, pork belly bacon short ribs tongue.

Bresaola tri-tip pastrami, shankle kielbasa leberkase tenderloin short loin jerky spare ribs. Shoulder prosciutto pork chop tri-tip, beef ribs turducken shank corned beef salami. Fatback drumstick rump prosciutto turducken, beef ribs meatloaf frankfurter pork t-bone sausage ham corned beef. Hamburger t-bone chuck pig. Chuck ham beef ribs, brisket tri-tip ball tip pastrami ham hock capicola drumstick short ribs leberkase pancetta jerky turkey. Pig tenderloin meatball beef ribs biltong bresaola. Bresaola jerky bacon, prosciutto turducken fatback capicola biltong beef swine tail hamburger shoulder.

Short loin ball tip salami boudin capicola t-bone. Pork chop shoulder frankfurter tongue pastrami, turducken short loin chuck flank. Spare ribs hamburger meatloaf short ribs jerky salami, meatball tri-tip bacon. Leberkase t-bone shoulder hamburger tongue, capicola short loin kielbasa frankfurter sausage. Pastrami shankle ham hock kielbasa bresaola. Pork chop shoulder chuck, tri-tip ribeye beef ribs kielbasa fatback ham short loin boudin. Jerky sausage tenderloin, strip steak bresaola biltong corned beef rump.

Tail ham tri-tip cow ham hock pancetta jerky, biltong pork chop short ribs turducken frankfurter. Pig rump frankfurter salami. Bresaola ribeye pig, bacon meatloaf pork pork chop chuck drumstick tri-tip strip steak tail fatback chicken. Tongue ground round tenderloin short loin, turducken pig fatback pork chop pastrami drumstick chuck chicken tri-tip brisket filet mignon. Tenderloin swine meatball beef ribs cow. Ball tip bresaola pork chop, turkey sirloin tenderloin shank turducken flank. Tongue strip steak sausage, pork belly shank pork chop ham.

Spare ribs bacon swine, shank tri-tip cow flank frankfurter boudin pig prosciutto leberkase beef ribs hamburger. Frankfurter short ribs salami brisket. Tongue beef prosciutto, rump tri-tip meatloaf sausage cow biltong pig beef ribs shank pork loin turkey kielbasa. Filet mignon swine shoulder sirloin. Cow ball tip rump hamburger pig pork belly meatball. Pork belly shank tail bresaola, hamburger venison tri-tip pig frankfurter corned beef drumstick. Bresaola fatback andouille chuck.

Überarbeitete Neufassung des vom NMJ-Jahrgang 2008/10 verfassten Multimedia-Kodex 2009 durch den nachfolgenden NMJ-Jahrgang 2010/2012

Präambel
- Der Multimedia-Ethikkodex stützt sich auf Art. 19 der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen und Art. 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Meinungs- und Informationsfreiheit). Er ist den sozialen und liberalen Grundwerten einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaftsordnung verpflichtet.
- Dem Multimedia-Ethikkodex liegen die bisher geltenden Journalistenkodizes der Schweiz, Österreichs und Deutschlands zu Grunde. Sie gelten im multimedialen Kontext ebenso uneingeschränkt fort wie andere allgemein anerkannte journalistische Werte und handwerkliche Standards.
- Der Multimedia-Ethikkodex trägt der aktuellen Medienentwicklung und ihren Mitteln insbesondere in digital vernetzter und multimedialer Hinsicht Rechnung und ist laufend fortzuentwickeln. Für aktive Nutzer und Mitgestalter neuer Medien gilt der Kodex als Orientierung zur Verantwortung von Veröffentlichungen.
- Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter.

1. Abschnitt: Allgemeine Grundsätze

Artikel 1 Richtigkeit:
Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2 Fairness; Unabhängigkeit:
(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3 Prüfung:
(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4 Quellen:
Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5 Kommentar und Glosse:
Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6 Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität:
Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.

2. Abschnitt: Mittel und Wege journalistischen Ausdrucks

Artikel 7 Sprache:
Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8 Foto; Audio; Video:
Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9 Verhalten als Privatperson:
(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.
(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.
(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10 Blogs; soziale Netzwerke:
Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit:
(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.
(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.
(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.
(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

3. Abschnitt: Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle

Artikel 12 Qualifikation:
(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.
(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.
(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13 Quote:
(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.
(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönliche Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.
(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14 Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik:
(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.
(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

4. Abschnitt: Beiträge der Nutzer

Artikel 15 Kommentare und Foren:
(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.
(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.
(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.
(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.
(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16 Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer:
(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.
(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.
(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.

schweiz-fahne-001-rechteckig-020x20-flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.deJan Derrer, Videoreporter und Multimediajournalist, Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, Schweiz:

„Der neue Multimedia-Ethikkodex ist ist viel zu detailliert. Im Arbeitsalltag braucht es einen Kodex, der knapp und übersichtlich ist. Gutes Beispiel: http://ratgeber.presserat.ch. Gibts auch als App.
Egal, welche Art von Journalismus, also Print, Multimedia usw.: Der Kodex ist immer der gleiche. Einen eigenen „Multimedia Kodex“ zu erstellen, ist nicht nötig. Die Fragen, die Soziale Medien betreffen, können auch in den allgemeinen Kodex eingebaut werden. Denn auch Print-Journalisten nutzen z.B. Twitter für die Recherche. Weniger ist mehr, klare Grundsätze.
Damit die Qualität gesichert ist, sollte man sich an diesem Kodex orientieren.“

Neben Bildern von der Unfallstelle mit zerstörten Fahrzeugen zeigt der Fernsehbericht eines Lokalsenders ein (gepixeltes) Bild des Verstorbenen sowie dessen (unversehrtes) Motorrad. Zu den beiden Fotos gibt der Beitrag an, man habe sie von der privaten Website des Verstorbenen heruntergeladen. Die Angehörigen des Verstorbenen beschwerteb sich beim Presserat, weil in grober Weise gegen ihre Privatsphäre verstoßen wurde.

Eine Internet-Zeitung stellte im Jahr 2002 eine Webcam in der Wohnung eines Mitarbeiters auf, die auf eine Kreuzung gerichtet war. Die kontinuierlich wechselnden Bilder dieser Webcam wurden in Briefmarkengröße auf der Hauptseite des Portals der Internet-Zeitung abgebildet. Die Wohnung der Beschwerdeführerin befindet sich an der Kreuzung, die von der Webcam aufgenommen wird. Sie beanstandet, dass durch die Veröffentlichung der Bilder jeder sehen könne, wann sie ihre Wohnung verlasse und wann sie wiederkomme. Wenn die Fenster beleuchtet seien, könne jeder sehen, wer sich im Fensterbereich aufhalte.

Zwar könne man anhand der Bilder fremde Personen nur schwer erkennen, vertraute Personen seien jedoch unschwer auszumachen. Daher könne jeder, der wisse, dass die Beschwerdeführerin dort wohne, sie jederzeit kontrollieren. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass jemand mit dieser Kamera die Fenster optisch heranhole und weiter in die Wohnung schauen könne. Die Beschwerdeführerin fühlt sich beobachtet und dadurch in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Als lokaler Herausgeber der Internet-Zeitung, so der Beschwerdegegner, versorge die Internet-Zeitung seine Leser nicht nur mit aktuellen Berichten, sondern ebenfalls mit multimedialen Objekten wie Bildern, Bildsequenzen, Live-Streams und auch den wechselnden Bildern der betreffenden Webcam.

Diese Webcam-Aufnahmen seien nach Ansicht des Beschwerdegegners von allgemeinem Interesse. Außerdem merkt die Redaktion an, dass bei diesen Bildern selbst mit Mitteln der Bildbearbeitung keine Personen identifizierbar seien und dieses Bild auch nicht zur Überwachung eingesetzt werden könne. Zudem widerspreche die Nutzung ihres Erachtens nicht den datenschutzrechtlichen Bestimmungen, da die Kamera weder steuerbar sei, noch eine Aufzeichnung der Daten stattfinde. Die Redaktion habe keinen Verstoß gegen den Pressekodex ausmachen können. Dennoch habe sie schon vor Monaten auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin reagiert und die Webcam von dem dortigen Platz entfernt.

Eine Internet-Zeitung stellte im Jahr 2002 eine Webcam in der Wohnung eines Mitarbeiters auf, die auf eine Kreuzung gerichtet war. Die kontinuierlich wechselnden Bilder dieser Webcam wurden in Briefmarkengröße auf der Hauptseite des Portals der Internet-Zeitung abgebildet. Die Wohnung der Beschwerdeführerin befindet sich an der Kreuzung, die von der Webcam aufgenommen wird. Sie beanstandet, dass durch die Veröffentlichung der Bilder jeder sehen könne, wann sie ihre Wohnung verlasse und wann sie wiederkomme. Wenn die Fenster beleuchtet seien, könne jeder sehen, wer sich im Fensterbereich aufhalte.

Zwar könne man anhand der Bilder fremde Personen nur schwer erkennen, vertraute Personen seien jedoch unschwer auszumachen. Daher könne jeder, der wisse, dass die Beschwerdeführerin dort wohne, sie jederzeit kontrollieren. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass jemand mit dieser Kamera die Fenster optisch heranhole und weiter in die Wohnung schauen könne. Die Beschwerdeführerin fühlt sich beobachtet und dadurch in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Als lokaler Herausgeber der Internet-Zeitung, so der Beschwerdegegner, versorge die Internet-Zeitung seine Leser nicht nur mit aktuellen Berichten, sondern ebenfalls mit multimedialen Objekten wie Bildern, Bildsequenzen, Live-Streams und auch den wechselnden Bildern der betreffenden Webcam.

Diese Webcam-Aufnahmen seien nach Ansicht des Beschwerdegegners von allgemeinem Interesse. Außerdem merkt die Redaktion an, dass bei diesen Bildern selbst mit Mitteln der Bildbearbeitung keine Personen identifizierbar seien und dieses Bild auch nicht zur Überwachung eingesetzt werden könne. Zudem widerspreche die Nutzung ihres Erachtens nicht den datenschutzrechtlichen Bestimmungen, da die Kamera weder steuerbar sei, noch eine Aufzeichnung der Daten stattfinde. Die Redaktion habe keinen Verstoß gegen den Pressekodex ausmachen können. Dennoch habe sie schon vor Monaten auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin reagiert und die Webcam von dem dortigen Platz entfernt.

In der Navigationsleiste einer Website der Online-Ausgabe einer Großstadt-Zeitung ist ein Menüpunkt „Vattenfall“ enthalten. Dieser führt zu fünf Beiträgen über Aktivitäten des Energieversorgers. Ein Leser hält die Veröffentlichung für Werbung im redaktionellen Umfeld. Nach seiner Auffassung hat Werbung als Menüpunkt in der Navigationsleiste des redaktionellen Angebots nicht zu suchen.

Die Rechtsabteilung der Zeitung teilt mit, diese könne leider nicht durch farbige Ausdrucke demonstrieren, dass der Menüpunkt „Vattenfall“ für den Nutzer klar als Werbung erkennbar sei. Im Rahmen einer Neugestaltung des Internetauftritts sei diese konkrete Sonderveröffentlichung nicht mehr gespeichert. Dennoch habe sich der kritisierte Auftritt von den übrigen Menüpunkten grundlegend unterschieden. Er sei in der Leiste platziert, die ansonsten zu den regionalen Themen führten. Zum anderen sei die Marke in Großbuchstaben geschrieben; die Farbe der Marke sei übernommen worden. Zudem sei die fragliche Veröffentlichung unter dem Begriff „Sonderveröffentlichung“ zusammengefasst worden. Insgesamt habe der Nutzer den „Vattenfall“-Komplex als Werbung erkennen können.

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In der Navigationsleiste einer Website der Online-Ausgabe einer Großstadt-Zeitung ist ein Menüpunkt „Vattenfall“ enthalten. Dieser führt zu fünf Beiträgen über Aktivitäten des Energieversorgers. Ein Leser hält die Veröffentlichung für Werbung im redaktionellen Umfeld. Nach seiner Auffassung hat Werbung als Menüpunkt in der Navigationsleiste des redaktionellen Angebots nicht zu suchen.

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In der Navigationsleiste einer Website der Online-Ausgabe einer Großstadt-Zeitung ist ein Menüpunkt „Vattenfall“ enthalten. Dieser führt zu fünf Beiträgen über Aktivitäten des Energieversorgers. Ein Leser hält die Veröffentlichung für Werbung im redaktionellen Umfeld. Nach seiner Auffassung hat Werbung als Menüpunkt in der Navigationsleiste des redaktionellen Angebots nicht zu suchen.

Die Rechtsabteilung der Zeitung teilt mit, diese könne leider nicht durch farbige Ausdrucke demonstrieren, dass der Menüpunkt „Vattenfall“ für den Nutzer klar als Werbung erkennbar sei. Im Rahmen einer Neugestaltung des Internetauftritts sei diese konkrete Sonderveröffentlichung nicht mehr gespeichert. Dennoch habe sich der kritisierte Auftritt von den übrigen Menüpunkten grundlegend unterschieden. Er sei in der Leiste platziert, die ansonsten zu den regionalen Themen führten. Zum anderen sei die Marke in Großbuchstaben geschrieben; die Farbe der Marke sei übernommen worden. Zudem sei die fragliche Veröffentlichung unter dem Begriff „Sonderveröffentlichung“ zusammengefasst worden. Insgesamt habe der Nutzer den „Vattenfall“-Komplex als Werbung erkennen können.

Eine Aktion von „Nike“ mit dem Bayern-Star Franck Ribéry ist Thema des Online-Auftritts einer Sportzeitschrift. Im Mittelpunkt steht ein neuer Fußball-Schuh, der vorgestellt und abgebildet wird. Die Bildzeile lautet: “Verteidiger: Jetzt heißt´s zittern: Der neue Mercurial Vapor V ist da!“ Am Ende des Artikels steht ein Hinweis auf die Nike-Website, auf der weitere Informationen zur Aktion zu finden sind. Ein Leser der Zeitschrift sieht in dem Beitrag einen Fall von Schleichwerbung. Ist dem so?

Der Leiter der Online-Ausgabe distanziert sich vom Vorwurf des bezahlten Journalismus. Alle Werbemittel im Zusammenhang mit der Nike-Kampagne seien über die gesamte Laufzeit mit dem Vermerk „Anzeige“ versehen und deutlich kenntlich gemacht worden. Einzige Ausnahme: Gleich am Beginn der Kampagne sei es versäumt worden, den Beitrag entsprechend zu kennzeichnen. Dies sei aber keinesfalls bewusst geschehen. Die Redaktion bedauert die Nachlässigkeit am Anfang und entschuldige sich dafür. Ein Indiz dafür, dass eine Absicht nicht vorgelegen habe, ergebe sich auch daraus, dass man ohne Vorliegen einer Beschwerde die Kennzeichnung aus eigenen Stücken nachgeholt habe.

Eine Aktion von „Nike“ mit dem Bayern-Star Franck Ribéry ist Thema des Online-Auftritts einer Sportzeitschrift. Im Mittelpunkt steht ein neuer Fußball-Schuh, der vorgestellt und abgebildet wird. Die Bildzeile lautet: “Verteidiger: Jetzt heißt´s zittern: Der neue Mercurial Vapor V ist da!“ Am Ende des Artikels steht ein Hinweis auf die Nike-Website, auf der weitere Informationen zur Aktion zu finden sind. Ein Leser der Zeitschrift sieht in dem Beitrag einen Fall von Schleichwerbung. Ist dem so?

Der Leiter der Online-Ausgabe distanziert sich vom Vorwurf des bezahlten Journalismus. Alle Werbemittel im Zusammenhang mit der Nike-Kampagne seien über die gesamte Laufzeit mit dem Vermerk „Anzeige“ versehen und deutlich kenntlich gemacht worden. Einzige Ausnahme: Gleich am Beginn der Kampagne sei es versäumt worden, den Beitrag entsprechend zu kennzeichnen. Dies sei aber keinesfalls bewusst geschehen. Die Redaktion bedauert die Nachlässigkeit am Anfang und entschuldige sich dafür. Ein Indiz dafür, dass eine Absicht nicht vorgelegen habe, ergebe sich auch daraus, dass man ohne Vorliegen einer Beschwerde die Kennzeichnung aus eigenen Stücken nachgeholt habe.

Eine Aktion von „Nike“ mit dem Bayern-Star Franck Ribéry ist Thema des Online-Auftritts einer Sportzeitschrift. Im Mittelpunkt steht ein neuer Fußball-Schuh, der vorgestellt und abgebildet wird. Die Bildzeile lautet: “Verteidiger: Jetzt heißt´s zittern: Der neue Mercurial Vapor V ist da!“ Am Ende des Artikels steht ein Hinweis auf die Nike-Website, auf der weitere Informationen zur Aktion zu finden sind. Ein Leser der Zeitschrift sieht in dem Beitrag einen Fall von Schleichwerbung. Ist dem so?

Der Leiter der Online-Ausgabe distanziert sich vom Vorwurf des bezahlten Journalismus. Alle Werbemittel im Zusammenhang mit der Nike-Kampagne seien über die gesamte Laufzeit mit dem Vermerk „Anzeige“ versehen und deutlich kenntlich gemacht worden. Einzige Ausnahme: Gleich am Beginn der Kampagne sei es versäumt worden, den Beitrag entsprechend zu kennzeichnen. Dies sei aber keinesfalls bewusst geschehen. Die Redaktion bedauert die Nachlässigkeit am Anfang und entschuldige sich dafür. Ein Indiz dafür, dass eine Absicht nicht vorgelegen habe, ergebe sich auch daraus, dass man ohne Vorliegen einer Beschwerde die Kennzeichnung aus eigenen Stücken nachgeholt habe.

„Hurra, wir haben das Abitur geschafft“ – unter dieser Überschrift veröffentlicht das onlineabrufbare Archiv einer Großstadtzeitung einen Beitrag, in dem die Namen der Abiturienten aus dem Jahr 2003 genannt werden. Einer von ihnen beschwert sich über die Abrufbarkeit der Daten im Online-Archiv und über Google. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt.

Auf seine Beschwerde bei der Zeitung habe ihm diese geantwortet, dass ihre Handlungsweise gängige Praxis sei. Er selbst ist der Meinung, dass es aus technischer Sicht überhaupt kein Problem sei, die Inhalte einer Website vor Suchmaschinen zu schützen. Er führt als positives Beispiel an, dass auch studiVZ.de Inhalte für Suchmaschinen unzugänglich mache. Die Rechtsabteilung der Zeitung teilt mit, die Zeitung veröffentliche seit vielen Jahren die Namen der jeweiligen Abiturienten. Die Redaktion habe jeweils die Sekretariate der Schulen angeschrieben und um die Namenslisten gebeten. Seit vier Jahren wende sich die Redaktion an die Schulbehörde, die die Liste aller Abiturienten an die Zeitung übermittle. Mit anderen Worten: Die Veröffentlichung erfolge ausschließlich aufgrund der von der Schule bzw. von der Schulbehörde übermittelten Daten. Die Redaktion habe keineswegs Daten im datenschutzrechtlichen Sinne erhoben, wie der Beschwerdeführer meine. Vielmehr habe sich die Redaktion Informationen aus allgemein zugänglichen Quellen auf offiziellem Wege beschafft und publiziert.

„Hurra, wir haben das Abitur geschafft“ – unter dieser Überschrift veröffentlicht das onlineabrufbare Archiv einer Großstadtzeitung einen Beitrag, in dem die Namen der Abiturienten aus dem Jahr 2003 genannt werden. Einer von ihnen beschwert sich über die Abrufbarkeit der Daten im Online-Archiv und über Google. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt.

Auf seine Beschwerde bei der Zeitung habe ihm diese geantwortet, dass ihre Handlungsweise gängige Praxis sei. Er selbst ist der Meinung, dass es aus technischer Sicht überhaupt kein Problem sei, die Inhalte einer Website vor Suchmaschinen zu schützen. Er führt als positives Beispiel an, dass auch studiVZ.de Inhalte für Suchmaschinen unzugänglich mache. Die Rechtsabteilung der Zeitung teilt mit, die Zeitung veröffentliche seit vielen Jahren die Namen der jeweiligen Abiturienten. Die Redaktion habe jeweils die Sekretariate der Schulen angeschrieben und um die Namenslisten gebeten. Seit vier Jahren wende sich die Redaktion an die Schulbehörde, die die Liste aller Abiturienten an die Zeitung übermittle. Mit anderen Worten: Die Veröffentlichung erfolge ausschließlich aufgrund der von der Schule bzw. von der Schulbehörde übermittelten Daten. Die Redaktion habe keineswegs Daten im datenschutzrechtlichen Sinne erhoben, wie der Beschwerdeführer meine. Vielmehr habe sich die Redaktion Informationen aus allgemein zugänglichen Quellen auf offiziellem Wege beschafft und publiziert.

„Hurra, wir haben das Abitur geschafft“ – unter dieser Überschrift veröffentlicht das onlineabrufbare Archiv einer Großstadtzeitung einen Beitrag, in dem die Namen der Abiturienten aus dem Jahr 2003 genannt werden. Einer von ihnen beschwert sich über die Abrufbarkeit der Daten im Online-Archiv und über Google. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt.

Auf seine Beschwerde bei der Zeitung habe ihm diese geantwortet, dass ihre Handlungsweise gängige Praxis sei. Er selbst ist der Meinung, dass es aus technischer Sicht überhaupt kein Problem sei, die Inhalte einer Website vor Suchmaschinen zu schützen. Er führt als positives Beispiel an, dass auch studiVZ.de Inhalte für Suchmaschinen unzugänglich mache. Die Rechtsabteilung der Zeitung teilt mit, die Zeitung veröffentliche seit vielen Jahren die Namen der jeweiligen Abiturienten. Die Redaktion habe jeweils die Sekretariate der Schulen angeschrieben und um die Namenslisten gebeten. Seit vier Jahren wende sich die Redaktion an die Schulbehörde, die die Liste aller Abiturienten an die Zeitung übermittle. Mit anderen Worten: Die Veröffentlichung erfolge ausschließlich aufgrund der von der Schule bzw. von der Schulbehörde übermittelten Daten. Die Redaktion habe keineswegs Daten im datenschutzrechtlichen Sinne erhoben, wie der Beschwerdeführer meine. Vielmehr habe sich die Redaktion Informationen aus allgemein zugänglichen Quellen auf offiziellem Wege beschafft und publiziert.

Ein Online-Dienst veröffentlicht einen Artikel über Websites, die in Australien gesperrt worden sind. Fünf Links aus der Sperrliste werden beispielhaft aufgeführt. Einer davon führt zu einem kommerziellen Angebot. Ein Nutzer des Online-Auftritts sieht in dem angeführten Link einen Fall von Schleichwerbung. Mit dem redaktionellen Inhalt des Artikels habe der Link nichts zu tun, zumal er in der Sperrliste in der veröffentlichten Form nicht enthalten sei.

Der Chefredakteur des Online-Dienstes teilt mit, dass die australische Sperrliste die kritisierte Adresse enthalte. Rufe man die betreffende Website aus Deutschland auf, werde die Adresse automatisch mit dem „/de“ versehen. Der Link sei in der Meldung in der ergänzten Form enthalten gewesen, weil er nach Verifikation der Aussage direkt aus dem Browser dorthin kopiert worden sei. Der Link diene erkennbar der Meinungsbildung der Leser.

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Der Chefredakteur des Online-Dienstes teilt mit, dass die australische Sperrliste die kritisierte Adresse enthalte. Rufe man die betreffende Website aus Deutschland auf, werde die Adresse automatisch mit dem „/de“ versehen. Der Link sei in der Meldung in der ergänzten Form enthalten gewesen, weil er nach Verifikation der Aussage direkt aus dem Browser dorthin kopiert worden sei. Der Link diene erkennbar der Meinungsbildung der Leser.

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Der Chefredakteur des Online-Dienstes teilt mit, dass die australische Sperrliste die kritisierte Adresse enthalte. Rufe man die betreffende Website aus Deutschland auf, werde die Adresse automatisch mit dem „/de“ versehen. Der Link sei in der Meldung in der ergänzten Form enthalten gewesen, weil er nach Verifikation der Aussage direkt aus dem Browser dorthin kopiert worden sei. Der Link diene erkennbar der Meinungsbildung der Leser.

Die Online-Ausgabe einer Zeitung veröffentlicht unter der Überschrift „Pakistan – Videos zeigen Hinrichtungen durch Militär“ einen Artikel mit Video von der Hinrichtung von sechs mutmaßlichen Islamisten durch die pakistanische Armee. Das Video zeigt detailliert die Erschießung der Männer. Vor dem Film läuft ein Spot, der für ein Energieunternehmen wirbt. Ein Nutzer der Online-Ausgabe sieht in der Veröffentlichung des Videos eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt.

Dass dem Film Werbung vorangestellt werde, halte er für pervers erklärt der Nutzer. Der stellvertretende Chefredakteur teilt mit, dass man mit Rücksicht auf die ethischen Verpflichtungen der Presse das kritisierte Video nicht auf der Startseite der Online-Ausgabe platziert habe. Es sei bewusst nur in die Berichterstattung eingebunden gewesen. Zudem seien alle im Video zu sehenden Personen gepixelt. Durch diese Vorgehensweise sei die Redaktion den Anforderungen der Ziffer 11 des Pressekodex explizit nachgekommen. Im Sinne der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit habe sich die Redaktion entschlossen, die erschütternden Bilder neben dem Text zu veröffentlichen. Damit sei man der Verpflichtung nachgekommen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht nur zu benennen, sondern sie auch zu belegen. Beispielhaft für oft praktizierte und berechtigte Veröffentlichungen von Videomaterial sei auch die Berichterstattung über Völkermord in Afrika oder Hinrichtungen von Regimegegnern im Iran. Auch sei es seit geraumer Zeit anerkannte journalistische Praxis, Nazi-Verbrechen mit Filmmaterial zu belegen.

Die Online-Ausgabe einer Zeitung veröffentlicht unter der Überschrift „Pakistan – Videos zeigen Hinrichtungen durch Militär“ einen Artikel mit Video von der Hinrichtung von sechs mutmaßlichen Islamisten durch die pakistanische Armee. Das Video zeigt detailliert die Erschießung der Männer. Vor dem Film läuft ein Spot, der für ein Energieunternehmen wirbt. Ein Nutzer der Online-Ausgabe sieht in der Veröffentlichung des Videos eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt.

Dass dem Film Werbung vorangestellt werde, halte er für pervers erklärt der Nutzer. Der stellvertretende Chefredakteur teilt mit, dass man mit Rücksicht auf die ethischen Verpflichtungen der Presse das kritisierte Video nicht auf der Startseite der Online-Ausgabe platziert habe. Es sei bewusst nur in die Berichterstattung eingebunden gewesen. Zudem seien alle im Video zu sehenden Personen gepixelt. Durch diese Vorgehensweise sei die Redaktion den Anforderungen der Ziffer 11 des Pressekodex explizit nachgekommen. Im Sinne der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit habe sich die Redaktion entschlossen, die erschütternden Bilder neben dem Text zu veröffentlichen. Damit sei man der Verpflichtung nachgekommen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht nur zu benennen, sondern sie auch zu belegen. Beispielhaft für oft praktizierte und berechtigte Veröffentlichungen von Videomaterial sei auch die Berichterstattung über Völkermord in Afrika oder Hinrichtungen von Regimegegnern im Iran. Auch sei es seit geraumer Zeit anerkannte journalistische Praxis, Nazi-Verbrechen mit Filmmaterial zu belegen.

Die Online-Ausgabe einer Zeitung veröffentlicht unter der Überschrift „Pakistan – Videos zeigen Hinrichtungen durch Militär“ einen Artikel mit Video von der Hinrichtung von sechs mutmaßlichen Islamisten durch die pakistanische Armee. Das Video zeigt detailliert die Erschießung der Männer. Vor dem Film läuft ein Spot, der für ein Energieunternehmen wirbt. Ein Nutzer der Online-Ausgabe sieht in der Veröffentlichung des Videos eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt.

Dass dem Film Werbung vorangestellt werde, halte er für pervers erklärt der Nutzer. Der stellvertretende Chefredakteur teilt mit, dass man mit Rücksicht auf die ethischen Verpflichtungen der Presse das kritisierte Video nicht auf der Startseite der Online-Ausgabe platziert habe. Es sei bewusst nur in die Berichterstattung eingebunden gewesen. Zudem seien alle im Video zu sehenden Personen gepixelt. Durch diese Vorgehensweise sei die Redaktion den Anforderungen der Ziffer 11 des Pressekodex explizit nachgekommen. Im Sinne der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit habe sich die Redaktion entschlossen, die erschütternden Bilder neben dem Text zu veröffentlichen. Damit sei man der Verpflichtung nachgekommen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht nur zu benennen, sondern sie auch zu belegen. Beispielhaft für oft praktizierte und berechtigte Veröffentlichungen von Videomaterial sei auch die Berichterstattung über Völkermord in Afrika oder Hinrichtungen von Regimegegnern im Iran. Auch sei es seit geraumer Zeit anerkannte journalistische Praxis, Nazi-Verbrechen mit Filmmaterial zu belegen.

Eine Boulevardzeitung veröffentlicht gedruckt und online eine Fotostrecke mit einigen der Opfer der Loveparade-Tragödie von Duisburg. Dargestellt sind die jungen Leute mit Vornamen, abgekürzten Nachnamen, Alter, häufig auch mit Hinweisen auf ihren Beruf, Wohnort und weiteren Details zu ihrem Leben. Dem Presserat liegen Beschwerden vor, die sich gegen die Darstellung der Opfer in identifizierender Weise richten. Alle sehen die Persönlichkeitsrechte der jungen Menschen verletzt.

Einige der Beschwerden richten sich auch dagegen, dass die Zeitung die Fotos offensichtlich aus Facebook und anderen sozialen Netzwerken herauskopiert hat und dies ohne Einwilligung der Hinterbliebenen. Die Rechtsabteilung der Zeitung weist die Vorwürfe zurück, gegen presseethische Grundsätze verstoßen zu haben. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens, doch könnten Ausnahmen bei Personen der Zeitgeschichte oder in Fällen mit besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Die Tragödie von Duisburg sei jedoch der schwerste und aufsehenerregendste Unglücksfall dieses Jahrzehnts in Deutschland. Dieser sei von besonderem öffentlichem Interesse geprägt. Im vorliegenden Fall seien die Abbildungen der Opfer angemessen und zurückhaltend gestaltet.

Eine Boulevardzeitung veröffentlicht gedruckt und online eine Fotostrecke mit einigen der Opfer der Loveparade-Tragödie von Duisburg. Dargestellt sind die jungen Leute mit Vornamen, abgekürzten Nachnamen, Alter, häufig auch mit Hinweisen auf ihren Beruf, Wohnort und weiteren Details zu ihrem Leben. Dem Presserat liegen Beschwerden vor, die sich gegen die Darstellung der Opfer in identifizierender Weise richten. Alle sehen die Persönlichkeitsrechte der jungen Menschen verletzt.

Einige der Beschwerden richten sich auch dagegen, dass die Zeitung die Fotos offensichtlich aus Facebook und anderen sozialen Netzwerken herauskopiert hat und dies ohne Einwilligung der Hinterbliebenen. Die Rechtsabteilung der Zeitung weist die Vorwürfe zurück, gegen presseethische Grundsätze verstoßen zu haben. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens, doch könnten Ausnahmen bei Personen der Zeitgeschichte oder in Fällen mit besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Die Tragödie von Duisburg sei jedoch der schwerste und aufsehenerregendste Unglücksfall dieses Jahrzehnts in Deutschland. Dieser sei von besonderem öffentlichem Interesse geprägt. Im vorliegenden Fall seien die Abbildungen der Opfer angemessen und zurückhaltend gestaltet.

Eine Boulevardzeitung veröffentlicht gedruckt und online eine Fotostrecke mit einigen der Opfer der Loveparade-Tragödie von Duisburg. Dargestellt sind die jungen Leute mit Vornamen, abgekürzten Nachnamen, Alter, häufig auch mit Hinweisen auf ihren Beruf, Wohnort und weiteren Details zu ihrem Leben. Dem Presserat liegen Beschwerden vor, die sich gegen die Darstellung der Opfer in identifizierender Weise richten. Alle sehen die Persönlichkeitsrechte der jungen Menschen verletzt.

Einige der Beschwerden richten sich auch dagegen, dass die Zeitung die Fotos offensichtlich aus Facebook und anderen sozialen Netzwerken herauskopiert hat und dies ohne Einwilligung der Hinterbliebenen. Die Rechtsabteilung der Zeitung weist die Vorwürfe zurück, gegen presseethische Grundsätze verstoßen zu haben. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens, doch könnten Ausnahmen bei Personen der Zeitgeschichte oder in Fällen mit besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Die Tragödie von Duisburg sei jedoch der schwerste und aufsehenerregendste Unglücksfall dieses Jahrzehnts in Deutschland. Dieser sei von besonderem öffentlichem Interesse geprägt. Im vorliegenden Fall seien die Abbildungen der Opfer angemessen und zurückhaltend gestaltet.

„Anna (25) K. stirbt vier Tage nach der Parade in Klinik” – so überschreibt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung einen Beitrag über das 21. Opfer der Duisburger Loveparade-Katastrophe. Ein Arzt wird zitiert, wie Menschen, die unter anderen fallenden Menschen liegen, zu Tode kommen: „Dabei wurde die Atmung minutenlang unterbrochen. Ihr Hirn bekam zu wenig Sauerstoff.“ Dem Beitrag beigestellt ist ein Foto, das Anna K. ungepixelt zeigt, sowie Fotos anderer Szenen und Opfern der Massenpanik.

Die Zeitung schreibt weiter, dass die Mutter eines Vierjährigen mit ihrem Lebensgefährten zur Loveparade gefahren sei. Freunde werden zitiert, die berichten, die Frau sei kein Raver-Fan gewesen, doch habe sie sich auf die Party gefreut.

Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert, dass unter dem Deckmantel der Anteilnahme die Persönlichkeitsrechte der Panik-Opfer verletzt worden seien. Ihre Bilder seien ungefragt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zudem seien die Fotos der Opfer vermutlich aus Internetplattformen wie Facebook und StudiVZ „zusammengeklaut“ worden. Die Rechtsabteilung des Verlages sieht keinen presseethischen Verstoß durch die Veröffentlichung der Fotos der Opfer. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens. Eine Ausnahme könne jedoch bei Personen der Zeitgeschichte oder bei besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Ein solcher besonderer Begleitumstand sei im vorliegenden Fall eindeutig gegeben. Die Fotos seien angemessen und zurückhaltend gestaltet. Dies gelte sowohl für die gedruckte Ausgabe als auch für den Online-Auftritt. Die kritisierten Fotos dokumentierten vielmehr in sachlich zurückhaltender Weise die Katastrophe.

„Anna (25) K. stirbt vier Tage nach der Parade in Klinik” – so überschreibt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung einen Beitrag über das 21. Opfer der Duisburger Loveparade-Katastrophe. Ein Arzt wird zitiert, wie Menschen, die unter anderen fallenden Menschen liegen, zu Tode kommen: „Dabei wurde die Atmung minutenlang unterbrochen. Ihr Hirn bekam zu wenig Sauerstoff.“ Dem Beitrag beigestellt ist ein Foto, das Anna K. ungepixelt zeigt, sowie Fotos anderer Szenen und Opfern der Massenpanik.

Die Zeitung schreibt weiter, dass die Mutter eines Vierjährigen mit ihrem Lebensgefährten zur Loveparade gefahren sei. Freunde werden zitiert, die berichten, die Frau sei kein Raver-Fan gewesen, doch habe sie sich auf die Party gefreut.

Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert, dass unter dem Deckmantel der Anteilnahme die Persönlichkeitsrechte der Panik-Opfer verletzt worden seien. Ihre Bilder seien ungefragt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zudem seien die Fotos der Opfer vermutlich aus Internetplattformen wie Facebook und StudiVZ „zusammengeklaut“ worden. Die Rechtsabteilung des Verlages sieht keinen presseethischen Verstoß durch die Veröffentlichung der Fotos der Opfer. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens. Eine Ausnahme könne jedoch bei Personen der Zeitgeschichte oder bei besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Ein solcher besonderer Begleitumstand sei im vorliegenden Fall eindeutig gegeben. Die Fotos seien angemessen und zurückhaltend gestaltet. Dies gelte sowohl für die gedruckte Ausgabe als auch für den Online-Auftritt. Die kritisierten Fotos dokumentierten vielmehr in sachlich zurückhaltender Weise die Katastrophe.

Lösung:
Das Bild des 21. Opfers der Duisburger Loveparade hätte nicht ungepixelt und mit näheren Angaben zur Person veröffentlicht werden dürfen. Die genannten Details sind nach Ziffer 8, Richtlinie 8.1, nicht von öffentlichem Interesse. Der Presserat kann hier kein überwiegendes Informationsinteresse der Öffentlichkeit erkennen. Analog zu anderen Beschwerden über Veröffentlichungen von identifizierenden Merkmalen der Opfer der Loveparade, die der Presserat missbilligte, spricht der Beschwerdeausschuss in diesem Fall eine öffentliche Rüge aus, weil zusätzlich zu der Identifizierung des Opfers Details zu den Todesumständen beschrieben werden. Die Passage, in der ein Arzt erläutert, wie die junge Frau starb, ist unangemessen sensationell. Der Presserat erkennt hier einen Verstoß gegen die Ziffer 11 und hier besonders die Richtlinie 11.1. Demnach darf nicht über einen sterbenden oder körperlich oder seelisch leidenden Menschen in einer über das öffentliche Informationsinteresse hinausgehenden Art und Weise berichtet werden. Im vorliegenden Fall ist das jedoch geschehen.

Quelle: presserat.de (0555/10/1-BA)

„Mutter überzeugt: Sohn wurde in den Selbstmord gemobbt“ titelt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung. Es geht um einen 13-Jährigen, der sich vor einen Zug geworfen hatte, nachdem er von Klassenkameraden auf Facebook als schwul bezeichnet worden war. Detailliert beschreibt die Zeitung die Umstände des Suizids. Ein Leser des Blattes sieht in der ausführlichen Beschreibung der Umstände des Selbstmordes Ziffer 8 des Pressekodex (Selbsttötung) und 11 (Sensationsberichterstattung) verletzt.

Auszug aus dem Onlinetext: „Welche Gedanken müssen ihm in diesem Minuten durch seinen Kopf gegangen sein? Wie einsam und verzweifelt muss er durch die Dunkelheit gelaufen sein? Bei diesen Fragen versagt auch heute noch die Stimme seiner Mutter. (…) legt sich auf die Gleise. Er hört noch das Rattern der Lok. Er spürt das Vibrieren der Gleise. Und sieht nicht auf. Zu schwer ist ihm das Leben geworden. Es ist 21.30 Uhr.“ Die Schilderung des Geschehens durch die Redaktion widerspreche – so der Beschwerdeführer – allen Empfehlungen von Psychiatern zur Suizid-Berichterstattung. Die Rechtsabteilung der Zeitung sieht den Pressekodex nicht verletzt. Der Beitrag gebe auf sachliche Weise eine genaue Beschreibung der Selbsttötung und beachte die gebotene Zurückhaltung. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, über die Hintergründe dieser besonders tragischen Selbsttötung informiert zu werden. Es müsse möglich sein, die Lebensgeschichte des Mobbing-Opfers und die Umstände des Suizids publik zu machen. Es sei ein Anliegen der Mutter gewesen, diese Geschichte zu erzählen. Sie habe sich bewusst drastisch geäußert, um so andere Familien wachzurütteln. Anhand des tragischen Einzelfalls weise die Redaktion auf die Gefahren sozialer Netzwerke für Jugendliche hin. Die kritisierte Textpassage ändere nichts an dieser Beurteilung. Sie diene dazu, den Lesern das Ausmaß der Verzweiflungstat vor Augen zu führen.

„Mutter überzeugt: Sohn wurde in den Selbstmord gemobbt“ titelt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung. Es geht um einen 13-Jährigen, der sich vor einen Zug geworfen hatte, nachdem er von Klassenkameraden auf Facebook als schwul bezeichnet worden war. Detailliert beschreibt die Zeitung die Umstände des Suizids. Ein Leser des Blattes sieht in der ausführlichen Beschreibung der Umstände des Selbstmordes Ziffer 8 des Pressekodex (Selbsttötung) und 11 (Sensationsberichterstattung) verletzt.

Auszug aus dem Onlinetext: „Welche Gedanken müssen ihm in diesem Minuten durch seinen Kopf gegangen sein? Wie einsam und verzweifelt muss er durch die Dunkelheit gelaufen sein? Bei diesen Fragen versagt auch heute noch die Stimme seiner Mutter. (…) legt sich auf die Gleise. Er hört noch das Rattern der Lok. Er spürt das Vibrieren der Gleise. Und sieht nicht auf. Zu schwer ist ihm das Leben geworden. Es ist 21.30 Uhr.“ Die Schilderung des Geschehens durch die Redaktion widerspreche – so der Beschwerdeführer – allen Empfehlungen von Psychiatern zur Suizid-Berichterstattung. Die Rechtsabteilung der Zeitung sieht den Pressekodex nicht verletzt. Der Beitrag gebe auf sachliche Weise eine genaue Beschreibung der Selbsttötung und beachte die gebotene Zurückhaltung. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, über die Hintergründe dieser besonders tragischen Selbsttötung informiert zu werden. Es müsse möglich sein, die Lebensgeschichte des Mobbing-Opfers und die Umstände des Suizids publik zu machen. Es sei ein Anliegen der Mutter gewesen, diese Geschichte zu erzählen. Sie habe sich bewusst drastisch geäußert, um so andere Familien wachzurütteln. Anhand des tragischen Einzelfalls weise die Redaktion auf die Gefahren sozialer Netzwerke für Jugendliche hin. Die kritisierte Textpassage ändere nichts an dieser Beurteilung. Sie diene dazu, den Lesern das Ausmaß der Verzweiflungstat vor Augen zu führen.

„Mutter überzeugt: Sohn wurde in den Selbstmord gemobbt“ titelt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung. Es geht um einen 13-Jährigen, der sich vor einen Zug geworfen hatte, nachdem er von Klassenkameraden auf Facebook als schwul bezeichnet worden war. Detailliert beschreibt die Zeitung die Umstände des Suizids. Ein Leser des Blattes sieht in der ausführlichen Beschreibung der Umstände des Selbstmordes Ziffer 8 des Pressekodex (Selbsttötung) und 11 (Sensationsberichterstattung) verletzt.

Auszug aus dem Onlinetext: „Welche Gedanken müssen ihm in diesem Minuten durch seinen Kopf gegangen sein? Wie einsam und verzweifelt muss er durch die Dunkelheit gelaufen sein? Bei diesen Fragen versagt auch heute noch die Stimme seiner Mutter. (…) legt sich auf die Gleise. Er hört noch das Rattern der Lok. Er spürt das Vibrieren der Gleise. Und sieht nicht auf. Zu schwer ist ihm das Leben geworden. Es ist 21.30 Uhr.“ Die Schilderung des Geschehens durch die Redaktion widerspreche – so der Beschwerdeführer – allen Empfehlungen von Psychiatern zur Suizid-Berichterstattung. Die Rechtsabteilung der Zeitung sieht den Pressekodex nicht verletzt. Der Beitrag gebe auf sachliche Weise eine genaue Beschreibung der Selbsttötung und beachte die gebotene Zurückhaltung. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, über die Hintergründe dieser besonders tragischen Selbsttötung informiert zu werden. Es müsse möglich sein, die Lebensgeschichte des Mobbing-Opfers und die Umstände des Suizids publik zu machen. Es sei ein Anliegen der Mutter gewesen, diese Geschichte zu erzählen. Sie habe sich bewusst drastisch geäußert, um so andere Familien wachzurütteln. Anhand des tragischen Einzelfalls weise die Redaktion auf die Gefahren sozialer Netzwerke für Jugendliche hin. Die kritisierte Textpassage ändere nichts an dieser Beurteilung. Sie diene dazu, den Lesern das Ausmaß der Verzweiflungstat vor Augen zu führen.

„Neda wurde gezielt getötet“ – so ist ein Videobeitrag überschrieben, den die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung veröffentlicht. Zu sehen ist, wie eine junge Iranerin namens Neda – aufgenommen mit einer Handy-Kamera – während einer Demonstration im Iran zu Tode kommt. Die Aufnahme wird weltweit veröffentlicht. Fotos der Iranerin wurden sei ihrem Tod häufig als Symbol für die Proteste im Iran benutzt. Das Video kann vom Presserat nicht mehr aufgerufen werden.

In der Online-Ausgabe der Zeitung gibt es vereinzelt Videos, auf denen Neda zu sehen ist, wie sie getroffen umfällt, jedoch keines, das sie sterbend zeigt.
Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert die Veröffentlichung des Videos, das ohne jegliche Rücksicht auf die Würde der sterbenden Frau deren Todeskampf in voller Länge und mit allen Details zeige. Er sieht einen Verstoß gegen die Ziffer 11, Richtlinie 11.1, des Pressekodex, da die Öffentlichkeit kein Interesse daran haben könne, den ganzen Todeskampf zu sehen. Dass über Nedas Schicksal berichtet werden könne, stehe außer Frage. Die Rechtsvertretung der Online-Ausgabe hält die Veröffentlichung durch ein außerordentlich hohes Informationsinteresse der Öffentlichkeit für gerechtfertigt. Die Berichterstattung sei auch nicht unangemessen sensationell. Es handele sich um ein Video-Dokument der Zeitgeschichte. Durch die Verbreitung des Videos habe der friedliche Widerstand im Iran einen Namen und ein Gesicht erhalten. Nur dank der Verbreitung von Informationen, Fotos und Videos über Social-Network-, News- und Video-Plattformen hätten unzensierte Nachrichten und Bilder nach außen dringen können. Nur so habe die Welt von den tatsächlichen Vorgängen im Iran erfahren. Da der Presserat beim Eintreffen der Beschwerde das umstrittene Video in der Online-Ausgabe der Zeitung nicht mehr finden konnte, bat er diese um Zusendung des Beitrages. Dazu die Rechtsabteilung: Das Video ist im Hause auch nicht mehr auffindbar. Die Rechtsabteilung teilt aber mit, zusätzliche Recherchen hätten ergeben, dass das ursprüngliche Video stark gekürzt hätte wiedergegeben werden sollen. Durch ein Versehen sei das Video in voller Länge veröffentlicht worden. Es sei nach Feststellung des Fehlers sofort entfernt worden.

„Neda wurde gezielt getötet“ – so ist ein Videobeitrag überschrieben, den die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung veröffentlicht. Zu sehen ist, wie eine junge Iranerin namens Neda – aufgenommen mit einer Handy-Kamera – während einer Demonstration im Iran zu Tode kommt. Die Aufnahme wird weltweit veröffentlicht. Fotos der Iranerin wurden sei ihrem Tod häufig als Symbol für die Proteste im Iran benutzt. Das Video kann vom Presserat nicht mehr aufgerufen werden.

In der Online-Ausgabe der Zeitung gibt es vereinzelt Videos, auf denen Neda zu sehen ist, wie sie getroffen umfällt, jedoch keines, das sie sterbend zeigt.
Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert die Veröffentlichung des Videos, das ohne jegliche Rücksicht auf die Würde der sterbenden Frau deren Todeskampf in voller Länge und mit allen Details zeige. Er sieht einen Verstoß gegen die Ziffer 11, Richtlinie 11.1, des Pressekodex, da die Öffentlichkeit kein Interesse daran haben könne, den ganzen Todeskampf zu sehen. Dass über Nedas Schicksal berichtet werden könne, stehe außer Frage. Die Rechtsvertretung der Online-Ausgabe hält die Veröffentlichung durch ein außerordentlich hohes Informationsinteresse der Öffentlichkeit für gerechtfertigt. Die Berichterstattung sei auch nicht unangemessen sensationell. Es handele sich um ein Video-Dokument der Zeitgeschichte. Durch die Verbreitung des Videos habe der friedliche Widerstand im Iran einen Namen und ein Gesicht erhalten. Nur dank der Verbreitung von Informationen, Fotos und Videos über Social-Network-, News- und Video-Plattformen hätten unzensierte Nachrichten und Bilder nach außen dringen können. Nur so habe die Welt von den tatsächlichen Vorgängen im Iran erfahren. Da der Presserat beim Eintreffen der Beschwerde das umstrittene Video in der Online-Ausgabe der Zeitung nicht mehr finden konnte, bat er diese um Zusendung des Beitrages. Dazu die Rechtsabteilung: Das Video ist im Hause auch nicht mehr auffindbar. Die Rechtsabteilung teilt aber mit, zusätzliche Recherchen hätten ergeben, dass das ursprüngliche Video stark gekürzt hätte wiedergegeben werden sollen. Durch ein Versehen sei das Video in voller Länge veröffentlicht worden. Es sei nach Feststellung des Fehlers sofort entfernt worden.

Lösung:
Da der Film nicht mehr in der veröffentlichten Version zu sehen ist, kann der Presserat den Fall nicht abschließend beurteilen. Grundsätzlich ist ein Video, das in voller Länge das Sterben eines Menschen zeigt, mit dem in Ziffer 11 geforderten Verzicht auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid nicht vereinbar. Andererseits dokumentiert der Film ein historisch wichtiges Ereignis von hohem öffentlichem Interesse. Es kommt also entscheidend darauf an, welche Details genau gezeigt wurden, um über die Frage zu entscheiden, ob der Film unangemessen sensationell war Das war aber letztlich nicht mehr möglich, da die Redaktion den Beitrag von sich aus gelöscht hat. Sie hatte selbst entschieden, den Film lediglich gekürzt zu zeigen und hat ihn nur versehentlich freigeschaltet. Weil sie ihren Fehler korrigierte, verzichtet der Presserat auf eine Maßnahme.

Quelle: presserat.de (BK1-228/09)
Hinweis auf Multimedia-EthikkodexArtikel: Artikel 2 und Artikel 3

„Neda wurde gezielt getötet“ – so ist ein Videobeitrag überschrieben, den die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung veröffentlicht. Zu sehen ist, wie eine junge Iranerin namens Neda – aufgenommen mit einer Handy-Kamera – während einer Demonstration im Iran zu Tode kommt. Die Aufnahme wird weltweit veröffentlicht. Fotos der Iranerin wurden sei ihrem Tod häufig als Symbol für die Proteste im Iran benutzt. Das Video kann vom Presserat nicht mehr aufgerufen werden.

In der Online-Ausgabe der Zeitung gibt es vereinzelt Videos, auf denen Neda zu sehen ist, wie sie getroffen umfällt, jedoch keines, das sie sterbend zeigt.
Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert die Veröffentlichung des Videos, das ohne jegliche Rücksicht auf die Würde der sterbenden Frau deren Todeskampf in voller Länge und mit allen Details zeige. Er sieht einen Verstoß gegen die Ziffer 11, Richtlinie 11.1, des Pressekodex, da die Öffentlichkeit kein Interesse daran haben könne, den ganzen Todeskampf zu sehen. Dass über Nedas Schicksal berichtet werden könne, stehe außer Frage. Die Rechtsvertretung der Online-Ausgabe hält die Veröffentlichung durch ein außerordentlich hohes Informationsinteresse der Öffentlichkeit für gerechtfertigt. Die Berichterstattung sei auch nicht unangemessen sensationell. Es handele sich um ein Video-Dokument der Zeitgeschichte. Durch die Verbreitung des Videos habe der friedliche Widerstand im Iran einen Namen und ein Gesicht erhalten. Nur dank der Verbreitung von Informationen, Fotos und Videos über Social-Network-, News- und Video-Plattformen hätten unzensierte Nachrichten und Bilder nach außen dringen können. Nur so habe die Welt von den tatsächlichen Vorgängen im Iran erfahren. Da der Presserat beim Eintreffen der Beschwerde das umstrittene Video in der Online-Ausgabe der Zeitung nicht mehr finden konnte, bat er diese um Zusendung des Beitrages. Dazu die Rechtsabteilung: Das Video ist im Hause auch nicht mehr auffindbar. Die Rechtsabteilung teilt aber mit, zusätzliche Recherchen hätten ergeben, dass das ursprüngliche Video stark gekürzt hätte wiedergegeben werden sollen. Durch ein Versehen sei das Video in voller Länge veröffentlicht worden. Es sei nach Feststellung des Fehlers sofort entfernt worden.

Unter der Überschrift „Mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert“ veröffentlicht eine Lokalzeitung einen Beitrag mit zwei Leseräußerungen. Thema ist unter anderem die jüngste Stadtratssitzung. Im Vorspann erläutert die Redaktion, dass es sich hier um Meinungen aus der Online-Diskussion der Zeitung handelt. Zitiert werden zwei nur durch abgekürzte Namen bzw. Nicknamen gekennzeichnete Leser, die die Bürgermeisterin scharf kritisieren.

Sie wirke wie der Totengräber der Stadt und sei mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert. Um noch größeren Schaden vom Gemeinwesen abzuwenden, solle sie zurücktreten. Mehrere Leser beschweren sich über die Berichterstattung der Zeitung im Allgemeinen. Der Leser im vorliegenden Fall kritisiert, dass die Redaktion anonyme Online-Kommentare in der Print-Ausgabe veröffentliche, die nicht die Voraussetzungen eines Leserbriefes nach Ziffer 2, Richtlinie 2.6, des Pressekodex erfüllten. Der Leser erfahre nicht, wer hinter den Pseudonymen „G. K.“ und „Andy S.“ stehe. Damit werde der Leser getäuscht. Der Chefredakteur der Zeitung stellt klar, dass es nicht Stil des Blattes sei, Blog-Beiträge abzudrucken, die anonyme Diffamierungen enthalten. Er habe sich deshalb bei der Bürgermeisterin ausdrücklich entschuldigt. Eine Richtlinie, mit der derartige Vorfälle künftig vermieden werden sollen, habe er gemeinsam mit der Redaktion erarbeitet. Blog-Beiträge sollen demnach künftig nur noch in Ausnahmefällen abgedruckt werden. Dies könne etwa dann der Fall sein, wenn die Redaktion den Verlauf einer Online-Diskussion illustrieren wolle. Die Beiträge sollen grafisch abgehoben und mit einem einleitenden Erläuterungstext versehen werden, der auf die typischen Formen der Online-Kommunikation (Nicknamen etc.) verweise. Davon ausgeschlossen seien jedoch persönliche Angriffe und Auseinandersetzungen.

Unter der Überschrift „Mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert“ veröffentlicht eine Lokalzeitung einen Beitrag mit zwei Leseräußerungen. Thema ist unter anderem die jüngste Stadtratssitzung. Im Vorspann erläutert die Redaktion, dass es sich hier um Meinungen aus der Online-Diskussion der Zeitung handelt. Zitiert werden zwei nur durch abgekürzte Namen bzw. Nicknamen gekennzeichnete Leser, die die Bürgermeisterin scharf kritisieren.

Sie wirke wie der Totengräber der Stadt und sei mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert. Um noch größeren Schaden vom Gemeinwesen abzuwenden, solle sie zurücktreten. Mehrere Leser beschweren sich über die Berichterstattung der Zeitung im Allgemeinen. Der Leser im vorliegenden Fall kritisiert, dass die Redaktion anonyme Online-Kommentare in der Print-Ausgabe veröffentliche, die nicht die Voraussetzungen eines Leserbriefes nach Ziffer 2, Richtlinie 2.6, des Pressekodex erfüllten. Der Leser erfahre nicht, wer hinter den Pseudonymen „G. K.“ und „Andy S.“ stehe. Damit werde der Leser getäuscht. Der Chefredakteur der Zeitung stellt klar, dass es nicht Stil des Blattes sei, Blog-Beiträge abzudrucken, die anonyme Diffamierungen enthalten. Er habe sich deshalb bei der Bürgermeisterin ausdrücklich entschuldigt. Eine Richtlinie, mit der derartige Vorfälle künftig vermieden werden sollen, habe er gemeinsam mit der Redaktion erarbeitet. Blog-Beiträge sollen demnach künftig nur noch in Ausnahmefällen abgedruckt werden. Dies könne etwa dann der Fall sein, wenn die Redaktion den Verlauf einer Online-Diskussion illustrieren wolle. Die Beiträge sollen grafisch abgehoben und mit einem einleitenden Erläuterungstext versehen werden, der auf die typischen Formen der Online-Kommunikation (Nicknamen etc.) verweise. Davon ausgeschlossen seien jedoch persönliche Angriffe und Auseinandersetzungen.

Lösung:
Die Zeitung hat gegen Ziffer 2, Richtlinie 2.6 (Journalistische Sorgfaltspflicht bzw. Leserbriefe) verstoßen. Der Beschwerdeausschuss spricht eine Missbilligung aus. Seine Mitglieder diskutieren intensiv die Frage, ob die Veröffentlichung von Online-Kommentaren mit Nicknamen in der Print-Ausgabe zulässig ist. Einstimmig ist der Ausschuss der Meinung, dass für derartige Veröffentlichungen die gleichen Maßstäbe zu gelten haben wie bei Leserbriefen üblich. Die Veröffentlichung von Online-Kommentaren mit Nickname kommt dem Abdruck anonymer Aussagen gleich, die nicht mit der Richtlinie 2.6 vereinbar sind. Grundsätzlich muss es einer Redaktion möglich sein, in der Print-Ausgabe über eine Online-Leserdiskussion zu berichten. Die Grenze zum Unzulässigen ist aber dann überschritten, wenn – wie im vorliegenden Fall – ohne ethische Einzelfallprüfung Online-Kommentare distanzlos wiedergegeben werden. Ein einordnender Vorspann reicht grundsätzlich nicht aus. Zum Inhalt der kritisierten Veröffentlichung: Sie enthält unbewiesene, von der Redaktion nicht belegte Tatsachenbehauptungen. Diffamierende Behauptungen kann der Beschwerdeausschuss jedoch nicht erkennen. Sicherlich kritisieren die Diskutanten die Bürgermeisterin scharf und fordern ihren Rücktritt. Dies ist jedoch im Rahmen der öffentlichen politischen Auseinandersetzung durch die Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt.

Quelle: presserat.de (0664/10/1-BA)
Hinweis auf Multimedia-Ethikkodex Artikel 15

In dem Artikel „Uni vor Entscheidung in Plagiatsfällen“ der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ (…) wurde über ein Plagiatsprüfungsverfahren hinsichtlich der Doktorarbeit von Mario-Max Prinz zu Schaumburg- Lippe berichtet, das die Universität Innsbruck durchgeführt hat. Dabei wurde der Beschwerdeführer nicht mit seinem vollen Namen Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe genannt und als „Party-Prinz“ bzw. „Grinse-Prinz“ bezeichnet.

In dem Artikel „Uni vor Entscheidung in Plagiatsfällen“ der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ (…)wurde über ein Plagiatsprüfungsverfahren hinsichtlich der Doktorarbeit von Mario-Max Prinz zu Schaumburg- Lippe berichtet, das die Universität Innsbruck durchgeführt hat. Dabei wurde der Beschwerdeführer nicht mit seinem vollen Namen Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe genannt und als „Party-Prinz“ bzw. „Grinse-Prinz“ bezeichnet.
Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch darauf, in den Medien mit seinem vollen Namen „Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe“ genannt zu werden. In der Verkürzung kann weder eine Diffamierung, noch eine Verunglimpfung oder Verspottung gesehen werden (siehe Punkt 5.2 der Grundsätze für die publizistische Arbeit). Im Übrigen entsprechen derartige Verkürzungen auch der ständigen Praxis der österreichischen Printmedien.
Die im Übrigen nicht als wahrheitswidrig bezeichnete Berichterstattung über ein derartiges Aberkennungsverfahren ist bei einer Person, die in der Öffentlichkeit steht, von dieser hinzunehmen.
Die Bezeichnungen „Party-Prinz“ und „Grinse-Prinz“ bewirken bei einer Person wie dem Beschwerdeführer, der in der Gesellschaft und in den Medien in Erscheinung tritt, keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, der einen Verstoß gegen die Grundsätze für die publizistische Arbeit zur Folge hätte.
Vor diesem Hintergrund konnte weder ein Eingriff in die schutzwürdigen Rechte des Beschwerdeführers noch ein Verstoß gegen die Grundsätze für die publizistische Arbeit festgestellt werden. Die Beschwerden waren somit abzuweisen (§ 14 Absatz 2 lit. b der Verfahrensordnung).
Quelle: http://presserat.at/rte/upload/entscheidungen/entscheidung_2011_35_vom_21.09.2011.pdf

In dem Artikel „Uni vor Entscheidung in Plagiatsfällen“ der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ (…) wurde über ein Plagiatsprüfungsverfahren hinsichtlich der Doktorarbeit von Mario-Max Prinz zu Schaumburg- Lippe berichtet, das die Universität Innsbruck durchgeführt hat. Dabei wurde der Beschwerdeführer nicht mit seinem vollen Namen Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe genannt und als „Party-Prinz“ bzw. „Grinse-Prinz“ bezeichnet.

Neben Bildern von der Unfallstelle mit zerstörten Fahrzeugen zeigt der Fernsehbericht eines Lokalsenders ein (gepixeltes) Bild des Verstorbenen sowie dessen (unversehrtes) Motorrad. Zu den beiden Fotos gibt der Beitrag an, man habe sie von der privaten Website des Verstorbenen heruntergeladen. Die Angehörigen des Verstorbenen gelangten mit einer Beschwerde an den Presserat, weil in grober Weise gegen ihre Privatsphäre verstossen wurde.

Neben Bildern von der Unfallstelle mit zerstörten Fahrzeugen zeigt der Fernsehbericht eines Lokalsenders ein (gepixeltes) Bild des Verstorbenen sowie dessen (unversehrtes) Motorrad. Zu den beiden Fotos gibt der Beitrag an, man habe sie von der privaten Website des Verstorbenen heruntergeladen. Die Angehörigen des Verstorbenen gelangten mit einer Beschwerde an den Presserat, weil in grober Weise gegen ihre Privatsphäre verstossen wurde.
Lösung:
Ziffer 7 der «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten» auferlegt den Journalistinnen und Journalisten die Pflicht, vorbehältlich eines überwiegenden öffentlichen Interesses die Privatsphäre derjenigen Personen zu respektieren, die Gegenstand eines Medienberichts sind. Zudem sind nach der gleichen Bestimmung sachlich nicht gerechtfertigte Anschuldigungen zu unterlassen. Der Presserat spürt die grosse Betroffenheit der Beschwerdeführerin. Wenn Medien über Geschehnisse berichten, bei denen Personen unerwartet gestorben sind, finden sich Angehörige an der Grenze des Erträglichen und in einem Ausnahmezustand: Der intime, persönliche Prozess des Trauerns wird irritiert durch öffentliches Schreiben, Berichten und Kommentieren. Die Berichte des Lokalsenders nennen aber weder Namen noch Beruf oder Wohnort des Unfallverursachers. Ebenfalls wird kein Bild der verunfallten Personen gezeigt, sondern nur die Wracks der Unfallfahrzeuge. Insoweit erscheint die Berichterstattung deshalb berufsethisch unbedenklich und auch die Beschwerdeführerin räumt in ihrer Eingabe ein, dass sie sich damit wohl abfinden müsse.
Quelle: http://presserat.ch/24310.htm
Hinweis auf Multimedial-Ethikkodex: Artikel 10

„Neda wurde gezielt getötet“ – so ist ein Videobeitrag überschrieben, den die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung veröffentlicht. Zu sehen ist, wie eine junge Iranerin namens Neda – aufgenommen mit einer Handy-Kamera – während einer Demonstration im Iran zu Tode kommt. Die Aufnahme wird weltweit veröffentlicht. Fotos der Iranerin wurden sei ihrem Tod häufig als Symbol für die Proteste im Iran benutzt. Das Video kann vom Presserat nicht mehr aufgerufen werden.

In der Online-Ausgabe der Zeitung gibt es vereinzelt Videos, auf denen Neda zu sehen ist, wie sie getroffen umfällt, jedoch keines, das sie sterbend zeigt.
Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert die Veröffentlichung des Videos, das ohne jegliche Rücksicht auf die Würde der sterbenden Frau deren Todeskampf in voller Länge und mit allen Details zeige. Er sieht einen Verstoß gegen die Ziffer 11, Richtlinie 11.1, des Pressekodex, da die Öffentlichkeit kein Interesse daran haben könne, den ganzen Todeskampf zu sehen. Dass über Nedas Schicksal berichtet werden könne, stehe außer Frage. Die Rechtsvertretung der Online-Ausgabe hält die Veröffentlichung durch ein außerordentlich hohes Informationsinteresse der Öffentlichkeit für gerechtfertigt. Die Berichterstattung sei auch nicht unangemessen sensationell. Es handele sich um ein Video-Dokument der Zeitgeschichte. Durch die Verbreitung des Videos habe der friedliche Widerstand im Iran einen Namen und ein Gesicht erhalten. Nur dank der Verbreitung von Informationen, Fotos und Videos über Social-Network-, News- und Video-Plattformen hätten unzensierte Nachrichten und Bilder nach außen dringen können. Nur so habe die Welt von den tatsächlichen Vorgängen im Iran erfahren. Da der Presserat beim Eintreffen der Beschwerde das umstrittene Video in der Online-Ausgabe der Zeitung nicht mehr finden konnte, bat er diese um Zusendung des Beitrages. Dazu die Rechtsabteilung: Das Video ist im Hause auch nicht mehr auffindbar. Die Rechtsabteilung teilt aber mit, zusätzliche Recherchen hätten ergeben, dass das ursprüngliche Video stark gekürzt hätte wiedergegeben werden sollen. Durch ein Versehen sei das Video in voller Länge veröffentlicht worden. Es sei nach Feststellung des Fehlers sofort entfernt worden.

„Mutter überzeugt: Sohn wurde in den Selbstmord gemobbt“ titelt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung. Es geht um einen 13-Jährigen, der sich vor einen Zug geworfen hatte, nachdem er von Klassenkameraden auf Facebook als schwul bezeichnet worden war. Detailliert beschreibt die Zeitung die Umstände des Suizids. Ein Leser des Blattes sieht in der ausführlichen Beschreibung der Umstände des Selbstmordes Ziffer 8 des Pressekodex (Selbsttötung) und 11 (Sensationsberichterstattung) verletzt.

Auszug aus dem Onlinetext: „Welche Gedanken müssen ihm in diesem Minuten durch seinen Kopf gegangen sein? Wie einsam und verzweifelt muss er durch die Dunkelheit gelaufen sein? Bei diesen Fragen versagt auch heute noch die Stimme seiner Mutter. (…) legt sich auf die Gleise. Er hört noch das Rattern der Lok. Er spürt das Vibrieren der Gleise. Und sieht nicht auf. Zu schwer ist ihm das Leben geworden. Es ist 21.30 Uhr.“ Die Schilderung des Geschehens durch die Redaktion widerspreche – so der Beschwerdeführer – allen Empfehlungen von Psychiatern zur Suizid-Berichterstattung. Die Rechtsabteilung der Zeitung sieht den Pressekodex nicht verletzt. Der Beitrag gebe auf sachliche Weise eine genaue Beschreibung der Selbsttötung und beachte die gebotene Zurückhaltung. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, über die Hintergründe dieser besonders tragischen Selbsttötung informiert zu werden. Es müsse möglich sein, die Lebensgeschichte des Mobbing-Opfers und die Umstände des Suizids publik zu machen. Es sei ein Anliegen der Mutter gewesen, diese Geschichte zu erzählen. Sie habe sich bewusst drastisch geäußert, um so andere Familien wachzurütteln. Anhand des tragischen Einzelfalls weise die Redaktion auf die Gefahren sozialer Netzwerke für Jugendliche hin. Die kritisierte Textpassage ändere nichts an dieser Beurteilung. Sie diene dazu, den Lesern das Ausmaß der Verzweiflungstat vor Augen zu führen.

„Anna (25) K. stirbt vier Tage nach der Parade in Klinik” – so überschreibt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung einen Beitrag über das 21. Opfer der Duisburger Loveparade-Katastrophe. Ein Arzt wird zitiert, wie Menschen, die unter anderen fallenden Menschen liegen, zu Tode kommen: „Dabei wurde die Atmung minutenlang unterbrochen. Ihr Hirn bekam zu wenig Sauerstoff.“ Dem Beitrag beigestellt ist ein Foto, das Anna K. ungepixelt zeigt, sowie Fotos anderer Szenen und Opfern der Massenpanik.

Die Zeitung schreibt weiter, dass die Mutter eines Vierjährigen mit ihrem Lebensgefährten zur Loveparade gefahren sei. Freunde werden zitiert, die berichten, die Frau sei kein Raver-Fan gewesen, doch habe sie sich auf die Party gefreut.

Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert, dass unter dem Deckmantel der Anteilnahme die Persönlichkeitsrechte der Panik-Opfer verletzt worden seien. Ihre Bilder seien ungefragt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zudem seien die Fotos der Opfer vermutlich aus Internetplattformen wie Facebook und StudiVZ „zusammengeklaut“ worden. Die Rechtsabteilung des Verlages sieht keinen presseethischen Verstoß durch die Veröffentlichung der Fotos der Opfer. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens. Eine Ausnahme könne jedoch bei Personen der Zeitgeschichte oder bei besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Ein solcher besonderer Begleitumstand sei im vorliegenden Fall eindeutig gegeben. Die Fotos seien angemessen und zurückhaltend gestaltet. Dies gelte sowohl für die gedruckte Ausgabe als auch für den Online-Auftritt. Die kritisierten Fotos dokumentierten vielmehr in sachlich zurückhaltender Weise die Katastrophe.

Erfolg! Quelle: andionline/sxu

Erfolg! Quelle: andionline/sxu

„Anna (25) K. stirbt vier Tage nach der Parade in Klinik” – so überschreibt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung einen Beitrag über das 21. Opfer der Duisburger Loveparade-Katastrophe. Ein Arzt wird zitiert, wie Menschen, die unter anderen fallenden Menschen liegen, zu Tode kommen: „Dabei wurde die Atmung minutenlang unterbrochen. Ihr Hirn bekam zu wenig Sauerstoff.“ Dem Beitrag beigefügt ist ein Foto, das Anna K. ungepixelt zeigt, sowie Fotos anderer Szenen und Opfern der Massenpanik.

Die Zeitung schreibt weiter, dass die Mutter eines Vierjährigen mit ihrem Lebensgefährten zur Loveparade gefahren sei. Freunde werden zitiert, die berichten, die Frau sei kein Raver-Fan gewesen, doch habe sie sich auf die Party gefreut.

Ein Nutzer des Online-Auftritts kritisiert, dass unter dem Deckmantel der Anteilnahme die Persönlichkeitsrechte der Panik-Opfer verletzt worden seien. Ihre Bilder seien ungefragt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zudem seien die Fotos der Opfer vermutlich aus Internetplattformen wie Facebook und StudiVZ „zusammengeklaut“ worden. Die Rechtsabteilung des Verlages sieht keinen presseethischen Verstoß durch die Veröffentlichung der Fotos der Opfer. Zwar hätten die Opfer von Unglücksfällen einen Anspruch auf besonderen Schutz ihres Namens. Eine Ausnahme könne jedoch bei Personen der Zeitgeschichte oder bei besonderen Begleitumständen gerechtfertigt sein. Ein solcher besonderer Begleitumstand sei im vorliegenden Fall eindeutig gegeben. Die Fotos seien angemessen und zurückhaltend gestaltet. Dies gelte sowohl für die gedruckte Ausgabe als auch für den Online-Auftritt. Die kritisierten Fotos dokumentierten vielmehr in sachlich zurückhaltender Weise die Katastrophe.

gemäß § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 Mediengesetz (österreichisches Recht):

Für den Inhalt der Webseite verantwortlich (in alphabetischer Reihenfolge):

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer.

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Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer als Studierende des Master-Studiengangs „New Media Journalism“ – Jahrgang 2010 c/o Leipzig School of Media, Poetenweg 28  04155 Leipzig, Deutschland sowie Kai Voigtländer c/o Akademie für Publizistik, Warburgstraße 8 – 10, 20354 Hamburg, Deutschland.

Kontakt: Mail: nmj2010(at)leipzigschoolofmedia.de
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Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 des österreichischen Urheberrechtsgesetz: © „New Media Journalism“. Rechtschreibfehler vorbehalten. Für die angegeben Daten wird keine Gewähr übernommen.

In dem Artikel „Uni vor Entscheidung in Plagiatsfällen“ der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ (…)wurde über ein Plagiatsprüfungsverfahren hinsichtlich der Doktorarbeit von Mario-Max Prinz zu Schaumburg- Lippe berichtet, das die Universität Innsbruck durchgeführt hat. Dabei wurde der Beschwerdeführer nicht mit seinem vollen Namen Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe genannt und als „Party-Prinz“ bzw. „Grinse-Prinz“ bezeichnet.

In dem Artikel „Uni vor Entscheidung in Plagiatsfällen“ der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ (…) wurde über ein Plagiatsprüfungsverfahren hinsichtlich der Doktorarbeit von Mario-Max Prinz zu Schaumburg- Lippe berichtet, das die Universität Innsbruck durchgeführt hat. Dabei wurde der Beschwerdeführer nicht mit seinem vollen Namen Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe genannt und als „Party-Prinz“ bzw. „Grinse-Prinz“ bezeichnet.

Unter der Überschrift „Mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert“ veröffentlicht eine Lokalzeitung einen Beitrag mit zwei Leseräußerungen. Thema ist unter anderem die jüngste Stadtratssitzung. Im Vorspann erläutert die Redaktion, dass es sich hier um Meinungen aus der Online-Diskussion der Zeitung handelt. Zitiert werden zwei nur durch abgekürzte Namen bzw. Nicknamen gekennzeichnete Leser, die die Bürgermeisterin scharf kritisieren.

Sie wirke wie der Totengräber der Stadt und sei mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert. Um noch größeren Schaden vom Gemeinwesen abzuwenden, solle sie zurücktreten. Mehrere Leser beschweren sich über die Berichterstattung der Zeitung im Allgemeinen. Der Leser im vorliegenden Fall kritisiert, dass die Redaktion anonyme Online-Kommentare in der Print-Ausgabe veröffentliche, die nicht die Voraussetzungen eines Leserbriefes nach Ziffer 2, Richtlinie 2.6, des Pressekodex erfüllten. Der Leser erfahre nicht, wer hinter den Pseudonymen „G. K.“ und „Andy S.“ stehe. Damit werde der Leser getäuscht. Der Chefredakteur der Zeitung stellt klar, dass es nicht Stil des Blattes sei, Blog-Beiträge abzudrucken, die anonyme Diffamierungen enthalten. Er habe sich deshalb bei der Bürgermeisterin ausdrücklich entschuldigt. Eine Richtlinie, mit der derartige Vorfälle künftig vermieden werden sollen, habe er gemeinsam mit der Redaktion erarbeitet. Blog-Beiträge sollen demnach künftig nur noch in Ausnahmefällen abgedruckt werden. Dies könne etwa dann der Fall sein, wenn die Redaktion den Verlauf einer Online-Diskussion illustrieren wolle. Die Beiträge sollen grafisch abgehoben und mit einem einleitenden Erläuterungstext versehen werden, der auf die typischen Formen der Online-Kommunikation (Nicknamen etc.) verweise. Davon ausgeschlossen seien jedoch persönliche Angriffe und Auseinandersetzungen.

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Woher weht der Wind? Foto: Violette Laurent

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Auf Nummer sicher gehen, Foto: Mirau/Stockxchng

Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Erfolgreich ankommen, Foto: andionline/ sxu

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Artikel 12: Qualifikation

(1) Der Multimediajournalist ist speziell für die Anforderungen der neuen Medien und des Multimedia-Journalismus ausgebildet. Zumindest ein Mitglied mit entsprechender Qualifikation sollte jeder Redaktion angehören, die Multimedia-Inhalte anbietet bzw. neue Medien einsetzt.

(2) Der Multimediajournalist bemüht sich auf Grund der Schnelllebigkeit der neuen Medien um laufende Fortbildung. Medienunternehmen unterstützen dies entsprechend dem Einsatz des Multimediajournalisten.

(3) Der Multimediajournalist verfolgt aufmerksam die aktuelle Debatte zur Medienethik in Wissenschaft und Rechtsprechung. Er beteiligt sich aktiv am medienethischen Diskurs in seiner Redaktion oder in entsprechenden Kreisen und trägt so zur laufenden Anpassung redaktionsinterner Richtlinien bei.

Artikel 13: Quote

(1) Der Multimediajournalist unterwirft sich nicht dem Diktat des Publikums und der Quote. Er wägt ab zwischen der Relevanz des Themas und dem aktuellen Interesse der User. Der Multimediajournalist trägt aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen von allgemeiner Bedeutung auch dann Rechnung, wenn diese kein Massenpublikum ansprechen.

(2) Der Multimediajournalist verwertet Themen entsprechend der Linie seines Mediums, ungeachtet der zu erzielenden Quote aber stets im Sinne des Art. 2. Er klärt insbesondere bei beteiligten Privatpersonen und Mitwirkenden von Medienangeboten im Vorfeld ab, ob sie sich möglicher Eingriffe in ihre Privatsphäre und persönlicher Rechte bewusst sind und inwieweit sie diesen zustimmen.

(3) Der Multimediajournalist beachtet auch im tagesaktuellen Medienbetrieb die Anforderungen der Art. 1 bis 6 nach dem Grundsatz: Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Artikel 14: Erfolgskontrolle; Dialog und Kritik

(1) Der Multimediajournalist reflektiert sein journalistisches Wirken selbstkritisch. Zudem erhält er regelmäßige Rückmeldungen zu seiner Arbeit, wie etwa durch Einsicht in die Zugriffszahlen, direktes Feedback der User (vgl. Art. 15) und fachliche Kritik durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen und Kollegen.

(2) Der Multimediajournalist lässt grundsätzlich eine Interaktion mit dem User zu. In jedem Fall achtet er darauf, dass die Möglichkeit der unmittelbaren Rückmeldung durch den User im Sinne des Abs. 1 gegeben ist. Kritik ist möglichst unmittelbar und zeitnah zu beantworten.

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.

Jan Derrer, Videoreporter und Multimediajournalist, Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, Schweiz
„Der neue Multimedia-Ethikkodex ist ist viel zu detailliert. Im Arbeitsalltag braucht es einen Kodex, der knapp und übersichtlich ist. Gutes Beispiel: http://ratgeber.presserat.ch. Gibts auch als App.
Egal, welche Art von Journalismus, also Print, Multimedia usw.: Der Kodex ist immer der gleiche. Einen eigenen „Multimedia Kodex“ zu erstellen, ist nicht nötig. Die Fragen, die Soziale Medien betreffen, können auch in den allgemeinen Kodex eingebaut werden. Denn auch Print-Journalisten nutzen z.B. Twitter für die Recherche. Weniger ist mehr, klare Grundsätze.
Damit die Qualität gesichert ist, sollte man sich an diesem Kodex orientieren.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

Daniel Meier, Foto: privat

„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

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„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

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„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

Jan Derrer, Videoreporter und Multimediajournalist, Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, Schweiz: „Der neue Multimedia-Ethikkodex ist ist viel zu detailliert. Im Arbeitsalltag braucht es einen Kodex, der knapp und übersichtlich ist. Gutes Beispiel: http://ratgeber.presserat.ch. Gibts auch als App.
Egal, welche Art von Journalismus, also Print, Multimedia usw.: Der Kodex ist immer der gleiche. Einen eigenen „Multimedia Kodex“ zu erstellen, ist nicht nötig. Die Fragen, die Soziale Medien betreffen, können auch in den allgemeinen Kodex eingebaut werden. Denn auch Print-Journalisten nutzen z.B. Twitter für die Recherche. Weniger ist mehr, klare Grundsätze.
Damit die Qualität gesichert ist, sollte man sich an diesem Kodex orientieren.“

Impressum:

Für den Inhalt der Webseite verantwortlich (in alphabetischer Reihenfolge):

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer.

Medieninhaber und Herausgeber:

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer als Studierende des Master-Studiengangs „New Media Journalism“ – Jahrgang 2010 c/o Leipzig School of Media, Poetenweg 28  04155 Leipzig, Deutschland sowie Kai Voigtländer c/o Akademie für Publizistik, Warburgstraße 8 – 10, 20354 Hamburg, Deutschland.

Kontakt: Mail: nmj2010(at)leipzigschoolofmedia.de
Website: www.newmediajournalism.net

Alle Rechte auch die Übernahme von Beiträgen: © „New Media Journalism“. Rechtschreibfehler vorbehalten. Für die angegeben Daten wird keine Gewähr übernommen.

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

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„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Dr. Daniel Meier, Akademischer Rat, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Daniel Meier, Foto: privat

Daniel Meier, Foto: privat

„Seit einiger Zeit werden im akademischen Raum Ansätze einer Cyber-, Netz-, oder Internetethik diskutiert, die sich jedoch oftmals durch ein recht hohes Abstraktionsniveau auszeichnen. So notwendig es auch ist, sich grundsätzlich mit den Folgen des Internets für die Mediengesellschaft oder die menschliche Kommunikation auseinanderzusetzen, so mangelt es doch bislang an einer stärker berufspraktisch ausgerichteten Multimediaethik. Zugleich fehlt es den einschlägigen Handbüchern zum Onlinejournalismus oftmals an der ethischen Perspektive und auch im Deutschen Pressekodex und anderen europäischen Ethik-Kodizes finden sich noch keine speziellen Richtlinien für den Multimediajournalisten.

Dabei bergen gerade die neuen multimedialen Möglichkeiten im Journalismus ethischen Klärungsbedarf en masse. (…) In einer Situation des zunehmenden Wunsches nach einer knappen ethischen Richtschnur für den Online-Journalismus bietet der Multimedia-Ethikkodex des Studiengangs ‚New Media Journalism’ ein äußerst hilfreiches Geländer. Er enthält mit seiner stringenten Struktur in vier Abschnitten klare, und in der Berufspraxis umsetzbare Richtlinien, entbindet den einzelnen Journalisten aber nicht von der eigenen Urteilsfindung im Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Der Multimedia-Ethikkodex kann für ethische Herausforderungen aufgrund multimedialer Möglichkeiten sensibilisieren und markiert zugleich eine gelungene Ergänzung bisheriger Kodizes zur journalistischen Berufsethik. Insbesondere ist zu wünschen, dass die 16 Artikel in den Redaktionen diskutiert und – noch besser – beherzigt werden.“

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

Screenshot Blog

Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

Screenshot Ethikrat AfP

Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Grafik: ilco/sxun

ScreenshotDie Redaktion von 20 Minuten erhielt aus anonymer Quelle Bilder eines Neonazis-Umzuges, vermutlich stammten die Fotos aus diesen Kreisen. Über 50 Rechtsextreme waren auf den Bildern zu sehen, die am 13.02.2012 mit Fackeln durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon marschierten. Gemeinde und Polizei wussten nichts. Sollte die Redaktion darüber berichten und den Nazis so eine Plattform geben?

Die Bilder erreichten uns anonym. Duzende von Neonazis mit brennenden Fackeln in den Händen waren darauf zu sehen, die am 13.Februar 2012 durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon zogen. Vor sich trugen sie ein Transparent, das an die Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 erinnerte. Durch Bomben, die britische und amerikanische Kampfflugzeuge abwarfen, kamen damals bis zu 25 000 Menschen ums Leben. „Die Teilnehmer des Umzugs waren zwischen 20- und 30-jährig, alle waren dunkel gekleidet“, erzählte uns ein Anwohner, der die Szenerie beobachtet hatte. Die Gruppe sei schweigend durch das ganze Dorf marschiert.

Als sich mein Kollege bei der Polizei und der Gemeinde nach der Demonstration erkundigte wussten sie von nichts. Laut Hombrechtikons Gemeindepräsident Max Baur (FDP) haben die unbekannten Veranstalter nicht um eine Bewilligung ersucht. „Eine Bewilligung hätten wir auch nicht erteilt“, so Baur. „Menschen mit einer solchen Gesinnung wollen wir in ihren Aktionen nicht unterstützen.“

Unterstützten wir mit unserer Berichterstattung die Neonazis? Zumal die uns zugespielten Bilder vermutlich aus diesen Kreisen stammten. Die Neonazis waren möglicherweise an der Publikation interessiert, sahen das vielleicht als Plattform für ihre rechte Gesinnung. Sollten wir ihnen so viel Aufmerksamkeit geben?

Von Maja Sommerhalder, Reporterin beim Ressort Zürich bei der Pendlerzeitung 20 Minuten

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.(…)*
z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*einzelne Anmerkungen wurden entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde

multimediaethik header

oesterreich-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Ulf Grüner, Bereichsleiter Multimedia, Institut für Journalismus & Medienmanagement, Wien:

„So sehr ich die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien schätze und so sehr ich für klare Kriterien plädiere ­ diesen Kodex empfehle ich zwar auch meinen Studierenden gerne zu Diskussionszwecken, kann ihn aber nicht unterstützen. Aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus und in konkretem Dissens zu einzelnen Thesen:

1. Warum ein Multimedia-Kodex, wo es längst einen Pressekodex gibt, der auch längst für Radio, TV, Print gilt und doch wohl auch für alle digitalen Vertriebswege? Mir ist nicht erkennbar, warum man beim Pressekodex eine Unterscheidung einführen sollte, die in der Medienpraxis endlich und langsam verschwindet, nämlich des Verständnisses vom Internet als etwas Exotischem, das spezieller Behandlung bedarf.

2. Einzelne Thesen halte ich für falsch.

z.B. 3.2 (…)*

z.B. 8. „hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten“. Nun, ein Text ist viel einfacher zu „fälschen“; insofern verstehe ich diese Spezifikation hier nicht.

z.B. 9 „Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.“Das entspricht nicht dem Charakter einer professionellen Präsenz im Social Web. Hier geht es um die zugegeben schwere Gradwanderung zwischen Privatheit, persönlichem Dialog mit dem Publikum und professioneller Präsenz. Das lässt sich so apodiktisch und einfach nicht postulieren, wie Sie es hier formulieren. Es gibt sehr wohl journalistisch professionelles Verhalten, das auch private Veröffentlichungen beinhaltet – wenn wir hier überhaupt noch von Privatheit reden können. Sie müssten hier eigentlich zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden, von der strikten Trennung der Accounts in privat (dann nicht identifizierbar für das Publikum) und rein beruflich (dann immer mit Logo/Kennung des Arbeitgebers). Und selbst da gibt es viele Spielarten, die allesamt nicht a priori verwerflich und unethisch sind resp. sein müssen.

z.B. 11 „Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch …“Seit wann hat im Pressekodex ein Journalist etwas mit der Werbeplatzierung zu tun? Oder denken Sie hier an Journalisten, die ihr Webmagazin oder Blog selbst betreiben? Jedenfalls erscheint mir diese Formulierung hier unpräzise.“

z.B. Art 15ff: Hier engen Sie den Blick ein auf die sehr traditionellen Formen „Foren“ und „UGC“; wenn Sie schon spezifische Multimedia-Regeln einführen, wäre es m.E. wichtig, hier aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, etwa den “Nutzer” nicht mehr nur als User zu sehen, nicht nur als Kommentator oder Zulieferer; die Idee des UGC hat sich ja stark gewandelt hin zu einem strukturierten „Crowdsourcing“, also der journalistisch gesteuerten Leser/Zuschauer/Zuhörer/User-Aktion. Und auch hier sehe ich eigentlich nicht die prinzipiellen Unterschiede bspw. zu einer Call-in-Sendung im Radio.“

*diese Anmerkung wurde entfernt, da der Kodex diesbezüglich überarbeitet wurde und diesen Teil nicht mehr enthält

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

Screenshot Ethikrat AfP

Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

Screenshot Ethikrat AfP

Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

„Mutter überzeugt: Sohn wurde in den Selbstmord gemobbt“ titelt die Online-Ausgabe einer Boulevardzeitung. Es geht um einen 13-Jährigen, der sich vor einen Zug geworfen hatte, nachdem er von Klassenkameraden auf Facebook als schwul bezeichnet worden war. Detailliert beschreibt die Zeitung die Umstände des Suizids. Ein Leser des Blattes sieht in der ausführlichen Beschreibung der Umstände des Selbstmordes Ziffer 8 des Pressekodex (Selbsttötung) und 11 (Sensationsberichterstattung) verletzt.

Auszug aus dem Onlinetext: „Welche Gedanken müssen ihm in diesem Minuten durch seinen Kopf gegangen sein? Wie einsam und verzweifelt muss er durch die Dunkelheit gelaufen sein? Bei diesen Fragen versagt auch heute noch die Stimme seiner Mutter. (…) legt sich auf die Gleise. Er hört noch das Rattern der Lok. Er spürt das Vibrieren der Gleise. Und sieht nicht auf. Zu schwer ist ihm das Leben geworden. Es ist 21.30 Uhr.“ Die Schilderung des Geschehens durch die Redaktion widerspreche – so der Beschwerdeführer – allen Empfehlungen von Psychiatern zur Suizid-Berichterstattung. Die Rechtsabteilung der Zeitung sieht den Pressekodex nicht verletzt. Der Beitrag gebe auf sachliche Weise eine genaue Beschreibung der Selbsttötung und beachte die gebotene Zurückhaltung. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, über die Hintergründe dieser besonders tragischen Selbsttötung informiert zu werden. Es müsse möglich sein, die Lebensgeschichte des Mobbing-Opfers und die Umstände des Suizids publik zu machen. Es sei ein Anliegen der Mutter gewesen, diese Geschichte zu erzählen. Sie habe sich bewusst drastisch geäußert, um so andere Familien wachzurütteln. Anhand des tragischen Einzelfalls weise die Redaktion auf die Gefahren sozialer Netzwerke für Jugendliche hin. Die kritisierte Textpassage ändere nichts an dieser Beurteilung. Sie diene dazu, den Lesern das Ausmaß der Verzweiflungstat vor Augen zu führen.

ScreenshotDie Fotos von vier Frauen mittleren Alters prangen am 13. Februar 2012 auf der Startseite von “bild.de”. Eine hält eine Schneekugel in die Kamera, eine andere hat einen tiefen Ausschnitt und lächelt. Hätten die vier Frauen gewusst, welche Überschrift die Online-Redakteure über ihre Köpfe stellen wird, hätten sie vermutlich anders geschaut: “Die Kuppel-Resterampe!” steht dort in großen Lettern. Im Bericht geht es um die Neuauflage der Fernsehsendung “Schwiegertochter gesucht”, in der sich Pärchen finden sollen. In einer ersten Runde hatten die abgebildeten Frauen nicht den richtigen Mann kennen gelernt, nun wollten sie es noch einmal versuchen. Hätten Sie auch von einer Resterampe geschrieben?

Die Fotos von vier Frauen mittleren Alters prangen am 13. Februar 2012 auf der Startseite von “bild.de”. Eine hält eine Schneekugel in die Kamera, eine andere hat einen tiefen Ausschnitt und lächelt. Hätten die vier Frauen gewusst, welche Überschrift die Online-Redakteure über ihre Köpfe stellen wird, hätten sie vermutlich anders geschaut: “Die Kuppel-Resterampe!” steht dort in großen Lettern. Im Bericht geht es um die Neuauflage der Fernsehsendung “Schwiegertochter gesucht”, in der sich Pärchen finden sollen. In einer ersten Runde hatten die abgebildeten Frauen nicht den richtigen Mann kennen gelernt, nun wollten sie es noch einmal versuchen. Hätten Sie auch von einer Resterampe geschrieben?

bild.de

Die Fotos von vier Frauen mittleren Alters prangen am 13. Februar 2012 auf der Startseite von “bild.de”. Eine hält eine Schneekugel in die Kamera, eine andere hat einen tiefen Ausschnitt und lächelt. Hätten die vier Frauen gewusst, welche Überschrift die Online-Redakteure über ihre Köpfe stellen wird, hätten sie vermutlich anders geschaut: “Die Kuppel-Resterampe!” steht dort in großen Lettern. Im Bericht geht es um die Neuauflage der Fernsehsendung “Schwiegertochter gesucht”, in der sich Pärchen finden sollen. In einer ersten Runde hatten die abgebildeten Frauen nicht den richtigen Mann kennen gelernt, nun wollten sie es noch einmal versuchen. Hätten Sie auch von einer Resterampe geschrieben?

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Die Fotos von vier Frauen mittleren Alters prangen am 13. Februar 2012 auf der Startseite von “bild.de”. Eine hält eine Schneekugel in die Kamera, eine andere hat einen tiefen Ausschnitt und lächelt. Hätten die vier Frauen gewusst, welche Überschrift die Online-Redakteure über ihre Köpfe stellen wird, hätten sie vermutlich anders geschaut: “Die Kuppel-Resterampe!” steht dort in großen Lettern. Im Bericht geht es um die Neuauflage der Fernsehsendung “Schwiegertochter gesucht”, in der sich Pärchen finden sollen. In einer ersten Runde hatten die abgebildeten Frauen nicht den richtigen Mann kennen gelernt, nun wollten sie es noch einmal versuchen. Hätten Sie auch von einer Resterampe geschrieben?

ScreenshotDie Fotos von vier Frauen mittleren Alters prangen am 13. Februar 2012 auf der Startseite von “bild.de”. Eine hält eine Schneekugel in die Kamera, eine andere hat einen tiefen Ausschnitt und lächelt. Hätten die vier Frauen gewusst, welche Überschrift die Online-Redakteure über ihre Köpfe stellen wird, hätten sie vermutlich anders geschaut: “Die Kuppel-Resterampe!” steht dort in großen Lettern. Im Bericht geht es um die Neuauflage der Fernsehsendung “Schwiegertochter gesucht”, in der sich Pärchen finden sollen. In einer ersten Runde hatten die abgebildeten Frauen nicht den richtigen Mann kennen gelernt, nun wollten sie es noch einmal versuchen. Hätten Sie auch von einer Resterampe geschrieben?

Die Online-Ausgabe einer Zeitung veröffentlicht unter der Überschrift „Pakistan – Videos zeigen Hinrichtungen durch Militär“ einen Artikel mit Video von der Hinrichtung von sechs mutmaßlichen Islamisten durch die pakistanische Armee. Das Video zeigt detailliert die Erschießung der Männer. Vor dem Film läuft ein Spot, der für ein Energieunternehmen wirbt. Ein Nutzer der Online-Ausgabe sieht in der Veröffentlichung des Videos eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt.

Dass dem Film Werbung vorangestellt werde, halte er für pervers erklärt der Nutzer. Der stellvertretende Chefredakteur teilt mit, dass man mit Rücksicht auf die ethischen Verpflichtungen der Presse das kritisierte Video nicht auf der Startseite der Online-Ausgabe platziert habe. Es sei bewusst nur in die Berichterstattung eingebunden gewesen. Zudem seien alle im Video zu sehenden Personen gepixelt. Durch diese Vorgehensweise sei die Redaktion den Anforderungen der Ziffer 11 des Pressekodex explizit nachgekommen. Im Sinne der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit habe sich die Redaktion entschlossen, die erschütternden Bilder neben dem Text zu veröffentlichen. Damit sei man der Verpflichtung nachgekommen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht nur zu benennen, sondern sie auch zu belegen. Beispielhaft für oft praktizierte und berechtigte Veröffentlichungen von Videomaterial sei auch die Berichterstattung über Völkermord in Afrika oder Hinrichtungen von Regimegegnern im Iran. Auch sei es seit geraumer Zeit anerkannte journalistische Praxis, Nazi-Verbrechen mit Filmmaterial zu belegen.

20 Minuten Online

ScreenshotDie Redaktion von 20 Minuten erhielt aus anonymer Quelle Bilder eines Neonazis-Umzuges, vermutlich stammten die Fotos aus diesen Kreisen. Über 50 Rechtsextreme waren auf den Bildern zu sehen, die am 13.02.2012 mit Fackeln durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon marschierten. Gemeinde und Polizei wussten nichts. Sollte die Redaktion darüber berichten und den Nazis so eine Plattform geben?

Die Bilder erreichten uns anonym. Duzende von Neonazis mit brennenden Fackeln in den Händen waren darauf zu sehen, die am 13.Februar 2012 durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon zogen. Vor sich trugen sie ein Transparent, das an die Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 erinnerte. Durch Bomben, die britische und amerikanische Kampfflugzeuge abwarfen, kamen damals bis zu 25 000 Menschen ums Leben. „Die Teilnehmer des Umzugs waren zwischen 20- und 30-jährig, alle waren dunkel gekleidet“, erzählte uns ein Anwohner, der die Szenerie beobachtet hatte. Die Gruppe sei schweigend durch das ganze Dorf marschiert.

Als sich mein Kollege bei der Polizei und der Gemeinde nach der Demonstration erkundigte wussten sie von nichts. Laut Hombrechtikons Gemeindepräsident Max Baur (FDP) haben die unbekannten Veranstalter nicht um eine Bewilligung ersucht. „Eine Bewilligung hätten wir auch nicht erteilt“, so Baur. „Menschen mit einer solchen Gesinnung wollen wir in ihren Aktionen nicht unterstützen.“

Unterstützten wir mit unserer Berichterstattung die Neonazis? Zumal die uns zugespielten Bilder vermutlich aus diesen Kreisen stammten. Die Neonazis waren möglicherweise an der Publikation interessiert, sahen das vielleicht als Plattform für ihre rechte Gesinnung. Sollten wir ihnen so viel Aufmerksamkeit geben?

Von Maja Sommerhalder, Reporterin beim Ressort Zürich bei der Pendlerzeitung 20 Minuten

ScreenshotDie Redaktion von 20 Minuten erhielt aus anonymer Quelle Bilder eines Neonazis-Umzuges, vermutlich stammten die Fotos aus diesen Kreisen. Über 50 Rechtsextreme waren auf den Bildern zu sehen, die am 13.02.2012 mit Fackeln durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon marschierten. Gemeinde und Polizei wussten nichts. Sollte die Redaktion darüber berichten und den Nazis so eine Plattform geben?

Die Bilder erreichten uns anonym. Duzende von Neonazis mit brennenden Fackeln in den Händen waren darauf zu sehen, die am 13.Februar 2012 durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon zogen. Vor sich trugen sie ein Transparent, das an die Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 erinnerte. Durch Bomben, die britische und amerikanische Kampfflugzeuge abwarfen, kamen damals bis zu 25 000 Menschen ums Leben. „Die Teilnehmer des Umzugs waren zwischen 20- und 30-jährig, alle waren dunkel gekleidet“, erzählte uns ein Anwohner, der die Szenerie beobachtet hatte. Die Gruppe sei schweigend durch das ganze Dorf marschiert.

Als sich mein Kollege bei der Polizei und der Gemeinde nach der Demonstration erkundigte wussten sie von nichts. Laut Hombrechtikons Gemeindepräsident Max Baur (FDP) haben die unbekannten Veranstalter nicht um eine Bewilligung ersucht. „Eine Bewilligung hätten wir auch nicht erteilt“, so Baur. „Menschen mit einer solchen Gesinnung wollen wir in ihren Aktionen nicht unterstützen.“

Unterstützten wir mit unserer Berichterstattung die Neonazis? Zumal die uns zugespielten Bilder vermutlich aus diesen Kreisen stammten. Die Neonazis waren möglicherweise an der Publikation interessiert, sahen das vielleicht als Plattform für ihre rechte Gesinnung. Sollten wir ihnen so viel Aufmerksamkeit geben?

Von Maja Sommerhalder, Reporterin beim Ressort Zürich bei der Pendlerzeitung 20 Minuten

ScreenshotDie Redaktion von 20 Minuten erhielt aus anonymer Quelle Bilder eines Neonazis-Umzuges, vermutlich stammten die Fotos aus diesen Kreisen. Über 50 Rechtsextreme waren auf den Bildern zu sehen, die am 13.02.2012 mit Fackeln durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon marschierten. Gemeinde und Polizei wussten nichts. Sollte die Redaktion darüber berichten und den Nazis so eine Plattform geben?

Die Bilder erreichten uns anonym. Duzende von Neonazis mit brennenden Fackeln in den Händen waren darauf zu sehen, die am 13.Februar 2012 durch das Zürcher Dorf Hombrechtikon zogen. Vor sich trugen sie ein Transparent, das an die Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 erinnerte. Durch Bomben, die britische und amerikanische Kampfflugzeuge abwarfen, kamen damals bis zu 25 000 Menschen ums Leben. „Die Teilnehmer des Umzugs waren zwischen 20- und 30-jährig, alle waren dunkel gekleidet“, erzählte uns ein Anwohner, der die Szenerie beobachtet hatte. Die Gruppe sei schweigend durch das ganze Dorf marschiert.

Als sich mein Kollege bei der Polizei und der Gemeinde nach der Demonstration erkundigte wussten sie von nichts. Laut Hombrechtikons Gemeindepräsident Max Baur (FDP) haben die unbekannten Veranstalter nicht um eine Bewilligung ersucht. „Eine Bewilligung hätten wir auch nicht erteilt“, so Baur. „Menschen mit einer solchen Gesinnung wollen wir in ihren Aktionen nicht unterstützen.“

Unterstützten wir mit unserer Berichterstattung die Neonazis? Zumal die uns zugespielten Bilder vermutlich aus diesen Kreisen stammten. Die Neonazis waren möglicherweise an der Publikation interessiert, sahen das vielleicht als Plattform für ihre rechte Gesinnung. Sollten wir ihnen so viel Aufmerksamkeit geben?

Von Maja Sommerhalder, Reporterin beim Ressort Zürich bei der Pendlerzeitung 20 Minuten

Die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” veröffentlichte ein Bild eines mutmasslichen FCZ- Hooligans. Er soll während des Zürcher Derbys zwischen den Grasshoppers (GC) und dem Fussballclub Zürich (FCZ) Petarden in den GC-Fansektor geworfen haben. Auf dem Bild war er klar erkennbar. Hätten Sie ein solches Bild ebenfalls veröffentlicht?

Tastatur

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

ScreenshotEva Braun ist zwar schon seit Jahrzehnten tot, trotzdem gelang es Bild.de ein „bisher unveröffentliches Bild“ von ihr aufzustöbern. Dieses zeigt Hitlers Geliebte mit dunkler Farbe im Gesicht und einem dunklem Anzug. Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zogen nach, ohne die Herkunft des Bildes zu überprüfen.
Aufgeregt berichtete Bild.de im März 2011, dass ein neues unveröffentliches Bild von Eva Braun aufgetaucht sei. Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen. Laut Bildblog.de übernahmen die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” den „Primeur“ und veröffentlichten das geheimnisvolles Bild ebenfalls. Hätten Sie die Geschichte aufgenommen?

Der Multimedia-Ethikkodex 2.0

Tastatur„Alles ist moralisch, nur die Moral nicht“ – diese Aussage aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ hat auch im Online-Zeitalter nichts an Relevanz eingebüsst. Ist es ethisch vertretbar, sich als Journalist auf Social Media Plattformen zu bedienen? Können Chateinträge als Zitate verwendet werden und wie muss Werbung auf Medienwebsites deklariert sein?

Diese und viele weitere Fragen gehören zum Alltag eines jeden Journalisten, der die Möglichkeiten des Internets in seiner Arbeit verwendet. Konkrete publizistische Grundsätze sind in Pressekodizes des jeweiligen Presserats festgehalten. Der nachfolgende Multimedia-Ethik-Kodex soll als Ausweitung in den Onlinebereich verstanden werden, Hilfe im journalistischen Alltag bieten und als Diskursgrundlage über Moral, Ethos und Ethik im Zeitalter der digitalen Welt dienen.

Der Multimedia-Ethik-Kodex wurde 2010 von den Studenten des „New Media Journalism“ Studiengangs entwickelt und 2012 vom nachfolgenden Studiengang weiterentwickelt.Diese Website präsentiert den überarbeiteten Kodex zusammen mit Fallbeispielen und Expertenmeinungen. Innerhalb des Kodex gibt es Verweise auf spezifische Fälle sowie die Möglichkeit, Kommentare und Bemerkungen einzufügen.

Provokative Fragen zum Internet

Wer überwacht das World Wide Web? Basis-Demokratie oder Anarchie? Tausendmal kopiert – Wem gehört die Geschichte eigentlich? Das Internet vergisst nicht – und Journalisten? Online-Journalismus – Klickzahlen ersetzen die Blattkritik? Beleidigungen im Netz – Ist die Redaktion für seine Nutzer verantwortlich?

Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung: Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:
> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:

> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:
> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:

> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:
> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:
> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:

> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de  Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:

> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

Lassen Sie sich beim Weiterdenken Ihres Kodex von meinen Erwägungen nicht entmutigen, sondern nur ein bisschen verunsichern.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Prof. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig), Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung:

„ Als Erstes möchte ich Ihnen zu dieser intensiven, am Leitbild des aufklärerischen Journalismus orientierten Arbeit herzlich gratulieren. Auch wenn sich vielleicht Ihre Ausarbeitung in der Praxis als dornenreich erweist, so dient sie in jedem Falle dem wichtigen Zweck, das Bewusstsein für berufsethisch fundiertes Handeln im Web zu schärfen – und dies allein schon rechtfertigt diese Mühen.

Nun möchten Sie insbesondere zu folgenden Fragen meine Einschätzung Ihres Kodex-Entwurf wissen:

> Was halten Sie vom neuen Multimedia-Ethikkodex?
> Warum ist diese Orientierungshilfe auch oder gerade im multimedialen Arbeiten wichtig?
> Warum sollte man sich an diesem Kodex orientieren?

Hier meine etwas längere Antwort auf Ihre Fragen:

Ihr Kodex enthält viele für die Web 2.0-Welt plausible Regeln, die man als Prinzipien des journalistischen Handwerks fassen kann. Sein Problem sehe ich darin, dass er zu viel und zu eng zu reglementieren sucht – ein Dilemma, das nicht nur mit den bisherigen (schlechten) Erfahrungen im Web, sondern vielleicht auch mit unserer Mentalität im deutschen Sprachraum zutun hat.
Ich will Ihnen dies an der für die Professionalisierung des Journalismus bahnbrechenden angelsächsischen Tradition erläutern (ich meine damit die Ära vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhundert und natürlich nicht den Skandal um den Australier Murdoch). Dort gilt der dem „common law“ zuzurechnende Grundsatz, dass die Pressefreiheit (d.h.: die Informationszugangs- und die Meinungsäußerungsfreiheit) per se gegeben sind. In GB gibt es keine Verfassung und kein Grundgesetz mit dem Art. 5, keine Landespressegesetze und keinen ausziselierten Pressekodex, der dem deutschen oder schweizerischen vergleichbar wäre. Die Briten würden diese Regelungen als Einschränkungen und Fallstricke verstehen, mit denen die Pressefreiheit eingeengt würde. Also kämen auch wir ohne formale Regelungen aus?

Nein . Denn auch die Angelsachsen haben Grund zur Regeleung. So hat zum Beispiel die New York Times einen engmaschigen Code of Conduct in Kraft gesetzt, der haarklein aufzählt, was ihre Redaktionsmitglieder zu unterlassen haben – zum Beispiel alles, was in Richtung Befangenheit und Vorteilsnahme geht (es lohnt sich, diesen Code mal zu studieren, um nachzuvollziehen, wie wichtig die NYT das Prinzip „Unabhängigkeit“ nimmt – und wie wenig davon in Ihrem Kodex zu finden ist).
Angenommen, Sie wären beim Zürcher Tagesanzeiger oder dem Hamburger Abendblatt oder den Salzburger Nachrichten in der Onlineredaktion als LokalredakteurIn tätig – und ihr(e) Lebenspartner(in) kandidierte für den Gemeinderat bzw. das Stadtparlament. Na und? werden Sie vielleicht denken. In der NYT (on- und offline) indessen müssten Sie ihren Posten räumen nur schon wegen des abstrakten Risikos, in einen Interessenskonflikt bzw. eine Befangenheit zu geraten. Sich einladen lassen? Presserabatt? Bei der NYT (und bei vielen anderen US-Medien) wäre dies undenkbar. Bundespräsident Wulff hätte dort als Journalist keine Chance.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Der Code der NYT ist kein allgemeiner Journalistencode. Er würde auch von den US-amerikanischen Journalistenorganisationen vermutlich abgelehnt mit dem Argument: Was für die NYT gut und richtig ist, muss für CBS, Fox oder CNN, die Los Angeles Times oder die Huffington Post usw. noch lange nicht gültig sein.
Wenn Sie beide Sichtweisen zusammen nehmen, verstehen Sie vielleicht, auf was ich hinaus will: Ein für den Online-Journalismus insgesamt gültiger Kodex kann, ja muss abstrakt-allgemein gehalten sein und sich an wenigen Grundsätzen orientieren (siehe Medienkodex des „netzwerk recherche“), andernfalls findet er keine Akzeptanz bzw. wird durch Rechthabereien und Rechtfertigungen zerbröselt. Bereits Ihr erster Satz wäre für mich als Online-Journalist nicht akzeptabel. Denn oft genug (erkenntniskritisch gesagt: in den meisten Situationen) kann ich gar nicht „wahr“ berichten, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. In diesem Sinne enthalten viele weitere Absätze Verpflichtungen, die viele Journalisten als beengend und einschränkend empfinden würden – und damit meine ich nicht die Leute vom Boulevard oder die Borderliner, sondern solide arbeitende Kollegen bei zeit.de oder standard.at oder nzz.ch oder sueddeutsche.de.

Ich teile Ihre Intention, auf normativer Ebene festzuschreiben, was guten Journalismus ausmacht, um eine Richtschnur zu haben, wenn es um die Beurteilung des real existierenden Journalismus geht. Solche Pflichtenhefte sind gut für die Ausbildung, weil sie Leitbildcharakter haben. Doch in der Berufspraxis versagen sie, weil professionelles Handeln nicht „top down“ abläuft, sondern  verschiedene Einflussgrößen und miteinander kollidierende Normen (oft genug blitzschnell) abzuwägen sind.

Der deutsche Presserat folgte dem Top-down-Konzept des Pflichtenheftes und produziert immer zahlreichere Richtlinien. Und je mehr Richtlinien er erarbeitet, weil er der sich rasch wandelnden Multimediawelt gerecht werden möchte, desto geringer ist die ethische Wirkkraft des Kodex für die Journalisten. Das Problem –  sehen Sie mir diesen Exkurs in die Ethiktheorie nach – ist mit dem in unserem Sprachraum tradierten Denkmuster der Deontologie verbunden: Aus übergeordneten Pflichten wird „top down“ das Reglement abgeleitet. Weil aber die Lebenswelt sehr vielgestaltig („komplex“) ist, müssen diese Ableitungen ihrerseits immer weiter ausziseliert werden.

Die Angelsachsen, um auf den Anfang zurückzukommen, sind Verfechter der umgekehrten Denkweise („bottom up“). Sie suchen nach pragmatischen, fallbezogenen Verfahren und berufen sich im Zweifelsfalle auf bewährte Traditionen, die für uns mitunter befremdlich sind. Dabei gehören wir doch demselben Kulturkreis an! Aber auch dieses Verfahren hat seine Fallstricke und Probleme, weil es nur „okkasionell“ entscheiden kann und auf einen Basiskonsens (siehe „common law“) angewiesen ist.
Wie schwer es ist, aus abstrakten Begriffen Handlungsmaximen abzuleiten, fiel mir – apropos England – beim Begriff Fairness auf, der in Ihrem Kodex ja schon im 2. Absatz auftaucht. Das ist eigentlich sehr schön – nur: Wissen wir (auf dem Kontinent), was in der öffentlichen Kommunikation fair ist? Zum Beispiel die Art und Weise, wie die meinungsführenden Mainstreammedien jedes Abendessen des Bundespräsidenten aus der Zeit, als er Ministerpräsident war, danach untersuchen, wer den Tischwein bezahlt hat? Oder dass die Bild-Zeitung die Inhalte des berühmten Mailbox-Anrufs von Wulff zwei Wochen später „scheibchenweise“ über andere Medien publik gemacht hat? Beim Spiegel, der Bild-Zeitung wie auch in der FAZ-Redaktion würde man Ihre Vorhaltung, deren Berichterstattung sei unfair, vermutlich nicht verstehen. Was aber nützt eine Norm, die nicht praktikabel ist?

Das Problem hinter allen Kodizes und Codes of Conduct lautet wohl: Wir haben es mit Normenkonflikten zu tun, von denen jede „für sich“ gleichermaßen gut begründet ist (wie zum Beispiel Öffentlichkeitsprinzip und Persönlichkeitsrecht). Der ethisch gut handelnde Profi muss lernen, wie er konfligierende Normen jedes Mal auf Neue „synchronisiert“ – theoretisch gesagt: Er muss sowohl top-down wie auch buttom-up denken und beide Welten wie bei einem Reißverschluss zusammenführen. Wenn er das kann, handelt er sowieso „fair“ und „wahrhaftig“.

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Presseanfragen:

Für Anfragen aus Österreich bitte kontaktieren Sie Nikolaus Koller, Tel.: 0043-676 5423419
Für Anfragen aus der Schweiz ist Jessica Francis, Tel.: 0041-799494172 zuständige.
Für Anfragen aus Deutschland hilft Ihnen Anja Köhler, Tel.: 0049-173-466039 gerne weiter.

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Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

Screenshot Blog

Screenshot Blog

Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

Screenshot Ethikrat AfP

Screenshot Ethikrat AfP

Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Redakteur Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Fordern und fördern: netzwerk recherche

Die Verbesserung der journalistischen Recherche hat sich diese deutsche Journalistenvereinigung auf die Fahnen geschrieben. Zentrales Ziel des rund 600 Mitglieder zählenden Vereins ist es, die Aus- und Weiterbildung der Journalisten zu fördern. Dazu werden Ausbildungskonzepte erstellt, ein Recherche-Mentoring für jüngere Kollegen angeboten, Stipendien vergeben und eine Jahres-Konferenz organisiert, in der aktuelle Tendenzen rund um den recherchierenden Journalismus diskutiert werden. Außerdem verleiht das „netzwerk recherche“ einmal im Jahr den Otto-Brenner-Preis für eine außergewöhnliche Recherche-Leistung. Der Verein, der seit 2001 besteht, hat diverse Leitlinien und Papiere zur journalistischen Qualitätsverbesserung verfasst, darunter einen Zehn-Punkte-Medien-Kodex.

Theorie und Praxis: Netzwerk Medienethik

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Die freie Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern und Journalisten will die ethische Orientierung im Medienbereich fördern. Zum festen Stamm des Netzwerkes gehören rund 30 Engagierte. Sie geben zum einen Anstöße zur Weiterentwicklung der medienethischen Theoriebildung und beraten den wissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen beobachten sie die Umsetzung ethischer Orientierungen in die Praxis. In jedem Februar gibt es in München eine Jahreskonferenz zu Fragen der Medienethik. In diesem Jahr heißt das Thema: „Echtheit, Wahrheit, Ehrlichkeit – Die ethische Frage nach ‘Authentizität’ in der computervermittelten Kommunikation“.

Eine Frage, vier Antworten: Ethikrat der Akademie für Publizistik

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Der Ethikrat wurde 2003 gegründet und besteht aus Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Coach Dr. Christian Sauer, Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Publizistik-Professor Dr. Bernhard Debatin. Das Gremium arbeitet unkonventionell: Jeder kann Fragen mailen, die dann von jedem Mitglied beantwortet werden. Der Ethikrat antwortet bewusst nicht nur mit einer Stimme. Die Themen stammen aus der Praxis: Darf ein Journalist Parteimitglied sein? Ist es in Ordnung, mit dem Presseausweis kostenlos in den Zoo zu kommen? Und dürfen private Blogeinträge in einem journalistischen Text verwendet werden? Fragen und Antworten werden im Internet veröffentlicht.

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Hintere Reihe v.l.: Maja Sommerhalder, Rabea Huber, Simone Kral, (Gast), Vera Eckert, Michael Schuler, Nikolaus Koller, Vordere Reihe v.l.: Thomas Haas, Anja Köhler, Manuel Rothmund, Jessica Francis, Anja Petersen, Maike Steuer, Foto: LSoM 2011

Man nehme Journalisten und Kommunikationsverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und schicke sie einmal im Monat auf Reisen. An der School of Media in Leipzig, an der Akademie für Publizistik in Hamburg, am Journalistenkuratorium in Salzburg und und am maz – die Schweizer Journalistenschule in Luzern referieren Dozenten und Praktiker von Neuem, Altbekanntem und schon längst Vergessenem. Nach den ersten beiden Wochenenden sind alle Sprachbarrieren überwunden und die Studenten des Masterprogramms “New Media Journalism” entwickeln die Fähigkeit, Phänomene der Neuen Medien einzuordnen, weiterzuentwickeln und zurück im Berufsalltag umzusetzen.

Im Rahmen dieses Studiums entstand auch der Multimedia-Ethik-Kodex – ein Leitfaden zum Arbeiten in Multimedia-Redaktionen. Denn in kaum einem Gebiet ist die Kluft zwischen Theorie und Praxis so gross. Theoretiker kritisieren Entscheidungen der praktizierenden Kollegen in den Redaktionen, werfen ihnen Quotenjournalismus vor – Praktiker schimpfen die forschenden Theoretiker weltfremd, ihre Theorien überholt. NMJ hilft, eine Brücke über die Theorie-Praxis-Kluft zu bauen, interpretiert die Forschungsfelder mit Praxisblick neu – und schafft zeitgemässe Leitplanken für den Berufsalltag in Multimedia-Redaktionen.

Gruppenfoto mit Gast, Foto: LSoM 2011

Gruppenfoto mit Gast, Hintere Reihe v.l.: Maja Sommerhalder, Rabea Huber, Simone Kral, (Gast), Vera Eckert, Michael Schuler, Nikolaus Koller, Vordere Reihe v.l.: Thomas Haas, Anja Köhler, Manuel Rothmund, Jessica Francis, Anja Petersen, Maike Steuer, Foto: LSoM 2011

Man nehme Journalisten und Kommunikationsverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und schicke sie einmal im Monat auf Reisen. An der Leipzig School of Media, an der Akademie für Publizistik in Hamburg, am Journalistenkuratorium in Salzburg und und am maz – die Schweizer Journalistenschule in Luzern referieren Dozenten und Praktiker von Neuem, Altbekanntem und schon längst Vergessenem. Nach den ersten beiden Wochenenden sind alle Sprachbarrieren überwunden und die Studenten des Masterprogramms “New Media Journalism” entwickeln die Fähigkeit, Phänomene der Neuen Medien einzuordnen, weiterzuentwickeln und zurück im Berufsalltag umzusetzen.

Im Rahmen dieses Studiums entstand auch der Multimedia-Ethik-Kodex – ein Leitfaden zum Arbeiten in Multimedia-Redaktionen. Denn in kaum einem Gebiet ist die Kluft zwischen Theorie und Praxis so gross. Theoretiker kritisieren Entscheidungen der praktizierenden Kollegen in den Redaktionen, werfen ihnen Quotenjournalismus vor – Praktiker schimpfen die forschenden Theoretiker weltfremd, ihre Theorien überholt. NMJ hilft, eine Brücke über die Theorie-Praxis-Kluft zu bauen, interpretiert die Forschungsfelder mit Praxisblick neu – und schafft zeitgemässe Leitplanken für den Berufsalltag in Multimedia-Redaktionen.

Unter der Überschrift „Mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert“ veröffentlicht eine Lokalzeitung einen Beitrag mit zwei Leseräußerungen. Thema ist unter anderem die jüngste Stadtratssitzung. Im Vorspann erläutert die Redaktion, dass es sich hier um Meinungen aus der Online-Diskussion der Zeitung handelt. Zitiert werden zwei nur durch abgekürzte Namen bzw. Nicknamen gekennzeichnete Leser, die die Bürgermeisterin scharf kritisieren.

Sie wirke wie der Totengräber der Stadt und sei mit der Erfüllung ihres Amtes überfordert. Um noch größeren Schaden vom Gemeinwesen abzuwenden, solle sie zurücktreten. Mehrere Leser beschweren sich über die Berichterstattung der Zeitung im Allgemeinen. Der Leser im vorliegenden Fall kritisiert, dass die Redaktion anonyme Online-Kommentare in der Print-Ausgabe veröffentliche, die nicht die Voraussetzungen eines Leserbriefes nach Ziffer 2, Richtlinie 2.6, des Pressekodex erfüllten. Der Leser erfahre nicht, wer hinter den Pseudonymen „G. K.“ und „Andy S.“ stehe. Damit werde der Leser getäuscht. Der Chefredakteur der Zeitung stellt klar, dass es nicht Stil des Blattes sei, Blog-Beiträge abzudrucken, die anonyme Diffamierungen enthalten. Er habe sich deshalb bei der Bürgermeisterin ausdrücklich entschuldigt. Eine Richtlinie, mit der derartige Vorfälle künftig vermieden werden sollen, habe er gemeinsam mit der Redaktion erarbeitet. Blog-Beiträge sollen demnach künftig nur noch in Ausnahmefällen abgedruckt werden. Dies könne etwa dann der Fall sein, wenn die Redaktion den Verlauf einer Online-Diskussion illustrieren wolle. Die Beiträge sollen grafisch abgehoben und mit einem einleitenden Erläuterungstext versehen werden, der auf die typischen Formen der Online-Kommunikation (Nicknamen etc.) verweise. Davon ausgeschlossen seien jedoch persönliche Angriffe und Auseinandersetzungen.

Die Online-Ausgabe einer Zeitung veröffentlicht unter der Überschrift „Pakistan – Videos zeigen Hinrichtungen durch Militär“ einen Artikel mit Video von der Hinrichtung von sechs mutmaßlichen Islamisten durch die pakistanische Armee. Das Video zeigt detailliert die Erschießung der Männer. Vor dem Film läuft ein Spot, der für ein Energieunternehmen wirbt. Ein Nutzer der Online-Ausgabe sieht in der Veröffentlichung des Videos eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt.

Dass dem Film Werbung vorangestellt werde, halte er für pervers erklärt der Nutzer. Der stellvertretende Chefredakteur teilt mit, dass man mit Rücksicht auf die ethischen Verpflichtungen der Presse das kritisierte Video nicht auf der Startseite der Online-Ausgabe platziert habe. Es sei bewusst nur in die Berichterstattung eingebunden gewesen. Zudem seien alle im Video zu sehenden Personen gepixelt. Durch diese Vorgehensweise sei die Redaktion den Anforderungen der Ziffer 11 des Pressekodex explizit nachgekommen. Im Sinne der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit habe sich die Redaktion entschlossen, die erschütternden Bilder neben dem Text zu veröffentlichen. Damit sei man der Verpflichtung nachgekommen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht nur zu benennen, sondern sie auch zu belegen. Beispielhaft für oft praktizierte und berechtigte Veröffentlichungen von Videomaterial sei auch die Berichterstattung über Völkermord in Afrika oder Hinrichtungen von Regimegegnern im Iran. Auch sei es seit geraumer Zeit anerkannte journalistische Praxis, Nazi-Verbrechen mit Filmmaterial zu belegen.

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: privat

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

deutschland-fahne-005-quadratisch-020x020_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de Kay Meseberg, Online-Redakteur und Fernsehautor für Frontal21 und 2470media

Kay Meseberg, Foto: privat

Kay Meseberg, Foto: Michael Hauri

„Ein Multimedia- und Online-Journalismus-Kodex ist dringend nötig, um bei der Arbeit unter den heutigen multi- und crossmedialen Gegebenheiten auch die journalistischen Standards zu wahren und zeitgemäß zu definieren. Dem hier vorliegenden Kodex gelingt eine Orientierung für die Arbeit, die auch aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung von Medien-Plattformen und -Playern in Zukunft vorgeschrieben werden sollte.
Multimediales Arbeiten versetzt den Journalisten noch stärker in die Lage der inhaltlichen und technischen Eigenverantwortung, die einen größeren Gestaltungsspielraum bei der Erstellung der Inhalte beinhaltet. Die Eigenverantwortung bedeutet aber auch tatsächlich mehr Verantwortung beim Umgang mit der Technik, der Speicherung der Inhalte. Die Herausforderungen für multimedial arbeitende Journalisten sind also deutlich höher als bei den herkömmlichen Gewerken. Gerade darum ist eine solche Orientierung für diesen stark wachsenden Bereich notwendig.“

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Für den Inhalt der Webseite verantwortlich (in alphabetischer Reihenfolge):

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer.

Medieninhaber und Herausgeber:

Vera Eckert, Jessica Francis, Thomas Haas, Rabea Huber, Anja Köhler, Nikolaus Koller, Simone Kral, Anja Petersen, Manuel Rothmund, Michael Schuler, Maja Sommerhalder, Maike Steuer als Studierende des Master-Studiengangs „New Media Journalism“ – Jahrgang 2010 c/o Leipzig School of Media, Poetenweg 28  04155 Leipzig, Deutschland sowie Kai Voigtländer c/o Akademie für Publizistik, Warburgstraße 8 – 10, 20354 Hamburg, Deutschland.

Kontakt: Mail: nmj2010(at)leipzigschoolofmedia.de
Website: www.newmediajournalism.net

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