Dürfen Journalisten aus dem Gerichtssaal twittern?

Posted by anja - 29. Januar 2012 - Fall - 1 Comment

Dass Journalisten live aus dem Gerichtssaal twittern, passt nicht jedem Richter. Im Schweizer Prozess um den Fussballclub Neuenburg Xamax wurden zwei Medienschaffende von „20 Minuten“ und „Le Matin“ vor die Türe geschickt, weil sie per Smartphones Nachrichten nach draussen sandten. Der twitterne Blick-Journalist wurde hingegen nicht entdeckt. Hatte der Richter das Recht, die Liveberichterstattung so zu unterbinden?

One comment

  • Maja Sommerhalder sagt:

    Die Liveberichterstattung auf dem Microblog Twitter ist aus der journalistischen Praxis nicht mehr wegzudenken (Multimediaethik-Kodex III.10) und sollte meiner Ansicht nach bis auf einige Ausnahmen im Gerichtsaal erlaubt sein. Dies zwingt den Richter zur Transparenz. Zudem kann er nun mal nicht verhindern, dass während der Verhandlung Informationen oder isolierte Einzelaussagen nach draussen gehen. Sonst müsste er auch Telefongespräche in den Pausen verbieten. Allerdings darf der twitternde Journalist seine journalistische Sorgfaltspflicht (Multimediaethik-Kodex I.3) nicht aus den Augen lassen. Gerade bei Gerichtsverhandlungen sollte er genau abwägen, welche Informationen er in das Netz hinaus twittert. Wichtig ist hier, die journalistische Fairness (Multimediaethik-Kodex I.2). Daten- und Persönlichkeitsschutz sind auch bei der Liveberichterstattung Pflicht. Auch sollte der Journalist alle Seiten einer Gerichtsverhandlung aufzeigen. Vielleicht schafft er das nicht in einem einzelnen Tweet, aber das Grosse Ganze macht eine ausgewogene Liveberichterstattung aus.

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