I. Abschnitt: Allgemeine Grundsätze

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Ohne Fundament geht's nicht. Foto: Gabriel Robledo/ Stockxchng

Artikel 1: Richtigkeit

Der Multimediajournalist informiert nach bestem Wissen und Gewissen. Er veröffentlicht keine Informationen aus unbekannten Quellen und verbreitet keine Gerüchte. Fehler werden transparent gemacht und schnellstmöglich richtig gestellt.

Artikel 2: Fairness; Unabhängigkeit

(1) Der Multimediajournalist berichtet fair. Er achtet in allen Phasen seiner journalistischen Tätigkeit die Menschenwürde, die Privatsphäre und andere persönliche Rechte Dritter.
(2) Der Multimediajournalist garantiert uneingeschränkten Informantenschutz. Er achtet auf zurückhaltenden und vertraulichen Umgang mit persönlichen Daten im Rahmen des Datenschutzrechtes. Der Multimediajournalist pflegt einen gewissenhaften Umgang mit Datenträgern und den darauf gespeicherten Informationen.

Artikel 3: Prüfung

(1) Der Multimediajournalist prüft jede Information mit journalistischer Sorgfalt bevor er sie veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung kontrolliert er, inwieweit der Inhalt aufgrund neuer Erkenntnisse einer Berichtigung oder Überarbeitung bedarf. Es gilt das Vier Augen-Prinzip (s. Art. 14 Abs. 3).
(2) Der Multimediajournalist prüft seine Quellen auch bei der Recherche mit Neuen Medien auf ihre Identität und Interessenlage.

Artikel 4: Quellen

Der Multimediajournalist respektiert die Leistung Anderer und plagiiert nicht. Er zitiert seine Quellen und holt erforderlichenfalls die Zustimmung zur Veröffentlichung ein. Er achtet insbesondere Urheber- und Leistungsrechte Dritter.

Artikel 5: Kommentar und Glosse

Der Multimediajournalist macht eigene Kommentare und Glossen als solche erkennbar und trennt sie deutlich von Berichten.

Artikel 6: Kulturelle und soziale Sensibilität; Internationalität

Der Multimediajournalist besitzt ein besonderes Feingefühl für Themen, die den Jugendschutz sowie den Schutz von Menschen mit Handicaps und anderer Minderheiten berühren. Er unterlässt diskriminierende Berichterstattung. Der grenzenlosen Verbreitung über das Internet trägt er Rechnung, indem er der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Lebensformen mit Respekt und Toleranz begegnet. Der Multimediajournalist definiert dabei klar und objektiv die begrenzte Reichweite der Meinungsfreiheit und der Unabhängigkeit des Journalismus und setzt sich solidarisch für diese Rechte ein.