IV. Abschnitt: Beiträge der Nutzer

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

Wissen, was die Nutzer wollen, Foto: Lusi/ Stockxchng

Artikel 15: Kommentare und Foren

(1) Der Multimediajournalist sorgt nach Möglichkeit für eine offene Kommentarfunktion als integraler Bestandteil multimedialer Informationsangebote. Die Gründe für das Fehlen einer Kommentarfunktion sollen klar erkennbar sein. Insbesondere bei Themen, die im rechtlichen oder ethischen Sinne heikle oder gar hetzerische Kommentare erwarten lassen, sollte auf eine offene Kommentarfunktion verzichtet werden.

(2) Der Multimediajournalist überprüft Kommentare, bevor er sie veröffentlicht. Er bemüht sich dabei um größtmögliche Objektivität und Fairness. Kommentare, die geltenden Gesetzen widersprechen oder als Werbung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 einzustufen sind, veröffentlicht er nicht.

(3) Der Multimediajournalist veröffentlicht grundsätzlich keine anonymen Kommentare. Kommentierende User müssen sich identifizieren. Inhalte von Quellen, die der Redaktion nicht bekannt sind, werden nicht veröffentlicht.

(4) Der Multimediajournalist muss die Pflege der offenen Kommentarfunktion im Sinne der Abs. 2 und 3 nicht zwingend selbst vornehmen. Die Chefredaktion stellt ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um eine angemessene Kontrolle der eingegangenen Kommentare und einen verantwortungsvollen Umgang mit Kommentarfunktionen zu garantieren.

(5) Der Multimediajournalist beachtet die Abs. 2 bis 4 entsprechend auch bei der Pflege offener Diskussionsforen im Kontext journalistischer Angebote in neuen Medien.

Artikel 16: Umfragen und sonstige Beiträge der Nutzer

(1) Der Multimediajournalist formuliert Umfragen nicht suggestiv. Er legt den Fragesteller sowie Kreis und Anzahl der Befragten offen. Reine User-Umfragen bezeichnet er ausdrücklich als nicht repräsentativ.

(2) Der Multimediajournalist kennzeichnet sonstige Beiträge der Nutzer (User Generated Content – UGC) als solche. UGC unterliegt grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie journalistische Inhalte. Insbesondere die Art. 1 bis 6 gelten entsprechend.

(3) Der Multimediajournalist lässt sich durch UGC nicht für Partikularinteressen instrumentalisieren. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Art. 11 Abs. 1 wird nicht als UGC veröffentlicht. Zulässig sind Mitteilungen in öffentlichem Interesse. Art. 11 Abs. 4 gilt entsprechend.