II. Abschnitt: Mittel und Wege journalistischen Ausdrucks

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Eine Frage des Ausdrucks, Foto: kleila83/ sxu

Artikel 7: Sprache

Der Multimediajournalist achtet auf angemessene, korrekte und verständliche Sprache und Formulierung. Bei der Optimierung von Texten für Suchmaschinen achtet er darauf, Texte weder zu entstellen noch ihre Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Der Multimediajournalist vermeidet dabei jegliche Täuschung über Inhalt und Aussage des Medienangebotes.

Artikel 8: Foto; Audio; Video

Der Multimediajournalist ist sich sowohl der hohen Wirkung als auch der Fälschungsanfälligkeit von Bild-, Ton- und Filmdokumenten bewusst und setzt diese entsprechend sorgsam und verantwortungsvoll ein. Er macht Bearbeitungen durch einen begründenden Hinweis deutlich. Bei Verwendung dieser Ausdrucksformen gelten die allgemeinen Grundsätze der Art. 1 bis 6 entsprechend.

Artikel 9: Verhalten als Privatperson

(1) Der Multimediajournalist ist sich seiner gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung auch als Privatperson bewusst. Er trennt klar erkennbar zwischen privaten Veröffentlichungen und solchen im Namen eines Arbeit- oder Auftraggebers.

(2) Der Multimediajournalist vermeidet auch als Privatperson öffentliche Äußerungen, die geeignet sind, seinem eigenen Ansehen als Journalist, dem seines Arbeitgebers oder der Branche zu schaden. Die Bestimmungen der Art. 7 und 8 gelten für private Veröffentlichungen entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist verzichtet auf Vorteilsnahme und Vergünstigungen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit. Er legt persönliche Umstände offen, die seine Unabhängigkeit als Journalist berühren könnten; das gilt auch für mögliche Befangenheit im Einzelfall.

Artikel 10: Blogs; soziale Netzwerke

Der Multimediajournalist ist sich des öffentlichen Charakters von Blogs bewusst. Soziale Netzwerke und vergleichbare Anwendungen gelten zunächst als privat. Art. 9 gilt entsprechend. Bei intensiver Aktivität und ausufernden Kontaktzahlen ist ein Auftreten in sozialen Netzwerken als journalistische Tätigkeit einzustufen.

Artikel 11: Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

(1) Der Multimediajournalist macht Werbung textlich und graphisch als solche erkennbar und trennt sie klar von redaktionellen Inhalten. Werbung im Sinne dieses Artikels sind insbesondere bezahlte wie unbezahlte Anzeigen, Werbung in redaktioneller Aufmachung (Advertorials oder Publireportagen) sowie gewinnorientierte oder parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit.

(2) Der Multimediajournalist betreibt keine Schleichwerbung und lässt sich nicht für kommerzielle Interessen instrumentalisieren, etwa durch die Annahme von Geschenken. Er sorgt für Transparenz aller Umstände, die einen bestimmenden Einfluss auf redaktionelle Inhalte haben könnten.

(3) Der Multimediajournalist lässt Bannerwerbung zu, die einen inhaltlichen Bezug zu redaktionellen Beiträgen aufweist, solange sie diese inhaltlich nicht beeinflusst. Werbung für multimediale Informationsangebote ist zulässig.

(4) Der Multimediajournalist kennzeichnet Pressemeldungen von öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und sonstige nicht gewinnorientierte Öffentlichkeitsarbeit als solche.